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Ausgabe September/Oktober 2010
Intuition Andreas Krüger

Eine Gabe, die Schulung braucht
Ein Arzt verlässt sich auf seinen Verstand und sein Wissen, ein Heiler braucht Intuition.
Haidrun Schäfer im Gespräch mit Andreas Krüger über das Geschenk, aber auch über die Gefahr von Missbrauch der Intuition.

Haidrun Schäfer: Ein Heiler braucht Intuition - das ist sicher auch Ihre Meinung?

Andreas Krüger: Intuition ist eines der größten Geschenke der Schöpfung. Intuition ist eine Gnade und ich glaube, dass jeder Heiler Intuition haben muss, um heilen zu können - d.h. auf eine unintellektuelle und fühlige Art und Weise wahrnehmen zu können.


Fühlen und wahrnehmen - da besteht doch die Gefahr von zuviel Ego...

Intuition verlangt wie alle große Fähigkeiten Schulung. Ich halte nichts von dem reinen Bauchgefühl, ohne intuitiv geschult zu sein. An unserer Schule lehren wir immer wieder über Rückkopplung, ob die eigene Intuition auch mit der Wahrnehmung des Gegenübers übereinstimmt oder ob man das eigene Ego als Intuition verkauft.

Wenn ein Leibtherapeut neben seinem Klienten sitzt und mit einmal den Ruf hört: "Kneif mir ins rechte Ohr.", dann kann er nicht einfach ins rechte Ohr kneifen, sondern muss nachfragen, ob der Klient damit einverstanden ist. Der kann entweder diesen Impuls ablehnen oder er kann sagen: "Ich liege hier schon seit 10 Minuten und es gibt nichts anderes in mir als den Ruf ‚Kneif mir ins rechte Ohr'." Und wenn ich das über Jahre im Feedback immer wieder erübe mit dem, für den ich das tue, dann gibt es so etwas wie eine Sicherheit im Gebrauch meiner Intuition.


Ich habe in einigen Seminaren negative Erfahrungen mit der sogenannten Intuition der Seminarleiter gemacht.

Ich behaupte sogar, dass es in der eso-medizinischen Szene genauso viel Gewalt gibt wie in der Schulmedizin. Die Gewalt ist anders, aber nicht weniger gefährlich. Es gibt so viele Therapeuten, die angeblich aus Intuition gewalttätig sind. Sätze wie "Meine Wahrnehmung sagt mir total, dass dein Herz nicht offen ist und deswegen hast du überhaupt keinen Kontakt zu deiner Liebe und deswegen kann dein Krebs wachsen." Oder "Dieser graue Schleier auf halb drei, da könnte ein Hirntumor hinter stecken." Oder "Dieser Schatten, den Sie immer in Ihren Träumen sehen, da ist wohl Missbrauch in Ihrem Feld." Oder "Der Jupiter im 19. Haus mit der Disharmonie zur Venus ist ein eindeutiges Zeichen, dass Sie Nonne werden." Ich liebe die Astrologie, aber ich habe auch negative Erfahrungen damit gemacht, als ich vor vielen Jahren einen Astrologen fragte, was wohl der Held von einem Doppel-Krebs ist. Dieser Astrologe meinte, dass Doppel-Krebse keine Helden haben. Deren Held sei Maria und sonst niemand. Ich wollte aber auch einen richtigen Helden und da hat mich Herr Dahlke gerettet, der sagte, dass der Held des Doppel-Krebses Achilles ist. Achilles war schon immer mein Lieblingsheld und damit war ich gerettet. Natürlich bin ich selber schuld, mich von einem Astrologen einschüchtern zu lassen, aber egal: Es ist Gewalt.


Bei Familienaufstellungen geht es doch auch immer um Gefühle und intuitive Wahrnehmungen.

Auch in der Aufstellerszene geht es im Namen der Intuition gewalttätig zu. Intuition kann gewalttätig sein und sie ist deswegen so gefährlich, weil sie unter dem Deckmäntelchen der Esoterik daherkommt. Ich habe einen Aufsteller erlebt, der zu seinem Klienten sagte: "Ich fühle, dass du dich vor deinem Vater verbeugen musst, der dich sechs Jahre vergewaltigt hat. Das fühle ich ganz stark!" Der Klient aber sagte: "Nee, erschießen, aber nicht verbeugen." Natürlich weiß ich, dass Heilung nur über Vergebung stattfindet - aber das kann ja ein paar Jahre dauern. Erst muss mal eine Weile erschossen werden. Und wenn dieser Therapeut - und das habe ich erlebt - zum Klienten sagt: "Na, dann stirb.", dann ist das für mich ein kriminelles Delikt.


Sie sind auch Leiter der Samuel-Hahnemann-Schule. Was tun Sie, um fähige Therapeuten auszubilden?

Wir haben drei tragende Säulen an unserer Schule:

1. Das Schulen der Intuition.

2. Die Arbeit am eigenen Prozess und am eigenen Schatten - nicht umsonst sagt Vayvamos: "Man erkennt den Erleuchteten nur an einem einzigen Fakt: Er wirft keinen Schatten mehr." Und ich ergänze: Weil er keinen mehr hat. Macht, Dogmatismus, Faschismus, Rassismus - das sind alles Themen, die aus dem Schatten des Menschen kommen. Wenn ich einen sehr starken Machtschatten habe, benutze ich Intuition als Machtmittel. Wenn ich halbwegs erleuchtet bin, muss ich keine Macht ausüben, sondern biete dem Patienten etwas an und frage ihn immer, ob er etwas damit anfangen kann.

3. Das Abtesten und Befragen der eigenen Wahrheitswirklichkeit des Klienten.
Mit diesen drei Säulen bin ich informationstechnisch auf der optimalen Seite und auch demokratisch und freiheitstechnisch auf einer guten Seite. Die Wahrheit des intuitiven Therapeuten ist immer nur der Wahrheit des Patienten dienlich.

Vielen Dank für das Gespräch - und Grüße an Maria und Achilles.

Prüf- und Testverfahren in der Naturheilkunde
Beinlängentest - bei Stellen einer Frage (Ja-Nein-Fragen) einer ganzen Körperhälfte, sichtbar am deutlichsten an der Veränderung Beinlänge eines Beines. Hierbei reagieren nicht nur die Muskeln, sondern alle Körperzellen. Der Klient kann am eigenen Körper befragt werden.

Einhandruten - Ergebnis wird durch senkrechte, waagerechte oder kreisförmige Bewegungen angezeigt.

Pendeln - Ergebnis wird durch senkrechte, waagrechte oder kreisförmige Bewegung angezeigt.
Kineosologie - Muskelspannungstest; durch Drücken des Armes wird die Muskelspannung gemessen (stark = ja / schwach = nein), welches das Ergebnis darstellt.

Trommel - Mögliche Ergebnisse werden auf Zetteln festgehalten und auf die Trommel gelegt. Es wird so lange getrommelt, bis nur noch ein Zettel auf der Trommel liegt, welcher das Ergebnis darstellt.

Pulstestung - während der Fragen wird der Puls des Klienten gemessen. Unterscheidungen hier:starker Puls (ja), schwacher Puls (nein).

Thymustest - Mögliche Ergebnisse werden auf Zetteln festgehalten und einzeln auf den Thymus gelegt. Es werden Parameter des Wohlbefindens mit dem Klienten gesucht, z.B. warm, kalt, weit... etc. Der Klient schaut, bei welchem Zettel er genau dieses Gefühl hat.


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