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Ausgabe September/Oktober 2016
Mit Heilpflanzen durch das Jahr 2016. 09: Hirtentäschel - Der Mütter Segen

Beitragsreihe von Cornelia Titzmann, Heilpraktikerin und Dozentin für Phytotherapie

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Capsella bursa pastoris, die kleinen herzförmigen Samen sehen wirklich aus wie kleine Täschchen und die Hirten wussten sie sicher zu schätzen. Wie immer gibt es mehr oder weniger wissenschaftliche oder sprachethymologische Erklärungen für die Bedeutung eines Pflanzennamens. Ein weiterer alter Name dieses zarten Pflänzchens ist Thlaspi, unter dieser Bezeichnung finden wir sie zum Beispiel in alten Homöopathie Büchern. Es kommt aus dem griechischen thalo / thales und bedeutet zusammenpressen, Bezug nehmend auf die abgeflachten Samenschoten. Das Hirtentäschel oder Hellerkraut findet sich auf jeder Magerwiese in den gemäßigten Zonen. Ein „Unkraut“ wird sie genannt, unscheinbar, mit dünnem Stängel und kaum Blättern, versteckt sie sich im Gras. Auch die kleinen weißen Blüten, kreuzförmig, wie es sich für ihre Familie gehört, fallen nicht wirklich auf. Kinder lieben sie trotzdem und knabbern gerne die Samenherzchen ab, welche leicht nussig schmecken. Lassen Sie die Kinder machen, es ist gesund! Sie zählt zu den pflanzlichen „Antibiotika“. Antibakteriell, antiviral und gegen Pilze soll sie wirken. Zudem ist sie, anders als die scharfen Vertreter aus der Familie der Kreuzblütler/ Brassicaceen (Senf, Meerrettich, Kohl) sehr gut verträglich. So kann sie als Tee getrunken werden, auch Tinkturen werden aus der Pflanze hergestellt. Sie enthält Senfölglycoside, Schwefel, Bitterstoffe, Gerbstoffe und vieles mehr, was für ihre Wirkung verantwortlich gemacht wird. Die Pflanze hat oft einen weislichen Überzug, sie lebt oft in Symbiose mit einem Pilz, der ebenfalls die antibiotische Wirkung mittragen soll. Segen der Mütter – wir vergessen oft, wie gefährlich Geburten früher für Mütter und Kinder war. Das Hirtentäschelkraut gehörte in die Tasche jeder Hebamme, es wirkt blutstillend nach der Geburt und verhindert Infektionen. Es wird begleitend bei Infektionen zum Beispiel der Blase oder des Unterleibes eingesetzt sowie zum Lindern sehr starker Regelblutungen. Sie ist auch eine beliebte Pflanze in der Kinderheilkunde. Bei Ohrenschmerzen oder rezidivierenden Entzündungen im Hals-Nasen-Rachenraum hat sie sich bewährt.

Anwendungstipp
Bei wiederkehrenden Erkältungskrankheiten:
Hirtentäschelkraut (30gr), Thymiankraut (25gr), Spitzwegerichkraut (30gr), Schlüsselblumenblüten (10gr) und Hagebuttenschalen (30gr) - mischen, 1Teelöffel pro Tasse, überbrühen, 15 Minuten zugedeckt ziehen lassen, 2 Tassen täglich ca. 4 Wochen lang. Nicht süßen!



Die Autorin Cornelia Titzmann ist Heilpraktikerin mit eigener Praxis.


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