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Ausgabe November/Dezember 2015
Beitragsreihe 2015 von Andreas Krüger Homöopathisches Heilmittel: aranea diadema und tela aranea. Die Kreuzspinne. Das Verlangen nach Vernetzung.

(Info: Die Gartenkreuzspinne war Spinne des Jahres 2010)

H. Schäfer: Um was geht es heute im Monat Dezember, in den das Fest der Liebe und der Familiendramen fällt?
Andreas Krüger: Heute möchte ich über zwei homöopathische Mittel sprechen, die sehr eng miteinander verbunden sind: einmal über die Kreuzspinne und dann über das Netz der Kreuzspinne – aranea diadema und tela aranea und demnach im weitesten Sinne um Netze, die auch Familien betreffen. Diesen Text möchte ich der großen deutschen Prophetin und Heilerin Hildegard von Bingen widmen, die all ihren Heilern einen Ring empfahl, der sie vor dämonischen Angriffen und Seuchen schützen sollte. Der Ring wird aus Nuggetgold hergestellt und dort, wo normalerweise der Stein eingefasst ist, gibt es ein durchgehendes Loch, aus dem ein Lindenspan kommt, auf den eine Schicht Kreuzspinnenfäden gefasst wird und darauf ein Stück grünes Glas. Wir haben viele Ringe für meine Schüler und mich herstellen lassen und dazu grünes Glas von Stränden genommen, die im Grunde aussehen wie grüne Edelsteine.

Kommen wir zu aranea diadema.
Wir leben in einem Zeitalter, in dem Vernetzung eine große Rolle spielt. Es gibt drei Dinge, die mein Leben zentral verändert haben. Das eine ist mein Navigationsgerät „Tom Tom“ – seitdem ich das besitze, verlasse ich Charlottenburg und fahre in Gegenden, in die ich sonst nie gefahren wäre, weil ich immer Angst hatte, mich zu verirren. Seitdem ich also ein Navigationsgerät habe, das mich mit der ganzen Welt vernetzt, fühle ich mich total sicher. Die zweite ganz wichtige Sache ist das I-Phone. Seitdem ich dieses Gerät besitze, hat sich mein Leben komplett verändert, denn auf einmal sind mir auf der Kontaktebene Dinge möglich, die es vorher nicht gab. Das dritte in meinem Leben ganz wichtige Netz ist facebook, das für mich wie eine große Seelenheimat geworden ist.

Lassen Sie mich raten: Sie haben demnach ein ausgesprochenes aranea diadema Symptom.
Ja, ich habe das Verlangen nach Netz, nach Halt und Gehaltensein. Ich liebe es auch, die ganze Nacht „Löffelchen innen“ zu schlafen und mich die ganze Nacht so halten zu lassen. Irina Prekop hat sogar eine Methode entwickelt, das Bonding, wo mit den Armen gehalten wird, was wiederum Ähnlichkeiten mit Bondish, also dem künstlerischen Fesseln hat. Beide Male geht es um Fesseln: entweder mit den Armen oder mit Seilen. Also: Aranea hat mit Verlangen nach Netz, mit Verlangen nach Halt, mit Verlangen nach Bindung zu tun. Dagegen ist tela, das Spinnennetz, das Mittel für absolute Phobiker, also für Menschen, die von Freunden verlangen, ihr Handy auszuschalten, wenn sie ihre Wohnung betreten, bzw. es am besten vor der Wohnungstür zu lassen. Tela ist das wichtigste Mittel für alle NSA-Phobiker, die ständig denken, dass sie ausspioniert werden und die ihren Computer mit Kreuzen sichern, so dass keine Dämonen Zutritt erhalten. Kurz gesagt: Tela sind die Netz-Phobiker und aranea, die Spinne selbst, die das Netz macht, sind die sogenannten Netzliebenden.

Die zwei Seiten einer Medaille.
Außerdem ist aranea diadema ein ganz wichtiges Mittel für junge Männer, die völlig bindungsunfähig sind. Da fehlt im Grunde das Netz. Sie sind entweder Flüchtige, d.h. wenn ihnen eine Beziehung zu eng wird, gehen sie weg oder entwickeln bösartige Beziehungsenden oder sind teilweise fies zu ihren Partnerinnen. Oft kommt der Impuls von den Partnerinnen, ihn zum Krüger zu schicken, denn der kennt sich aus mit den „Verrückten“. Das Interessante dabei ist: Wenn jemand bösartig wird, ist das kein Primärgefühl, denn wir verletzen nicht jemanden aus einem Primärgefühl. In unserer Speziesmatrix ist „verletzen“ nicht vorgesehen. Wenn wir ständig in Körperkontakt mit unseren Mitmenschen wären, würden wir wahrscheinlich nie jemanden verletzen. Wenn wir bösartig sind, gibt es immer ein darunter liegendes Primärsymptom und das ist Angst. Aranea ist das wichtigste Mittel für Männer, die eine tiefe Angst vor Frauen haben und aus dieser Angst heraus Frauen verletzen. Männer, die Frauen verletzen, haben immer Angst vor Frauen. Bei aranea gibt es sogar das Symptom „Angst vor den weiblichen Genitalien“, was viele homosexuelle Männer haben. Es gibt aber auch Bilder, die Männer haben, dass sie beim Sex von den weiblichen Genitalien gefressen werden.

Das ist doch ein Spinnenthema.
Das ist ein Spinnenthema. Was ich jetzt herausgearbeitet habe und was auch andere Kollegen immer wieder erfahren haben, ist, dass diese beziehungsgestörten Männer in einem Netz ihrer Mutter „gefangen“ sind. Aranea diadema ist das wichtigste Mittel für Männer, die dominierende Mütter haben – meistens alleinerziehende Mütter, die sie wie eingesponnen haben. Wenn man dann mit diesen Männern eine Aufstellung macht, die einem Konzept von Peter Orban folgt, geht es ganz oft um dieses Spinnenthema. Ziel ist, dass diese Männer von ihren Müttern freigelassen werden, um zu anderen Frauen gehen zu können.
Was noch schlimmer ist, sind Männer, die von ihren Großmüttern missbraucht worden sind. Da die Großeltern oft der absolute Sicherheitsposten im Leben eines Kindes sind – da war oft die schönste Zeit im Sommer oder zu Weihnachten – und wenn die Großeltern dann missbraucht haben, das zerstört bis in den Kern. Aranea diadema ist zusammen mit Staphysagria das wichtigste Mittel für Missbrauch von Jungen durch die Mutter oder durch die Großmutter am Sohn. Und ich habe wirklich Heilungen erlebt, wenn Männer zu mir gekommen sind, die gesagt haben: „Andreas, ich bin so verzweifelt, weil ich keine liebevolle Beziehungen zu Frauen aufbauen kann. Ich merke, dass ich nicht frei bin und gleichzeitig macht mir eine Frau so viel Angst und ich erlebe sie in ihrer Intimität als so bedrohlich, dass ich gewalttätig werde. Ich ziehe mich also durch Gewalt aus dieser Beziehung. Die Frauen hassen mich, aber die Angst ist so mächtig, dass ich sie nicht kommunizieren kann.“ In diesen heftigen Fällen komme ich fast immer auf mütterlichen Missbrauch – es gibt viele Gründe, aber immer kommt der Sohn auf den Beziehungsplatz der Mutter und dadurch wird der Sohn beziehungsunfähig. In diesen Fällen ist aranea mit Traumatherapie und Familienaufstellungen und schamanischen Sitzungen sinnvoll, weil jeder Missbrauch im schamanischen Kontext etwas Dämonisches hat. Die Schamanen sagen, dass der Mensch nicht missbraucht, denn das ist etwas, was dem Menschen völlig fremd ist. Er missbraucht nur, wenn er unter der Gewalt eines Dämons steht. Meine Erfahrung ist, dass ein Teil des Dämons auf sein Opfer über geht und sich dann von dem Schmerz und der Verzweiflung des Opfers ernährt und verhindert, dass das Opfer glücklich wird. Für alle, die sich für diese Thematik noch weiter informieren wollen, empfehle ich, auf meiner website in der Rubrik Schamanismus den Brief von der kleinen Eichhörnchenfrau zu lesen. Sie war eine Psychoanalytikerin und Schamanin, die sich auch mit Missbrauch beschäftigte.

Aranea diadema ganz praktisch?
Menschen mit Spinnentätowierungen ist ein Leitsymptom und es gibt eine Sportart, wo sich Menschen in Netzen sportlich betätigen. Aranea hat eine große Bedürftigkeit, sich zu bewegen. Es ist eins der wichtigsten Mittel in unserer beziehungsgestörten Welt, um Menschen zu heilen, denn das, was meines Erachtens jeder Mensch in dieser Gesellschaft braucht, sind Beziehungen.

Weihnachten steht vor der Tür…
… ja und da sollten wir in Beziehung zueinander treten und unsere geheilten familiären Netze feiern. Das Interessante ist, dass Christus ans Kreuz genagelt wurde, aber er war nicht nur genagelt, denn die Nägel hätten nicht gehalten, man hat ihn zusätzlich noch ans Kreuz gefesselt. Aranea ist wie „ans Kreuz gefesselt“.

Ich würde mich noch über einen hoffnungsfrohen Weihnachtssatz freuen.
Wenn wir geheilt sind, ist alles möglich. Wenn wir geheilt sind, sind wir frei. Aber wir können nur geheilt sein, wenn wir nur noch wir sind und nicht mehr das Schicksal unserer Mutter oder das Schicksal unserer geschändeten Familien tragen. Und in diesem Sinne: Frohes Fest!



Andreas Krüger ist Heilpraktiker, Schulleiter und Dozent an der Samuel-Hahnemann-Schule in Berlin für Prozessorientierte Homöopathie, Leibarbeit, Ikonographie & schamanischer Heilkunst. Sein Buch „Heiler und heiler werden – Gespräche über die Heilkunst“ erschien im Verlag Simon + Leutner, 2013.
Weitere Informationen: www.Samuel-Hahnemann-Schule.de


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