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Ausgabe Mai/Juni 2020
Sollen wir uns trennen oder nicht? von Regina Tamkus


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© Pixel-Shot_AdobeStock

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In Paarbeziehung zu leben berührt unser tiefes Wesen vom Menschsein und unser Zugehörig-Sein. Wir brauchen diese Erfahrungen, stimmig gemeint und geliebt zu sein, um uns entwickeln zu können. Jeder, der sich für eine Paarbeziehung entscheidet, weiß aber auch: Es ist nicht leicht, in der Beziehung zu sein, wenn wir uns selbst verloren haben und eine Reaktivität uns und dem Anderen etwas antut. Das belastet die Liebe. Viele Paare kennen dann diesen Gedanken: „Ich kann nicht mehr, ich will mich von Dir trennen“, der zu einem inneren erschöpfenden Zustand werden kann. Dabei sprechen die Frauen diesen Gedanken oft aus, Männer sprechen diesen Gedanken eher nicht aus.

Sind wir sicher, dass wir wissen, was der Gedanke meint?
Wenn er in einer Klarheit und Präsenz ausgesprochen ist, steht er am Ende eines längeren inneren Prozesses und berührt eine nächste stimmige seelische Bewegung für einen oder beide in der Partnerschaft.

Doch oft ist er infolge einer inneren Reaktivität ausgesprochen wie eine Drohung und will den Partner zwingen, endlich zu sehen, was wir brauchen, und uns das zu geben. „Bin ich Dir wichtig?“, „Du für mich da, wenn ich Dich brauche?“, „Stehst Du zu mir?“
Das kann hinter dem Rückzug der Männer stecken ebenso wie im Ausrasten der Frauen. Es berührt tiefste Bindungsthemen. Mann und Frau verstehen sich jedoch in dieser Reaktivität nicht.

Erfahrungsgemäß beschreibt sie eine innere Not, die unerträglich ist und die wir nicht haben wollen. Jeder wird es mehr oder weniger kennen: „Ich habe mich in einer Ernsthaftigkeit gezeigt, bin nackt, doch der andere ist nicht da, nicht präsent, innerlich geschlossen. Ich bin nicht in Resonanz gekommen, kann ihn nicht erreichen“. Man kann diesen Zustand nicht aushalten und geht weg oder greift an. Er löst die frühkindliche Verlassenheitsgeschichte aus: „Ich bin zu viel, ich schäme mich, keiner will und versteht mich“. Streit, Wut und Hass oder Rückzug sind die automatische Reaktion auf diese Kränkung. Kommt das zu oft vor und gibt es keine Erfahrung von Öffnung und stimmiger Berührung, dann lenkt die Reaktivität die Beziehung und landet in Trennung.

Wovon trennen?
In diesem Zusammenhang wollen wir uns wahrscheinlich von dieser wiederholten Erfahrung trennen, dass die Berührung, die innere Not keine Resonanz im Anderen findet und dadurch die Seele nicht entspannen kann.
Was verletzt, ist die Abwesenheit, die fehlende Präsenz des Partners und der Partnerin. Das ist ein ernst zu nehmendes Thema in Zeiten von ständig präsenten Handys und Internet.
An dieser Stelle lohnt es sich, den Trennungsimpuls zu überprüfen. Können wir lernen, mit diesen Stellen der Not für sich selbst und dann füreinander präsent zu bleiben und sich wirklich dafür zu interessieren? Können wir auch lernen mit der Erfahrung präsent zu sein, eine bestimmte Resonanz nicht zu bekommen? Dann wird der Trennungsimpuls ein Königsweg zu Mitgefühl, Selbsterkenntnis und Liebe: Wie kann ich lernen, an diesen Stellen nicht abzuhauen oder anzugreifen? Was kann ich tun, Dir das zu erleichtern?

Die seelische Arbeit in der Liebe lohnt sich. Sich zu trennen oder nicht, entscheidet sich meines Erachtens bei den Fragen, ob noch Liebe da ist und ob es eine Bereitschaft gibt, sich tiefer aufeinander einzulassen und aus der Reaktivität lernen zu wollen. Ich hatte ein Paar, das sich in 14 Jahren 3-mal getrennt hat. Nachdem sich beide auf die seelischen Hintergründe eingelassen haben, erkannten sie, was trennend wirkt, zogen wieder zusammen, haben geheiratet und noch 2 Kinder bekommen.

Regina Tamkus ist Diplom-Psychologin und psychologische Psychotherapeutin. Aus eigener Erfahrung und der eigenen Arbeit entstand ein inneres Wissen, dass den Menschen, die zu ihr kommen, bei der Lösung derer Sorgen helfen kann. Aus ihrer langjährigen Erfahrung hat sie ein wirksames Angebot aus der seelischen Forschung zum Bewusstwerden unbewusster Muster in der Partnerwahl für Paare und Singles entwickelt: „Eros & Psyche“ auf der Basis des 2000 Jahre alten Mythos.

Sie bietet Intensivseminare an wie „In der Liebe auf die Seele schauen: Ich kann nicht mehr, ich will mich von Dir trennen“ als Selbsterfahrungsangebot für Männer und Frauen, die nicht leichtfertig ihre Partnerschaft und Liebe mit einer Trennung aufs Spiel setzen wollen oder eine Trennung mit Ruhe und Bewusstheit vollziehen wollen, mit Blick auf die Kinder. Es richtet sich auch an Menschen, die Trennung wiederholt erfahren und dafür Verantwortung übernehmen.

Weitere Infos auf www.erosundpsyche.net


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