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Ausgabe Januar/Februar 2017
Mit Heilpflanzen durch das Jahr 2017. 01: Baldrian – schon wieder schlafen?

Beitragsreihe von Cornelia Titzmann, Heilpraktikerin und Dozentin für Phytotherapie

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Eigentlich ist der Winter ja eine gute Schlafzeit. Es ist dunkler und ruhiger.Die Nerven können sich erholen, der Körper geht in den „Winterschlaf“. Aber vielleicht braucht doch die/der Eine oder Andere etwas Unterstützung. Auch der Baldrian (Valeriana officinalis) wird wie das Johanniskraut als Sedativum genutzt. Oft in Kombinationspräparaten verarbeitet, wird es zur Beruhigung, zum besseren Schlafen und bei depressiven Verstimmungen empfohlen. Zusammen soll die Wirkung noch besser sein, als bei der Gabe der einzelnen Pflanzen. Von dem Baldrian wird die Wurzel genutzt (Radix Valerianae). Man erkennt sofort am typischen Geruch. Auch die Blätter und die Blüte verströmen diesen Duft, welcher Katzen, insbesondere Kater verrückt macht. Die Pflanze enthält kleine Mengen an Alkaloiden, welche die Aufnahme von Wirkstoffen anderer Pflanzen verbesseern, sowie ätherische Öle, die für den Geruch sorgen, sowie Valeriansäure und Bitterstoffe. In der asiatischen Medizin wird er als Gewürz verwendet. Auch ist er Bestandteil einiger Curry-Mischungen in Indien. Er gilt als gutes Mittel für die Verdauung. Seine Wirkung auf die Augen, zur Verbesserung der Sehkraft (um 1500) wurde lange belächelt. Jetzt laufen Studien zur Erforschung einer möglichen Wirkung. Wie viele andere Wurzeln, gilt auch, der Baldrian als Stärkungsmittel und auch seine Pflanzenextrakte wirken auf die Psyche erst nach einiger Zeit - zuerst vorwiegend entkrampfend, dann beruhigend und danach stimmungsaufhellend. Das nennt man Kaskadeneffekt.

Anwendungstipp:
Wenn nichts gegen eine alkoholische Verabreichung spricht, wirkt der Baldrian sehr gut als Tinktur/Tropfen, bei denen ein Frischpflanzenextrakt genutzt wurde. Ansonsten empfiehlt sich die Einnahme einer Teemischung oder eines Fertigpräparates über mindestens 3 Wochen um die bestmögliche Wirkung zu erzielen. Man nehme: Melissenblätter (1 Teil), Baldrianwurzel (2 Teile) und Weißdornfrüchte (2 Teile) - ein Teelöffel auf eine Tasse kochendes Wasser, zugedeckt 15 Minuten ziehen lassen. Mindestens eine Stunde vor dem Schlafengehen trinken.

Autorin: Cornelia Titzmann, Naturheilpraxis Horst-Kohl-Str.2, 12157 Berlin, T.030-794 04 520
weitere Infos und Kurse siehe www.corneliatitzmann.de


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