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Ausgabe September/Oktober 2014
Mit Heilpflanzen durch das Jahr 2014. Die Zwiebel

Beitragsreihe von Cornelia Titzmann, Heilpraktierin. Sie lehrt u. a. auch Phytotherapie an der Samuel-Hahnemann-Schule in Berlin

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Vor vielen Jahren habe ich ein Seminar zu Naturheilkunde aus der Küche gegeben. Dort ging es um die Anwendung von Quark, Honig, Salz, Mehl, Kartoffeln, Öl und natürlich die Zwiebel. Die Küchenzwiebel, Allium Cepa, ist ein uraltes Gemüse und Gewürz, das von allen Köchen und Ärzten hochgeschätzt wird. Sie gehört zur Familie der Lauchgewächse und ist damit verwandt mit Knoblauch, Bärlauch, Schnittlauch und vielen anderen. Die Liliaceen, wie sie auch genannt werden, enthalten viel Schwefel, welches den typischen Geruch ausmacht und Senfölglycoside, die „antibiotisch“ wirken. Eigentlich sollte man „probiotisch“ sagen, denn sie wirken ja nicht gegen das Leben, sondern nur gegen schädliche Erreger und stärken das Leben.
Die Zwiebel stammt aus dem persischen Raum, wie viele unserer Kulturpflanzen, und ist leicht anzubauen und zu vermehren. Die Schärfe hängt von der Sorte ab und der Anteil der Inhaltsstoffe, besonders der ätherischen Öle, schwankt. Sie enthält viele Vitamine und Mineralien und gilt als „Allheilmittel“.
Am bedeutendsten ist wohl ihre Herzwirkung. Sie soll sich günstig gegen die Verkalkungen der Herzkranzgefäße auswirken, senkt den Blutdruck, entwässert und entlastet damit das Herz. Sie fördert die allgemeine Durchblutung und wirkt entkrampfend. Eine weitere große Wirkung zeigt sich im Verdauungsbereich. Hier wird sie schon seit Jahrhunderten in Form eines Einlaufes gegen Darmparasiten genutzt. Ansonsten kennt man ihre schleimlösende Wirkung im Bronchialbereich und die Anwendung bei Husten. Als Nahrungsmittel ist die Zwiebel roh und leicht gedünstet ein hervorragender Vitamin-C-Spender. Im Winter gab es früher besonderes in den kälteren Regionen Europas kaum Gemüse und wenig Frischkost, da half sie gegen Skorbut und andere Vitaminmangelerscheinungen. Empfehlung: eine Zwiebel pro Tag verzehren. Bei Blähungen kann man die Zwiebel gleichzeitig mit Kümmel verwenden, auch Asa foetida (Stinkasant), ein asiatisches Gewürz, eignet sich zum Mitkochen.
Gerade laufen Studien zur Erforschung ihrer Wirkung bei Krebserkrankungen. Mehr dazu können sie am 7. September 2014 bei einem Fachseminar zum Thema Onkologie erfahren. Gastdozent Dott. Maurizio Episodio aus Italien wird von Fällen und einer internationalen Phytotherapiestudie berichten.

Anwendungstipps
Bei Husten: Eine kleine Zwiebel schälen und klein schneiden , mit 2 Esslöffeln Honig bedecken und in einem Schraubglas ziehen lassen. Es bildet sich eine goldgelbe Flüssigkeit – 3x täglich einen Teelöffel wie Hustensaft einnehmen.
Bei Ohrenschmerzen: Eine Zwiebel halbieren und die Schnittstelle mit Alufolie abdecken, im Ofen ca. 10 Minuten erwärmen und warm (Achtung prüfen!), auf das schmerzende Ohr halten, eventuell mit Tuch fixieren. Nimmt schnell den Schmerz!

Die Autorin Cornelia Titzmann ist Heilpraktikerin in Berlin, facebook: Naturheilpraxis Cornelia Titzmann


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