aktuelle Seite: ARCHIV   
Jahr:
2020 | 2019 | 2018 | 2017 | 2016 | 2015 | 2014 | 2013 | 2012 | 2011 | 2010 | 2009 | 2008 | 2007 | 2006 | 2005 | 2004 | 2003 | 2002 | 2001 |

Ausgabe Januar/Februar 2012
Konzentration auf den Atem

Für viele Menschen klingt Meditation immer noch nach konzentrierten, langwierigen, anstrengenden Übungssitzungen. Wie einfach es sein kann und worauf es in der Essenz ankommt, beschreibt Sharon Salzberg in ihrem neuen Buch. Wir haben einige Ideen zusammen

Meditation im Sitzen
Die klassische Grundübung für die Meditationspraxis besteht darin, sich auf die Empfindung des ein- und ausströmenden Atems zu konzentrieren. Jeder, der atmen kann, kann auch meditieren.

Die Übung besteht darin, die unweigerlich auftauchenden Gedanken und Gefühle einfach nur zu betrachten und sie loszulassen. Sie werden nicht verurteilt, sondern einfach wieder losgelassen, indem man die Aufmerksamkeit wieder auf den Atem richtet. Diese Fähigkeit, sich wieder zu konzentrieren, ist das entscheidende Element, zentrierter und gegenwärtiger zu werden. Ganz gleich, wohin die Aufmerksamkeit abschweift – nichts ist verdorben oder verloren, denn wir können immer wieder von vorne anfangen. Alle Meditierenden werden von Gedanken und Gefühlen abgelenkt, denn es ist unmöglich, nicht abgelenkt zu werden. Aber es ist auf jeden Fall möglich, immer wieder von vorne anzufangen. Dies ist kein Zeichen von Versagen – dies ist die Praxis. Die Fähigkeit loszulassen und von vorne anzufangen, ist die Frucht, die wir mit in unser tägliches Leben nehmen: Wir können immer wieder von vorne anfangen.


Meditation im Alltag
Überall, wo wir gerade atmen, können wir auch meditieren – egal, ob wir irgendwo am Schalter anstehen oder vor einer roten Ampel warten. Manche legen sich dazu eine Art Programm zurecht oder wählen bestimmte Auslöser, um diesen Augenblicken der Achtsamkeit einen festen Platz in ihrem Tagesablauf zu verschaffen: Sie atmen dreimal aufmerksam durch, bevor sie eine E-mail beantworten oder sie lassen das Telefon dreimal klingeln, bevor sie abnehmen und nehmen in dieser kurzen Zeit einen achtsamen Atemzug, der sie zu sich selbst zurückbringt. In solchen Augenblicken verstohlener Meditation können wir die innere Ruhe auffrischen, die wir uns in längern Übungssitzungen schaffen.


Meditation im Gehen
Meditation im Gehen ist ein Beispiel dafür, wie man die Achtsamkeit in die Aktivitäten des Alltags einbringen kann. Die Essenz jeder Bewegungsmeditation besteht darin, Achtsamkeit in eine Handlung einzubringen, die man normalerweise eher mechanisch ausführt. Hierbei geht es darum, die Aufmerksamkeit auf den Körper und damit auf die Erfahrung der Bewegung zu richten. Geübt wird mit offenen Augen und mit der Konzentration auf die Sinne: Was höre ich in diesem Moment, während mein Blick die Umgebung erfasst und wie empfinde ich meine Bewegung? Während die Meditation im Sitzen die Konzentration auf den Atem lenkt und die Gedanken und Gefühle loslässt, werden bei Bewegungsmeditationen die Gefühle mit einbezogen.

Lesetipp:
Sharon Salzberg: Entdecke die Kraft der Meditation, mit Praxis-CD, Lotos, München, 2011, 208 Seiten, 17,99 Euro


Weitere Informationen werden im Archiv nicht angezeigt.