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Ausgabe September/Oktober 2016
Mit Heilpflanzen durch das Jahr 2016. 10: Der Saxaul-Baum - Haloxylon ammodendron

Beitragsreihe von Cornelia Titzmann, Heilpraktikerin und Dozentin für Phytotherapie

Angeregt durch eine wunderbare Reise in die Mongolei, auch zur Erforschung der Heilpflanzen und Methoden dort, führte es mich in die Wüste Gobi. Dort wächst der Saxaul (Haloxylon ammodendron). Ein wundersamer Baum, welcher in der kargen Landschaft dort eine Augenweide darstellt. Für die Nomaden und Tiere (besonders Kamele) liefert er Feuchtigkeit, Holz, ein wenig Schatten und befestigt den Boden. Früher bildete er ganze Wälder. Leider ist auch er bedroht durch Abholzung und Überweidung. Er wird inzwischen geschützt, es gibt Wiederaufforstungsprogramme und sogar Einzäunungsversuche. Aber gegen Ziegen und Kamele sind Zäune oft machtlos. Der Saxaul gehört zu den Fuchsschwanzgewächsen (Amaranthaceae) und zur Unterfamilie der Salsoloideae. Das heißt, er speichert in seinen Blättern und Stängeln leicht salziges Wasser. Auch unter der Rinde befindet sich ein Wasserspeicher. Vom Geschmack her ähnelt er ein wenig dem, bei uns an der Küste wachsenden, „Quella“ oder Salicornia. Er wird bis zu 9 Metern hoch. Das Holz ist rissig und brennt sehr effektiv. Die fast blattlosen Stängel erinnern an Schachtelhalm oder Ephedra oder Ginstersträucher. Das Vorkommen des Saxaul Baumes erstreckt sich über den Ural, Kasachstan bis zur Mongolei und nach China (innere Mongolei). Ihre Umgebung sind Stein- und Sandwüsten oder Artemisiasteppen. Dort riecht es herrlich würzig nach Wermut. Die Pflanze enthält Gerbstoffe, Bitterstoffe, Farbglycoside und jede Menge Spurenelemente/Salze. Die Blätter und Stängel werden getrocknet und als Tee gegen rheumatische Beschwerden verwendet. Die geschälte Rinde soll gegen Durchfall helfen und der Saft aus den grünen Anteilen gegen Austrocknung, zur Hautverbesserung, bei Appetitlosigkeit und bei Übelkeit. Tiere, die sich von der Pflanze ernähren, geben besonders viel Milch und gelten als außergewöhnlich gesund. Es ist eine Freude, dieser Pflanze in der Wüste zu begegnen!

Anwendungstipps
Die Pflanze ist bei uns nicht erhältlich. Es gibt eine parasitäre Pflanze (cistanche deserticola), welche an den Wurzeln des Saxaulbaumes wächst. In der TCM wird er als „Wüstenginseng“ bezeichnet und auch genutzt. Bei Erschöpfungszuständen, Impotenz, Libidoverlust und Abwehrschwäche. Ansonsten: Reisen - nicht nur in die Mongolei.

Die Autorin Cornelia Titzmann ist Heilpraktikerin mit eigener Praxis, weitere Infos siehe www.corneliatitzmann.de


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