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Ausgabe November/Dezember 2009
Bilsenkraut

Ein Nachtschattengewächs auf dem Weg ins Licht - vorgestellt von Natascha von Ganski

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Mit Hilfe des Bilsenkrautes fand der griechische Held Herakles aus dem finsteren Hades heraus. Eine andere Variante des Mythos berichtet, der Geifer des Höllenhundes Cerberos habe das Bilsenkraut sprießen lassen. Die heilige Pflanze des Sonnengottes Apollon, versetzten Antike Seher in Ekstase und germanische Seherinnen in heilige Trance, indem sie den Rauch der Blätter und Samen inhalierten. Das germanische Wort “Bil” bedeutet “Vision” oder “Wunderkraft”. Bei den Kelten war dieses Nachtschattengewächs dem Sonnengott Belenos geweiht.

Als eine der wichtigsten Heilpflanze der Antike, nutzten Griechen und Ägypter Bilsenkrautsalbe äußerlich bei schlecht heilenden Wunden und Geschwüren. Hildegard von Bingen empfahl Stirnpflaster aus Bilsenkrautblätter als Gegenmittel bei alkoholischen Rauschzuständen. Die Germanen versetzen das Bier gerne mit rauschbringenden Zusätzen. So hat das Pils seinen Namen dem Bilsenkraut zu verdanken.
Moderne Hexen können heute in Apotheken Bilsenkrautpflaster käuflich erwerben, wenn sie unter Reiseübelkeit und Flugangst leiden.

In der anthroposophischen Heilkunde wird das Bilsenkraut bei übermäßigen Erregungszuständen die mit Angst verbunden sind, angewandt. So beispielsweise auch in Nepal. Hier werden die Blätter bei Asthma geraucht. Die spagyrische Bilsenkrautessenz kann bei krampfartigen Menstruationsbeschwerden Erleichterung verschaffen.



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