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Ausgabe Mai/Juni 2014
Mit Heilpflanzen durch das Jahr 2014. Bryophyllum – Das Wunschkind

Beitragsreihe von Cornelia Titzmann, Heilpraktierin. Sie lehrt u. a. auch Phytotherapie an der Samuel-Hahnemann-Schule in Berlin

Diesmal betrachten wir eine eigentlich exotische Heilpflanze: Bryophyllum calycinum wird auch Keimzumpe oder Brutblatt genannt und ist schon lange auch bei uns in der Medizin bekannt. Goethe hat ein Leben lang über sie philosophiert und geforscht, 1818 lernte er sie im Botanischen Garten in Belvedere kennen und schrieb über sie:
„Flach auf den Grund gelegtmerke wie er Wurzeln schlägt.“
In die Homöopathie wurde sie eingeführt und heute ist sie ein gängiges Mittel in der anthroposophischen Medizin. Der Name kommt aus dem Griechischen und bedeutet „sprossendes Blatt“ und weist auf die besondere Fortpflanzungsmöglichkeit hin. An den Blatträndern bilden sich sogenannte Brutknospen, die herabfallen und auf fast jedem Untergrund Wurzeln bilden und neue Pflänzchen wachsen lassen. Sie gehört zur Gattung der Kalanchoe, ein Dickblattgewächs (Crassulaceae), und ihre ursprüngliche Heimat ist Madagaskar. Heute sind viele Arten in den Tropen verwildert. Sie wächst aufrecht, manchmal kletternd und hat blass-rosa hängende Blüten.
Vielleicht ist es die Signatur, die die Menschen darauf gebracht hat, sie als „Babyunterstützerin“ einzusetzen. Hebammen und Gynäkologen lieben sie. Als Pulver oder in homöopathischer Form eingesetzt, soll sie die Einnistung der befruchteten Eizelle in den Uterus fördern. Sie sorgt dafür, dass der Embryo besonders in den ersten drei Monaten dort verbleibt und verhindert vorzeitige Wehen.
Sonst wird sie in der anthroposophischen Medizin u.a. gegen Bluthochdruck, Gelbsucht und zur Unterstützung bei Diabetes eingesetzt. In der traditionellen Medizin Afrikas, Indiens und Chinas ist sie eine Wundheilpflanze. Interessant sind aktuelle laufende Forschungen zur Anwendung bei Tumorerkrankungen. Ihr extremes Wachstumsverhalten macht sie spannend. Sie gilt als regulierend für das Immunsystem. Ihre Inhaltsstoffe sind leider wenig erforscht, bekannt sind Farbstoffe, Glycoside, verschiedene Spurenelemente und Bitterstoffe.

Anwendungstipps
Man kann sie gut zu Hause als Zimmerpflanze halten, aber Achtung: Sie nistet nach einer Weile in allen benachbarten Blumentöpfen.
Bei Erkrankungen und Kinderwunsch sollte man sich an einen Therapeuten wenden!



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