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Ausgabe Mai/Juni 2006
Oshos besonderer Mix

Maneesha ist bekannt als die ‚okey-Maneesha’ aus den Diskursen von Osho. Jetzt kommt sie nach Berlin. Alvina Gohl traf sie zu einem Gespräch.

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Alvina: Maneesha, du kommst zum ersten Mal nach Berlin und bietest eine Gruppe an. Bitte erzähle uns etwas über dich.
Maneesha: Ich hatte großes Glück, Osho 1974 zu begegnen. Ich wurde dann sehr schnell die Haupt-Herausgeberin seiner Diskurse und war auch sein Energie-Medium. Oft war ich auch sein Versuchskaninchen, wenn er uns an alte Meditationstechniken heranführte oder seine neuen Methoden mit uns ausprobierte. Ein paar Bücher habe ich auch geschrieben, die Osho die “historische Dokumentation” der Entwicklung seiner Arbeit bezeichnete. Das Schicksal hat es sehr gut mit mir gemeint, dass ich immer in unmittelbarer Nähe Oshos gelebt habe, in Indien, in Rajneeshpurma/USA, dann auf seiner Weltreise 1985/86 und wieder in Pune/Indien.

Wie war es, so nah bei Osho zu sein?
In einem Wort: ehrfurchteinflößend. Wer mehr wissen möchte: Ich habe viel darüber in meinen Büchern geschrieben.

Bist du erleuchtet? Was ist Erleuchtung?
Ich habe Osho mal die Frage gestellt: Wie kommt es, dass ich ziemlich sicher bin, dass du die Wahrheit sagst, obwohl ich nicht erleuchtet bin? Ich erinnere mich, dass er sagte: “Maneesha, wer sagt, dass du nicht erleuchtet bist?” Dann sagte er noch ein paar andere Sachen, die ich vergessen habe. Aber am Ende meinte er: “Also sag nie wieder, dass du nicht erleuchtet bist, okey Maneesha?” Ich konnte ja nicht anders als lachend zu antworten: “Okey Osho”.

Das Meditations-Ressort in Pune ist sozusagen das Mutterschiff von Oshos Bewegung. Was passiert dort zur Zeit?
Wie Osho vorausgesagt hat, kommen - seit er 1991 seinen Körper verlassen hat - mehr Leute als je zuvor in das Ressort in Pune und nehmen Sannyas. Es ist wirklich magisch - magisch, dass nicht nur viele sich zum Ressort hingezogen fühlen, um zu meditieren, sondern dass viele auch eine tiefe Verbindung zu Osho fühlen als ihren Meister – in all diesen jetzt schon 15 Jahren! Das Ressort ist immer noch einzigartig als ein Platz, wo du sowohl Therapie- als auch Meditationsgruppen machen kannst, wo Menschen aus wirklich jeder Ecke dieser Welt zusammenkommen und sich jenseits von nationalen Unterschieden einfach als Individuen begegnen, die interessiert daran sind, bewusster zu werden, mehr verantwortlich für sich und ihre Welt.

Was ist der besondere Mix bei Osho?
Sein Zusammenbringen von den Elementen: seinen Körper zu lieben, zu genießen und zu respektieren; das Leben zu feiern und Nicht-Ernsthaftigkeit machen seine Vision von Meditation zu einem Weg, so vollständig, bodenständig und gesund zu leben!

Hier in Berlin gibt es viele Satsanglehrer. Das kann ganz schön verwirrend sein. Brauchen wir überhaupt einen Meister oder eine Meisterin, um uns spirituell weiterzuentwickeln? Und wie erkennt man einen wirklichen Meister?
Manchmal ist es möglich, erleuchtet zu werden ohne Meister. Bei Osho war es so. Auf der anderen Seite: Nehmen wir an, du willst bergsteigen. Klar, du kannst alleine losgehen, ohne jemanden zu fragen, wie es geht. Aber vielleicht magst du Ausschau halten nach jemandem, der Berge bestiegen hat. Dann kann dieser oder diese vorschlagen, welche Kleidung, Essen und Ausrüstung du besser mitnimmst und was du lieber nicht mitnimmst. Welche Wetterverhältnisse die besten sind fürs klettern, welchen Hindernissen du begegnen kannst unterwegs usw. Und der Beweis für Authentizität? Wenn seine oder ihre Führung dir hilft, höher zu klettern und mehr Wachsamkeit, Klarheit, Liebe und Verständnis zu entwickeln.

Es ist gar kein so leichter Balance-Akt, solide Ego-Strukturen zu verlassen, sich seinem inneren Tumult zu stellen, in die Stille zu gehen, die uns eher weich und verletzlich macht und uns dann in dieser schillernden, lauten und oft eher harten Großstadt zu bewegen. Wie schützt man sich?
Osho hat mal gesagt, dass normalerweise, wenn du meditierst, du automatisch ein schützendes Energiefeld um dich herum entwickelst. Manchmal ist das aber nicht so, dafür hat er uns eine Technik gegeben, die nenne ich “schützende Aura”, eine Möglichkeit, eine energetische Aura oder ein Schild um dich zu kreieren, so dass negative Energien dir nichts anhaben können. Und es funktioniert.

Viele von uns standen irgendwann mal vor der Entscheidung, sich einen guten Platz in dieser Gesellschaft zu erarbeiten oder die Energie in die Meditation und Selbsterfahrung zu stecken. Jetzt stehen wir da, ohne Karriere und oft mit wenig Geld, aber die ultimative Glückseligkeit hat sich auch nicht gerade eingestellt. Was nun?
Die Idee, das dass wir irgendein bestimmtes Ziel noch nicht erreicht haben, kann uns die Sicht verbauen dafür, dass das Leben gerade jetzt tatsächlich sehr schön ist. Einfach jeden Moment so voll und bewusst und schön zu leben, wie ich nur kann, dahin geht für mich in diesen Tagen mein ganzes Interesse.

Was ist Meditation? Was bietest du in deiner Gruppe an?
Meditation ist ein natürlicher Zustand von Stille, innerer Harmonie, Zentriertheit und Wachsamkeit. Die vielen verschiedenen Techniken bieten eine Auswahl von Möglichkeiten für einen Zugang zu diesem Raum und diesen Qualitäten. In meinen Wochenendgruppen und Meditationstrainings können die Teilnehmer viele verschiedene Methoden lernen und werden mit Sicherheit mehr als eine finden, die sie für sich als passend empfinden und mit der sie weiter experimentieren wollen. Ich halte die Atmosphäre in meinen Gruppen gerne leicht, d.h. es gibt viel tanzen während der Gruppe, was immer gut ist, uns aufzuheitern, und uns hindert, uns zu ernst zu nehmen und spirituelle Egos zu entwickeln… was die schlimmsten aller Egos sind. Es gibt immer einen Ausgleich zwischen Erfahrungen und Reden. Es ist auch wichtig, dass Leute Fragen stellen und über ihre Erfahrungen reden können. So, alle diese Elemente – erfahrbares und theoretisches Lernen von Meditation, eine Auswahl von Techniken, tanzen und Zeit für Sharings – werden Teil der Gruppe sein, die ich hier in Berlin im September anbiete.

Du bietest im Juni einen offenen Abend an. Was gibt es an diesem Abend?
An diesem Abend habt ihr die Möglichkeit, eine neue Technik auszuprobieren, eine Spaß-Technik: HaraStop. Außerdem könnt ihr mich einfach treffen und sehen, ob es eine gute Idee sein könnte, in meine Gruppe zu kommen. Und ich freue mich natürlich darauf, eure Fragen zu beantworten.

Vielen Dank, Maneesha, wir freuen uns auf deinen Besuch.

Bücher von Maneesha: Bhagwan: The Buddha for the Future; Bhagwan: Twelve Days that Shook the world; Bhagwan: One man against the whole ugly past of Humanity


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