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Ausgabe Januar/Februar 2015
Mit Heilpflanzen durch das Jahr 2015. 02: Akanthus – was ist denn das?

Beitragsreihe von Cornelia Titzmann, Heilpraktikerin und Dozentin für Phytotherapie

Durch meine vielen Reisen nach Italien ist mir immer wieder das Akanthus Blatt begegnet - meist in Ornamentform an Säulen antiker und mittelalterlicher Gebäude. Wie zum Beispiel im Dom von Salerno oder dem Kreuzgang in Cefalu auf Sizilien. Bei dieser besonderen Häufung von Darstellungen dieser Pflanze kam mir die Frage nach ihrer Bedeutung im Allgemeinen und natürlich auch als Heilpflanze. Heute ist sie als Heilmittel weitgehend unbekannt. In früherer Zeit erfreute sie sich großer Beliebtheit und Anwendungsbreite.
Über 20 verschiedene Arten dieser Akanthus Gattung sind bekannt. Genutzt wurde vor allem Acanthus mollis, eine bis zu einem Meter hohe Pflanze mit den typischen gesägten Blättern, welche ein wenig an Distelblätter erinnern. Gegen Verstopfung und zur Wundheilung diente sie, innerlich und äußerlich angewendet. Sie regte den Appetit an, wirkte gallefördernd und erweichend, wurde bei Beschwerden der Atemwege eingesetzt und zu Umschlägen bei Verstauchungen verwendet. Im Mittelalter diente sie zur Behandlung von Entzündungen innerer Organe.Verwendet wurden Blüten, Blätter und Wurzeln. Sie enthalten unter anderem Schleime, Bitterstoffe und Mineralien.
Heute findet man die Pflanze noch als „kleines“ homöopatisches Mittel im HAB (Homöopatisches Arzneibuch) mit der Indikation: „fettige Haare“. In der chinesischen Medizin wurden andere Sorten dieser Pflanze ebenfalls als Heilmittel verwendet.
Doch nun zurück zur äußeren Gestalt. Die Verwendung der Pflanze als Ornament und zur Verzierung von Möbeln und Porzellan zeigt einen besonderen Bezug zur sogenannten wiederkehrenden Ordnung. Die wiederholte Abbildung ist rhythmisch und gleichmäßig, sie erfreut das Auge und den inneren Sinn. Man könnte auch sagen sie macht ruhig, gelassen und fördert die Gedankenkraft.

Anwendungstipp:
Zur inneren Ruhe empfehle ich einen Besuch in der Gemäldegalerie / Alte Meister; neben der Philharmonie. Dort gibt es Führungen zum Thema: Flora und Fauna auf den alten Gemälden.

Die Autorin Cornelia Titzmann ist Dozentin für Phythotherapie und Heilpraktikerin in eigener Praxis, weitere Informationen über die Pflanzenwelt unter www.afp-berlin.net


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