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Ausgabe Januar/Februar 2014
Mit Heilpflanzen durch das Jahr 2014. Olibanum - der Weihrauch

Beitragsreihe von Cornelia Titzmann, Heilpraktierin. Sie lehrt u. a. auch Phytotherapie an der Samuel-Hahnemann-Schule in Berlin

Im Februar machen wir nun einen Ausflug in den nahen Osten, wahlweise auch nach Indien oder Afrika. Denn überall dort wächst der Weihrauchbaum. Mehrere Boswellia-Arten (benannt nach dem Botaniker Boswell) verteilen sich über die Erde. Es sind harzreiche Bäume von ungefähr 6 m Höhe mit papierartiger Borke. Bei uns verbinden ihn viele mit dem Räuchern in der katholischen Kirche.
Schon seit Anbeginn der Aufzeichnungen finden wir die Nutzung des Harzes der Bäume zu Sakral- und Opferzwecken. Es wurde damit gesalbt, geräuchert, inhaliert und es wurde auch eingenommen.
An vielen Orten galt er als heilig und wurde auch als Zahlungsmittel gebraucht. Nicht viele Pflanzen teilen die Menschen so sehr in Liebhaber und Ablehner. Oft liegt es am Geruch: Man schätzt ihn über alles oder findet ihn abstoßend. Das Harz ist sehr bitter und enthält ätherisches Öl, Gummi und Boswellinsäure.
Therapeutisch erlebt er gerade wieder eine Renaissance bei rheumatischen Erkrankungen. Als Einreibemittel oder als homöopathische Anwendung wirkt er schmerzlindernd, entzündungshemmend und durchblutungsfördernd. Er zieht zusammen und erwärmt. Besonderes bei Ohrenschmerzen wurde er früher empfohlen. Im Mittelalter galt er als Heilmittel bei Geschlechtskrankheiten.
Jetzt mitten im dunklen Winter haben wir die Hochzeit der depressiven Verstimmungen. Früher galt der Weihrauch als hervorragendes Mittel zum Vertreiben „böser Geister“.Warum nicht einen modernen Versuch wagen! Statt Epilepsie, Tobsucht und Geisteskrankheit schreiben wir heute vielleicht Burn-out, Müdigkeitssyndrom oder Antriebsschwäche.
Ganz „körperlich“ hilft das Harz in therapeutischer Verdünnung eingenommen, gegen veraltete Katarrhe, Heiserkeit und gegen Abwehrschwäche bei Erkältungskrankheiten. Entsprechende Produkte für die innerliche Einnahme finden wir in Apotheken. Eine ähnliche Wirkung bei äußerlicher Anwendung haben Myrrhe und andere Balsame. Sie werden in Alkohol gelöst und zu Salben verarbeitet.

Anwendungsgstipp
Zum Selbermachen: 100g Indischen Weihrauch (Harz) aus der Apotheke oder Kühnes Kräuterhaus in ca. 500ml hochprozentigen Alkohol (mindestens 60%) auflösen, im Schraubglas 3Wochen stehenlassen, abseihen und auf ca. 40% Alkohol mit Leitungswasser oder destilliertem Wasser verdünnen. Damit schmerzende Gelenke, Rücken etc. einreiben – nicht direkt auf offene Wunden oder gereizte Haut.

Die Autorin Cornelia Titzmann ist Heilpraktikerin u. Lehrerin für Phytotherapie an der SHS-Berlin.
facebook contact: Naturheilpraxis Cornelia Titzmann


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