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Ausgabe Mai/Juni 2015
Mit Heilpflanzen durch das Jahr 2015. 06: Kamille - die Mutter


So eine „normale“ Pflanze... kennt doch jeder. Ja hoffentlich, aber vielleicht weiß man sie oft nicht genug zu schätzen. Denn ein Schatz ist sie.
Matricaria chamomilla, der Gattungsname kommt aus dem lateinischen: mater = Mutter, bzw. Gebärmutter. Da hört man schon, dass die Pflanze früher im Wochenbett eingesetzt wurde, bei Frauenleiden und bei dem Verlust der Mutter zur Trauerbewältigung. Heute wird sie vor allem als Wundheilpflanze genutzt. Der Hauptwirkstoff, das ätherische Öl namens Azulen wird in der Kosmetik und Creme-Herstellung verarbeitet. Es wirkt kühlend, zusammenziehend und abschwellend. Die Pflanze gehört in Deutschland wohl seit den 1950er Jahren zu den bekanntesten Heilpflanzen überhaupt. Neben Pfefferminztee bekommt man sie in jedem Café und findet sie in fast jedem Haushalt. Ihr volksheilkundliches Hauptanwendungsgebiet sind Magenschmerzen. Bei unklaren Bauchbeschwerden wurden und werden Kinder und Erwachsene damit versorgt. Manchmal leider nur mit ungenügender Wirkung, denn der übermäßige Genuss von Kamillentee kann zu mehr Beschwerden führen. Wir sprechen dann von einer sogenannten „Arzneimittelpüfung“.
Aus der Homöopathie kennen wir die Umkehrwirkung. Manche Mittel machen dann genau die Beschwerden, gegen die sie eigentlich helfen sollen. Das kann bei Überdosierung der Kamille auch passieren. Dann bekommt man Symptome wie bei einer Magenschleimhautreizung.
Die Kamille gehört zu den Korbblütlern, selten gibt es auch allergische Reaktionen auf die Wirkstoffe in dieser Pflanzenfamilie. Bei therapeutischer Dosierung sind unerwünschte Reaktionen allerdings selten. In der Apotheke bekommt man auch alkoholische Auszüge der Kamillenblüten, z. B. Kamillosan für die äußerliche Anwendung zur Wunddesinfektion. In einigen Standardpräparaten ist sie auch enthalten. Beispielsweise in Iberogast, einem Mittel gegen Magenbeschwerden und Verdauungsprobleme. In der Praxis wurde beobachtet, dass die Wirkung auf das Gemüt sehr positiv ist. Bei Verlustängsten, Verlassenheitsgefühl und Trauer mindert sie mögliche Folgebeschwerden wie Schlaflosigkeit, Magenschmerzen, Appetitlosigkeit und Unruhe. Eine therapeutische Abklärung ist aber in solchen Fällen immer von Nöten! Eine leibliche Mutter kann sie nicht ersetzen, aber vielleicht den Umgang mit dem Verlust des Geborgenheitsgefühls erleichtern.

Anwendungstipp
Den Tee möglichst nicht alleine trinken, eine gute Mischung für den gereizten Magen:
- 1 Teil Kamillenblüten
- 1 Teil Schafgarbenkraut
- 1 Teil Melissenblätter
Davon 2x täglich eine Tasse trinken. Einen Teelöffel auf eine große Tasse (250 ml). 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Nicht süßen! Ca. 10 Minuten vor den Mahlzeiten einnehmen.
Maximale Dauer: 3 Wochen.

Cornelia Titzmann, Heilpraktikerin Horst-Kohl-Str. 2, 12157 Berlin, T. 030/ 794 04 520, corneliatitzmann@gmail.com, facebook : Naturheilpraxis Cornelia Titzmann. Mehr Infos unter: www.pflanzenheilkunde-berlin.de


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