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Ausgabe März/April 2010
Existenzanalyse
Viktor E. Frankl: „Sinn muss gefunden, - kann nicht erzeugt werden.“


Viktor E. Frankl, 1905 – 1997, Wiener Psychologe, Neurologe und Psychater, war der Begründer der „Existenzanalyse“. Er erhielt zahlreiche Ehrungen und insgesamt 27 Ehrendoktorate. Sein Buch über seine Erfahrungen in einem deutschen Konzentrationslager, „…

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Hier betreute er als Oberarzt jährlich bis zu 3000 selbstmordgefährdete Frauen. Einige seiner Gutachten aus dieser Zeit sollten Patienten davor bewahren, dem nationalsozialistischen Euthanasieprogramm zum Opfer zu fallen. Als Juden wurden er, seine Frau und seine Eltern am 25.9.1942 ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Sein Vater starb dort 1943, seine Mutter wurde in der Gaskammer von Auschwitz ermordet, seine Frau starb im KZ Bergen-Belsen. Frankl wurde am 19.10.1944 von Theresienstadt nach Auschwitz gebracht und einige Tage später in das KZ-Kommando Kaufering VI (Türkheim), ein Außenlager des KZ Dachau, transportiert. Am 27.4.1945 wurde er in Türkheim von der US-Armee befreit. Schon kurz nach Ende des Krieges vertrat er die Ansicht, dass vor allem Versöhnung einen sinnvollen Ausweg aus den Katastrophen des Weltkrieges und des Holocaust weisen könne. 1946 wurde er zum Vorstand der Wiener Neurologischen Poliklinik berufen und war dies bis 1971. Er war bis ins höchste Alter ein begeisterter Bergsteiger und Alpinist. Mit 67 Jahren machte er noch seinen Pilotenschein. Er ist auf dem Wiener Zentralfriedhof in der alten israelitischen Abteilung bei Tor 1 begraben.

Viktor E. Frankl, ...trotzdem Ja zum Leben sagen, Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager, 1946, 192 S., Hardcover, Kösel Verlag, 2009; ders., Der Mensch auf der Suche nach Sinn, Ernst Klett Verlag, Stuttgart, 1972, ISBN 3-451-01930-2


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