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Ausgabe März/April 2015
Mit Heilpflanzen durch das Jahr 2015. 03: Der Leinsamen - Schleim zu Schleimhaut

Beitragsreihe von Cornelia Titzmann, Heilpraktikerin und Dozentin für Phytotherapie

Nun wird es langsam wärmer, die Tage länger und das Bedürfnis nach „Frischem“ steigt. Viele Fans der Smoothies, Frischpresssäfte und der „grünen Suppen“ kommen jetzt auf ihre Kosten. Das erste Grün erscheint in der Natur in Form von Sprösslingen, Knospen und Blättchen. Gerade das Selbstgemachte kann hervorragend mit Leinsamen aufgewertet werden.
Linum usitatissimum, so lautet der botanische Name. Auch unter dem deutschen Namen Flachs ist diese wunderschöne blaublühende Pflanze bekannt.
Die Samen kennen viele Menschen als Nahrungsmittel im Brot, Müsli oder auch so zum Einweichen als Verdauungshilfe. Sie ist eine sehr alte Kulturpflanze, die früher auch zur Herstellung des Stoffes, des Leinen oder eben Flachses, angebaut wurde. Heute hat die Baumwolle den sensiblen Stoff verdrängt und es bleibt eine recht aufwendige und oft chemische Prozedur, um gutes Leinen herzustellen, so dass er verhältnismäßig teuer ist. Aus dem Hochland Persiens stammend, gehört die Pflanze heute zu einer eigenen Familie, den Leingewächsen. Bis zu einem Meter hoch, mit vielen hellblauen Blüten, wogen die Felder wie ein Meer im Wind. Aus dem Samen wird das das hochwertige Leinöl gewonnen. Es enthält viele ungesättigte Fettsäuren. Der Samen enthält außerdem Schleim, Vitamine und Mineralstoffe. Der Leinsamen hat Ähnlichkeit mit der menschlichen Zelle. Er ist besonders gut verträglich und wird sogar als Ergänzungsmittel in der Krebstherapie eingesetzt.
Er gilt als Schleimhautschutzdroge und ist vor allem im Darm wirksam. Als Aufbaumittel für eine gesunde Darmschleimhaut, nach langen Erkrankungen und nach einer Therapie mit Antibiotika wird er empfohlen. Bei Erkrankungen des Darms selber und zur Regulierung der Verdauung wirkt er wahre Wunder. Ein mildes Unterstützungsmittel bei Neigung zur Verstopfung, aber auch bei zu dünnem Stuhlgang zum Schutz der Schleimhaut sowie bei Entzündungen wird er empfohlen. In der Veterinärmedizin wird er besonderes für Pferde eingesetzt. Eine wöchentliche Gabe von eingeweichtem Leinsamen verhindert Koliken und die Gabe von Leinöl beim Fellwechsel steigert die Abwehr und gibt ein schönes Haarkleid. Auch für den Menschen ist der Leinsamen eine gute Heilpflanze für die Haut. Bei Ekzemen, Lichtmangel und trockener Haut verbessert er die Struktur. Die Pflanze kann auch bei kleineren Kindern bedenkenlos in therapeutischen Mengen angewendet werden. Die Blüten und auch die ganze Pflanze enthalten ein Antocyan = Blütenblau, welches den O2-Gehalt der Zellen optimiert und so Zellschäden vorbeugen soll. Äußerlich kann sowohl das Öl als auch eine Auflage aus eingeweichten Samen bei Verbrennungen aufgetragen werden oder als Gesichtsmaske bei geschädigter Haut dienen.
Anwendungstipp
Zur Verbesserung der Verdauung einen Teelöffel Leinsamenkörner (ganz) über Nacht in einem halben Glas Wasser einweichen. Morgens ins Müsli oder ins Smoothie geben. Eine Kur von maximal 3 Wochen wird empfohlen.
Das Leinöl nach dem Öffnen im Kühlschrank aufbewahren und bald verbrauchen. Nur kleine Mengen kaufen, da es sehr reaktionsfreudig ist und schnell ranzig wird.

siehe auch: facebook: Naturheilpraxis Cornelia Titzmann.


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