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Ausgabe Januar/Februar 2014
Mit Heilpflanzen durch das Jahr 2014. Der Tannenbaum. Lichtbringer, Christusgedanke und Weihnachtsgeschenk

Beitragsreihe von Cornelia Titzmann, Heilpraktierin.

Nun ist es schon Januar und wir besprechen den Weihnachtsbaum! Aber er steht ja traditionell bis zum 6. Januar, bringt Licht ins Dunkel und säubert die Luft.
Wir wollen die Koniferen betrachten. Nadelbäume, vor allem die echte Tanne (Abies), die Fichte (Picea) und die Kiefer (Pinus). Sie gehören alle zur selben Familie, den Pinaceen. Die Nadelbäume sind sehr alte Pflanzen.
Schon im Devon, vor ca. 300 Millionen Jahren, gab es Vertreter der „Zapfenträger“. Diese Frucht und Samenbildung ist für die Familie charakteristisch, sie sind sogenannte Nacktsamer. In den kühleren Regionen unserer Erde wäre ein Überleben der Menschen ohne diese Bäume undenkbar gewesen. Sie lieferten Brennholz, Schutz, Baumaterial, Nahrung und Medizin. Vielleicht bringen wir diesen Bäumen deshalb bis heute solch eine große Dankbarkeit entgegen.
Im Winter, wenn sich die Natur draußen zurückzieht, brauchen wir drinnen Licht, Wärme und einen Schutz gegen Erkältungskrankheiten und niedergedrückte Stimmung. Das liefern uns diese Bäume schon, wenn sie im Raum aufgestellt werden, eine Tradition, die es schon in vorchristlicher Zeit gab.
Mit dem Feiern des Weihnachtsfestes wurde die Lichtidee wieder aufgenommen. Im Jahr 1521 wurde im Straßburger Münster der 1.Weihnachtbaum aufgestellt und hielt danach Einzug in Häuser der Leute.
In der Heilkunde wurden und werden vorwiegend Extrakte aus den Nadeln verwendet : Als Tee, Tinktur oder Sirup innerlich und äußerlich. Zum Kräftigen der Atemwege, Schleimlösen und zur Abwehrsteigerung in der kalten Jahreszeit.
Bei Kindern wurde es als Rachitis-Prophylaxe eingesetzt, besonders als die Wohnungen im Winter noch dunkel und schlecht belüftet waren. Äußerlich kommen auch heute alkoholische Auszüge zum Einreiben gegen rheumatische Beschwerden zur Anwendung. Zum Beispiel im Franzbranntwein sind Extrakte der Nadelbäume enthalten. Dieser wird bei Muskelschmerzen, zum Verhindern von Wundliegen und bei Gelenksproblematiken empfohlen.
Als Badezusatz ist häufig ein Auszug aus Fichtennadeln zu finden. Er fördert die Hautdurchblutung, erwärmt und entspannt.
Die Bäume enthalten ätherische Öle, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Farbstoffe und Harze. Das Harz wird auch in Salben verarbeitet. Da dient es sowohl zur therapeutischen Unterstützung, als auch zur Konservierung der Salben und Cremes.
Diverse Produkte sind in Apotheken zu erwerben, die Nadelbaumanteile enthalten: Brustbalsame, Hustentropfen, Säfte und Hauttonika.

Anwendungstipps
Eine Idee zum Selbermachen: ca. 500g frische, hellgrüne Nadelspitzen (nur Kiefer, Tanne oder Fichte) sammeln, mit der selben Menge Zucker (Rohzucker oder Honig) bedecken. Mit wenig Wasser bei kleiner Flamme zugedeckt! ungefähr 1Stunde köcheln lassen. Bei Bedarf Wasser nachgießen, abseihen, im Marmeladenglas aufbewahren. Bei Husten und Erkältungssymptomen 3xtägl. einen Teelöffel einnehmen.



Die Autorin Cornelia Titzmann ist Heilpraktikerin, Lehrerin für Phytotherapie an der SHS-Berlin.


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