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Ausgabe März/April 2015
Mit Heilpflanzen durch das Jahr 2015. 01: Die Olive - Der Ölbaum

Beitragsreihe von Cornelia Titzmann, Heilpraktikerin und Dozentin für Phytotherapie

Olea europea gehört zu den „lippenblütlerartigen“ Ölbaumgewächsen... woah, was für eine Bezeichnung. Aber soviel Ehre muss man dieser Pflanze mindestens entgegenbringen. Alt ist sie und schon seit dem 4. Jahrtausend vor Christus kultiviert und damit eine der ältesten Nutzpflanzen überhaupt. Der Baum ist immergrün und wächst langsam, er kann mehrere 100 Jahre alt werden.
Die Blätter haben die sogenannte olivgrüne Färbung und sind behaart, um den Wasserverlust des Baumes zu vermindern, somit kann er auch gut in heißen Gegenden gedeihen. Die Blüten wachsen in Rispen mit 10-40 Einzelblüten aus denen dann die Früchte entstehen. Die Olive ist eine einsamige Steinfrucht und enthält Wasser und fette Öle (das berühmte Olivenöl) sowie Bitterstoffe, Glycoside, Proteine und Mineralien. Die Früchte dienen als Nahrungsmittel und werden zur besseren Genießbarkeit vor dem Verzehr in Wasser und Salz eingelegt. 90% der Früchte werden zu Olivenöl gepresst. Durch seine lange Haltbarkeit und gute Heilwirkung hat es sich in der mediterranen Küche durchgesetzt. Die Hauptproduktionsländer sind Spanien, Italien und Griechenland. In der Volksheilkunde gilt das Öl als gutes Mittel gegen Herz-Kreislauferkrankungen, Arteriosklerose und Gallenwegserkrankungen. Durch seine ungesättigten Fettsäuren wirkt es sich positiv auf den gesamten Fettstoffwechsel aus und hat eine entzündungshemmende Wirkung.
Es ist wichtig auf eine gute Qualität des Öls zu achten! Es gibt hunderte verschiedener Sorten mit sehr unterschiedlichem Geschmack. Interessant ist aber auch die Heilwirkung der Olivenblätter. Mit ihren Farbstoffen, Iridoiden und Triterpenen wirken sie sich günstig auf den Cholesterinspiegel aus. Sie sind sogenannte „Radikalenfänger“ oder Antioxidanzien. Als Tee getrunken sollen sie Blutdruck senkend wirken! Diese eigentlich altbekannte Wirkung wird gerade neu untersucht.
Auch eine Beeinflussung des Blutzuckerspiegels wurde beobachtet. Spasmolytisch und rhythmisierend sind ihre Eigenschaften.
Schon Hildegard von Bingen empfahl die Blätter bei Magen-und Darmproblemen sowie gegen Entzündungen der Haut. In der Antike war der Baum der Göttin Athene geweiht. Im Christentum ist der Ölzweig im Schnabel der Taube ein Symbol des Friedens.
Aktuell bedroht das Bakterium Xylella fastidiosa die Qualität und den Bestand der Olivenbäume.
Es gibt derzeit den Versuch, die Epidemie mit Hilfe von EM (effektive Mikroorganismen) einzudämmen.

Anwendungstipp
Bei leicht erhöhtem Blutdruck (auch parallel zu Medikamenten möglich): Täglich eine Tasse Olivenblätter (Apotheke) als Tee. 1Teelöffel auf eine Tasse 15 Minuten ziehen lassen, sowie 1Teelöffel natives Olivenöl, nicht erhitzt, in der Küche verwenden.

Die Autorin Cornelia Titzmann ist Dozentin für Phytotherapie und Heilpraktikerin mit eigener Praxis.
Infos auf pflanzenheilkunde-berlin.de


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