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Ausgabe März/April 2011
Wer lebendig ist, erlebt den Wandel. Frank Fiess über Verbundenheit, Spiritualität und Engagement

Gemeinsam mit Michaele Kuhn leitet Frank Fiess seit zwanzig Jahren das Institut für Lebenskunst in Berlin. Ihre Seminare integrieren tantrisches Wissen, östliche spirituelle und westlich psychologische Ansätze sowie sexualwissenschaftliche Aspekte. Wir sp

Was meinst du, bedeutet innere Veränderung, innerer Wandel? Was könnte konkret gemeint sein?

Die Grundlage aller Veränderung, ihre Basis, ist tiefe Selbstliebe.
Wir leben wir in einer neurotischen Gesellschaft. Die Menschen, egal wie perfekt ihre Fassade nach außen hin scheinen mag, sind immer an irgendeiner Stelle in ihrem Wesenskontakt eingeschränkt. Das äußert sich in Selbstzweifeln, Minderwertigkeit oder auch in Größenwahn und Arroganz. In unseren Seminaren bieten wir darum einen Raum, wo sie in tiefer Liebe zu ihrem Wesen die Einheit von Körper, Gefühlen, Gedanken und Seele wieder erfahren können. Wenn dieser Wesenskontakt dann stabil da ist, geht es im nächsten Schritt darum, die Ereignisse der Erde tiefer zu verstehen. Mit den 7 kosmischen Gesetzen haben wir eine spirituelle Landkarte, mit der man nicht nur registrieren kann, was die Augen sehen, sondern verstehen, wie sich Ereignisse auf der Erde nach tieferen Gesetzmäßigkeiten vollziehen.


Welche Rolle spielt dabei die Sexualität?

Sexualität ist in ihrem Kern zutiefst spirituell. In alten Kulturen war Sexualität immer Frequenz, also eine Möglichkeit, in Liebe zu sein mit sich und einem Geliebten. Wenn Jemand sich als spirituelles Wesen erfährt, kann er eine Vereinigung mit dem größeren Ganzen erreichen. Sexualität erlaubt höhere Frequenzen, um sich auszudehnen, sexuelle Praktiken sind allerdings nur ein Aspekt, es geht vielmehr um ein Erleben, das weit über unseren Körper hinausgeht. Für bewusste Menschen kann Sexualität, gerade da sie eine elementare Lebenskraft ist, eine Tür sein zu neuen Räumen von Weite, Glückseligkeit und letztendlich kosmischer Dimension. Und das suchen die meisten Menschen in der Sexualität, sie haben es nur nicht gelernt zu finden. Sie suchen einen Weg zur Überwindung des Getrenntseins und der Vereinigung in Liebe
Läuft das bei Männern und Frauen unterschiedlich?
Seit dem Beginn des patriarchalischen Systems vor mehreren Jahrtausenden haben Männer ihr zweites Chakra (Swadisthana) verschlossen und aufgehört zu fühlen. Dies hatte zahlreiche zerstörerische Handlungen gegen die Erde und gegen die Schöpfung zur Folge und führte unter anderem zu vielen Kriegen. Bei den Frauen war hingegen das fünfte Chakra (Hals- bzw. Visshudi-Chakra) betroffen und sie verstummten in Folge. Wenn wir nun die weibliche Säule, also die Frau, und die männliche Säule, den Mann, wieder stärken, dann sind ganz andere Beziehungen möglich. Dafür müssen die Säulen eigenständig sein. Männer können wieder lernen zu fühlen. Das ist entscheidend für ihre Ganzheit. Sie stehen zu ihren Gefühlen und lernen zu lieben, ohne dabei ihre Kraft zu verlieren. Und für Frauen ist es entscheidend, ihre Stimme wieder zu erheben und ihre weibliche Kraft zum Wohle des Ganzen auszudrücken.


Spirituelle Erkenntnis und praktische Politik: Passt das zusammen?

Ja. Wir erleben gerade eine spannende Zeit. Spirituelle Entwicklung wird mit zivilgesellschaftlichem Engagement verbunden. Das sind die beiden Beine, auf denen der Mensch steht. Wir sind als Menschen spirituelle und auch handelnde Wesen. Wir stehen dann ein für die Natur, die Erde, die Pflanzen und Tiere. Wer regelmäßig meditiert, hat auch die Kraft, Bündnisse zu schließen, sich zu vernetzen, und damit den Wandlungsprozess auf der Erde wirkungsvoll zu unterstützen.Immer mehr Menschen setzen sich ein für eine weltweite Energiewende hin zu erneuerbaren Energien und Energieformen. Gerade durch die erschütternden Ereignisse in Japan erhält dies eine hochaktuelle Brisanz. Die spirituelle und zivilgesellschaftliche Bewegung sind im Kern Bewegungen der Liebe, des respektvollen Umgangs mit der Schöpfung und der Einheit, im Sinne von Verbundenheit mit sich und dem großen Geist und mit der ganzen Erde. Darum geht es: Um die Liebe zu sich und die Liebe zur Erde.



Die 7 kosmischen Gesetze

1. Prinzip des Geistes
Alles ist Geist. Die Quelle des Lebens ist unendlicher Schöpfergeist.

2. Prinzip von Ursache und Wirkung (Karma)
Jede Ursache hat eine Wirkung – Jede Wirkung hat eine Ursache.

3. Prinzip der Entsprechungen
Wie oben - so unten, wie innen - so außen, wie im Großen - so im Kleinen.

4. Prinzip der Resonanz
Gleiches zieht Gleiches an und wird durch Gleiches verstärkt. Ungleiches stößt einander ab.

5. Das Prinzip der Schwingung
Alle Formen schwingen auf einer bestimmten Schwingungsfrequenz. Durch die Veränderung der Schwingung können wir Formen, Gedanken und Gefühle verändern.

6. Prinzip des Rhythmus
Alles fließt hinein und wieder hinaus. Alles besitzt seine Gezeiten. Alles steigt und fällt.

7. Prinzip der Polarität und der Geschlechtlichkeit
Alles besitzt Pole. Alles besitzt ein Paar von Gegensätzen. Alles besitzt männliche und weibliche Elemente. Alles ist männlich und weiblich zugleich.


Buchtipp:
Frank Fiess, Du bist der Mann deines Lebens!
Bewusstes Mannsein als Kraftquelle im Alltag.
Verlag Simon und Leutner
www.slverlag.de


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