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Ausgabe Mai/Juni 2006
Wohltuende Gesundheitsvorsorge - Koreanische Jade-Thermal-Massage-Liegen

In Korea gibt es in fast jedem zweiten Haushalt eine Jade-Massageliege. Die Koreanerin Song-Soon Keding hat in Lichterfelde-Ost im Frühjahr ihr Jade-Haus eröffnet. Haidrun Schäfer war da.

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Im Jadehaus stehen 21 Liegen in den großzügigen Räumlichkeiten bereit. Jedem, der zum ersten Mal kommt, erklärt Song-Soon Keding an einer Beispielliege, wie sie aufgebaut ist. Diese Liegen kombinieren Thermalmassage, Chiropraktik, Fußreflexzonentherapie, Akupressur, Aromatherapie sowie Ionisierung in nur einer Anwendung.

Haidrun Schäfer: Was hat diese Liege alles zu bieten?
Song-Soon: Die Liege besteht aus vier Teilen: dem Gestell, einem Rückenteil mit fahrbaren Jadekugeln, dem Kopfteil mit Haube und einem Fußteil. In dem Rückenteil sind fahrbare Jadekugeln eingebaut, die während der Behandlung rechts und links der Wirbelsäule entlanglaufen und die Muskulatur massieren. Zusätzlich erwärmen sich die Kugeln durch Infrarotstrahlen auf ca. 50-65 Grad, je nach Bedarf. Die Wärme hilft, die Muskulatur zu lockern, was von vielen als sehr wohltuend empfunden wird. Die ersten Male kann es an der einen oder anderen Stelle zu Druckgefühlen kommen, die leicht wehtun. An dem Fußteil sind auch Jadekugeln angebracht, die während der Behandlung mit Infrarotstrahlen die Fußreflexzonen stimulieren. Außerdem gibt es noch zwei weitere Infrarotwärmer, die für die inneren Organe zuständig sind. Einer wird auf den Bauchnabel gelegt und regt mit zwei Infrarot- und vier Heliumsensoren die Durchblutung an. Der zweite wird nach Bedarf platziert. In dem Kopfteil ist ein Luftbefeuchter mit unterschiedlichen Aromen bestückt.

Was erwartet mich bei der Massage?
Im ersten Teil der Massage fahren die Kugeln drei oder vier mal kontinuierlich den Rücken hoch und runter. Vor allem hier kommt der chiropraktische Teil zum Einsatz, denn die Wirbelsäule wird gedehnt. Das tut besonders im Bereich der Lenden- und Kreuzwirbelsäule gut. Viele Menschen haben im oberen Steißbeinbereich Schwachstellen. Da wir so viel sitzen, ist dieser Bereich großem Druck ausgesetzt – er muss viel Last tragen und deswegen haben viele Menschen an diesen Stellen Schmerzen. Normalerweise wird die Dehnung als sehr angenehm empfunden. Trotzdem darf man keine Wunder erwarten, wenn jahrelange Belastungen vorliegen.
Diese Phase dient der Vorbereitung, Erwärmung und Lockerung. Danach bleibt die Liege jeweils für eine Minute an 21 verschiedenen Positionen stehen. Hier haben wir den Akupressuranteil: Man liegt auf den Steinen und durch das eigene Körpergewicht werden die jeweiligen Punkte stimuliert. Während beider Phasen werden Infrarot- und Heliumstrahlen an den Körper abgegeben. Während der ganzen Zeit liegen die Füße an einem Fußsohlenheizer, an dem auch Jadekugeln angebracht sind. Dadurch werden über die Fußreflexzonen alle Organe stimuliert.

Wie funktioniert die Aromatherapie und welche Aromen gibt es?
In dem Kopfteil werden Aromaöle durch den Luftbefeuchter abgegeben. Für die Ionisierung sorgt ein Impulsgenerator, der die Umgebungsluft von Schadstoffen befreit. Es gibt fünf verschiedene Aromen, wovon man sich eins aussuchen kann: Ingwer, Eukalyptus, Melisse, Lavendel und Fichtennadeln. Ingwer stimuliert den Körper und erzeugt vermehrt bioelektrische Energie. Eukalyptus wirkt anregend und erfrischend auf das Nervensystem und hilft bei Erschöpfung und Antriebslosigkeit, fördert das logische Denken und steigert die Konzentrationsfähigkeit. Melisse hat antivirale, entzündungshemmende, schlaffördernde und beruhigende Eigenschaften. Lavendel beruhigt und schafft Klarheit. Fichtennadel wirkt blutreinigend und entschlackend.

Was hat diese Massage für Auswirkungen auf den Körper?
Durch die Kombination der verschiedenen Therapiemethoden sind die Auswirkungen sehr komplex. Generell regenerieren sich verbrauchte Zellen, Immunzellen werden aktiviert und der Stoffwechsel wird verbessert. Der Körper erfährt eine Tiefenentspannung, der harmonische Energiefluss stellt sich ein und Erschöpfung verringert sich. Neben der Therapie von Rückenbeschwerden wie Verspannungen, Hexenschuss und Bandscheibenschäden hat sich der Dwzone-Master auch bei vielen anderen gesundheitlichen Beschwerden bewährt. Kunden berichteten von einer Besserung bei Asthma, Tennisarm, Hautkrankheiten und Blasenbeschwerden nach einer regelmäßigen Behandlung.

Probeliegen
Nach unserem Gespräch wähle ich eine Liege mit Ingwer-Aroma. Nachdem ich von Song-Soon gebettet und zugedeckt worden bin, beginnt die Massage am unteren Rücken. Langsam fahren die Kugeln nach oben über Schultern, Hals bis hin zur Mitte des Kopfes, was ich als sehr angenehm empfinde. Wieder zurück spüre ich die Wärme, die die Kugeln ausstrahlen und spaziere in Gedanken mit über meine sich dehnenden Rückenmuskeln. Die Rollen machen nicht schon am unteren Rücken Halt, sondern wandern über das Steißbein heraus bis über den Po – auch diese Stelle kommt selten in den Genuss einer Massage. Die 18 Minuten des ersten Teils vergehen wie im Flug. Jetzt bleiben die Rollen an bestimmten Punkten für eine Minute stehen. Die strahlende Wärme tut sehr gut und ich habe das Gefühl, mein Rücken weitet sich dankbar aus. Im unteren Bereich ist es an zwei Stellen etwas schmerzhaft – das hat Song-Soon ja am Anfang erklärt, dass das eine Problemzone ist. Sogar Blasenentzündungen können mit der Abnutzung in diesem Bereich in Zusammenhang stehen. Die Haltepunkte am Po sind wiederum sehr wohltuend. Die Luft unter der Haube ist erfrischend mit einem Hauch von Ingwer, der nicht aufdringlich wirkt. Alles in allem eine sehr entspannende und wohltuende Gesundheitsvorsorge, bei der das Preis-Leistungs-Verhältnis nichts zu wünschen übrig lässt. Anschließend kann man das Angebot einer Tasse Ingwertee annehmen und sich noch einen Moment an den großen, ovalen Tisch setzen und sich mit anderen Besuchern austauschen.

Nachtrag
Für mich liegt Lichterfelde nicht wirklich um die Ecke, aber zum Glück gibt es noch andere Stellen in Berlin, wo man sich für diesen sensationell geringen Preis massieren lassen kann. Inzwischen bin ich regelrecht süchtig danach geworden und nach dem fünften Mal tut es kaum noch an den unteren Stellen weh. Eine geniale Erfindung!


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