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Ausgabe September/Oktober 2006
Ayurveda – die Vision einer neuen Medizin

Dr. Naik schreibt über die Notwendigkeit eines umfassenderen ganzheitlichen, naturheilkundlichen Systems in der westlichen Heiltradition.

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Mitte November findet ein Ayurveda-Symposium in der indischen Botschaft in Kooperation mit der Gujarat Ayurved Universität in Berlin statt, zu dem man sich bis Ende Oktober anmelden muss.



Gesundheit ist kein Zustand, Gesundheit ist ein Prozess. Jeden Augenblick erwerben wir sie neu. Die letzten Jahre haben deutlich die Grenzen der modernen Medizin vor Augen geführt. Gesundheit und Krankheit sind mehr, als sich in naturwissenschaftlichen Begriffen beschreiben lässt. Die “sanfte” Medizin des Naturheilverfahrens Ayurveda versteht den Menschen als Einheit von Körper, Seele und Geist und nicht als Summe seiner Krankheiten. Der Innovationsdruck bei neuen Therapien und Diagnostika ist hoch: Von den 30.000 heute bekannten Erkrankungen können erst 10.000 adäquat behandelt werden. Diese Situation kann nur verbessert werden, wenn Krankheiten kausal behandelt werden, d.h. die Therapie muss eine Möglichkeit finden, bereits bei der Ursache der Erkrankung anzusetzen. Vorbeugung muss vor Heilung gesetzt werden. Den ganzheitlichen Naturheilverfahren westlicher Prägung fehlt der philosophische Überbau eines größeren und umfassenderen ganzheitlichen, naturheilkundlichen Systems mit einer langen Heiltradition.



Ayurveda

Ayurveda ist die älteste Heilkunde der Menschheit. Ayu (das Leben) wird als Zusammenwirken von Körper, Seele, Geist und Sinnen definiert. In der Ayurveda wurde jedem von diesen Begriffen entsprechende Bedeutung in der Erhaltung der Gesundheit und der Heilung von Krankheiten zuerkannt. Ayurveda hat der Rolle des Geistes und der Sinne in der Entstehung von Erkrankungen eine besondere Bedeutung gegeben. Ayurveda betrachtet Atma (die Seele) als integralen Bestandteil jedes lebenden Wesens. Während in dem Ursprungsland Indien, aber auch in den USA und Niederlanden umfangreiche Forschungsergebnisse vorliegen, gibt es in Deutschland bisher wenig abgeschlossene Arbeiten. Das hat vor allem darin seine Ursache, dass hier diese medizinische Richtung erst seit wenigen Jahren praktiziert wird. An der Universität Freiburg haben aber bereits Forscher bestätigt, dass durch eine ayurvedische Kur z.B. der Cholesterinwert um durchschnittlich 13 % sinkt, was bei Herz-Kreislauf-Patienten das Herzinfarktrisiko wesentlich senkt.



Ayurveda-Symposium

In Rahmen des Ayurveda-Symposiums wird Ayurveda als ganzheitliche Medizin vorgestellt und verschiedene Experten werden sich dazu in Fachbeiträgen mit Ayurveda-Medizin sowie der Notwendigkeit von Forschung und Entwicklung sowie qualifizierter Ausbildung der Ärzte auseinander setzen. U.a. sind die folgende Fachbeiträge geplant:

- Ayurveda als Ganzheitsmedizin und Vorstellung der Deutschen Akademie für Ayurveda Medizin mit kurzem Filmbeitrag

- “Möglichkeit der Integration der Ayurveda-Medizin in die europäische Medizin” von Prof. Dr. Horst Pzurntek, Neurologische Klinik der Ruhr-Universität, Bochum

- “Methodik der ganzheitlichen Wirkungsweise der ayurvedischen Pharmakologie” von Prof. Dr. H.P.T. Amon, Universität Tübingen

- “Standardisierte und qualifizierte Ausbildung in der Ayurveda-Medizin” von Dr. Ernst Schrot, Deutsche Gesellschaft der Ayurveda




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