aktuelle Seite: ARCHIV   
Jahr:
2020 | 2019 | 2018 | 2017 | 2016 | 2015 | 2014 | 2013 | 2012 | 2011 | 2010 | 2009 | 2008 | 2007 | 2006 | 2005 | 2004 | 2003 | 2002 | 2001 |

Ausgabe September/Oktober 2015
Mit Heilpflanzen durch das Jahr 2015. 10: Rosmarin - Die Stärkung des Ich

Beitragsreihe von Cornelia Titzmann, Heilpraktikerin und Dozentin für Phytotherapie

Rosmarin, diese Schöne kennen viele. Der Duft erinnert an Süden, Urlaub, Meer. Vielleicht kommt einem der Geschmack griechischen Brotes, italienischer Pizza oder französischen Käses in Erinnerung. Einige mögen sich an wohlige Stunden in einem warmen Bad mit Rosmarin Zusatz erinnern, um die müden Glieder zu entspannen. Medizinisch hatte diese Pflanze aus der Familie der Lippenblütler schon immer eine große Bedeutung. Doch erst mal zu ihrem Erscheinungsbild. Fast wie ein Nadelgewächs wirkt sie, ein dunkler Strauch mit sattem Grün. Die Vielzahl der violetten Blüten lockt Bienen und andere Insekten an, ein Schwirren liegt oft über ihr, wenn sie im Sonnenlicht steht. Warm ist es unter ihr am Boden . Fast 1Grad wärmer als die Umgebung, so sehr zieht sie die Hitze an und speichert sie. Ein spontanes Aufflammen des gesamten Busches wurde in heißen Sommern schon beobachtet. Das ätherische Öl, der Hauptinhaltsstoff des Rosmarin, riecht würzig und schmeckt leicht bitter aromatisch, fast scharf.
Diese Wärme und Kraft überträgt sich auf den Menschen. Als Tee getrunken, als Gewürz gegessen oder auch als verarbeitetes Heilmittel eingenommen, regt sie den ganzen Organismus an.
Eine gute Herz-Kreislaufpflanze soll sie sein. Bei niedrigem Blutdruck und Schwindelgefühl hilft der Rosmarin schnell und nachhaltig. Aber auch bei dauernder Müdigkeit und dem „modernen“ Burnout -Syndrom leistet die Pflanze gute Dienste. Therapeutisch wird Rosmarin auch bei Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises eingesetzt. Besonderes bei sogenanntem Muskelrheuma hat sie sich bewährt. Alle medizinischen Anwendungen bedürfen wie immer der fachlichen Diagnose und Verordnung. Aber auch äußerlich kann Rosmarin viel bewirken. In diversen Badezusätzen und Einreibemitteln ist die Pflanze zu finden. Belebend – erwärmend – durchblutungsfördernd – so werden ihre Eigenschaften beschrieben.Interessant ist auch der Blick der anthroposophischen Medizin auf diese besondere Pflanze. Eine Wärmehülle bietet sie, und die ICH-Kräfte werden gestärkt. Das hat nichts mit dem „Ego“ zu tun. Das Bewusste wird gepflegt, die Selbstwahrnehmung verbessert, das Spüren ermöglicht. Krankheiten, bei denen da eine Schwäche vorliegt, sind zum Beispiel Diabetes, Herzerkrankungen und Depressionen.
Eine Alternative zum Kaffee bietet der Rosmarin auch. Für jene, die behaupten: ohne Kaffee werde ich nicht wach.

Anwendungstipp
Morgens eine Prise Rosmarin auf eine Tasse kochendes Wasser, 5 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Bei Bedarf mit Honig süßen. Eignet sich besonders für notwendige Denkleistungen. Zum Beispiel während Prüfungs-und Lernsituationen. Macht nachhaltig wach und kognitiv beweglich.


Die Autorin Cornelia Titzmann ist Dozentin für Phytotherapie und Heilpraktikerin in eigener Praxis
facebook: Naturheilpraxis Cornelia Titzmann


Weitere Informationen werden im Archiv nicht angezeigt.