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Ausgabe Mai/Juni 2006
Tao Qi – die göttliche Energie

Der langjährige Masseur Gerd Schnell hat das Tao Qi entwickelt – eine Methode, die verschiedene Akupressurpunkte mit der Fußreflexzonenmassage kombiniert.

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Haidrun Schäfer war bei Beate Page, die Tao Qi bei Gerd Schnell gelernt hat und es in ihrem Atelier für Lebensharmonie im TUBFF anbietet.

Füße – wir können sie in Wanderschuhe stecken und wie Hänschen Klein in die weite Welt hineingehen. Wir können in eleganten Tanzschuhen über das Parkett schweben. Wir können auch mit ihnen über das Wasser gleiten. Und wir können sogar über unsere Füße unser Gesicht zum Strahlen bringen. Ich habe einen Termin bei Beate Page, um Tao Qi kennen zu lernen.

Die Tao Qi-Sitzung
Wir kommen gleich zur Sache – Fragen können später geklärt werden. Ich liege gut zugedeckt auf der Liege und bin gespannt, was das Besondere an dieser Form der Massage sein wird. Zu Beginn cremen Beate Pages flinken und energischen Hände meine beiden Füße mit einer gut riechenden Emulsion ein. Dann knetet, streicht, drückt und massiert sie abwechselnd beide Füße an den unterschiedlichsten Stellen. Anschließend hält sie einen ersten Akupressurpunkt und ich habe das Gefühl, eine Rakete schießt durch meinen Körper. Oder es ist Jahrmarkt. Oder Monte Carlo beim Autorennen: enge Kurven, hohe Geschwindigkeit. Als sie zu einem zweiten Punkt wechselt, ändert sich die Qualität meiner Empfindungen deutlich. Jetzt stehe ich in den Bergen auf der Alm, die Luft ist klar und rein, die Wiesen satt und grün und es riecht nach Kühen und Bergen. Beim dritten Punkt sehe ich lila Farbspiele vor meinen Augen – weiche Formen, die sich ständig verändern. Aus dem Lila kann ich willentlich kein Gelb machen – es bleibt Lila. Ein weiterer Punkt löst ein Gefühl von Gewogen werden in meinem Körper aus – wie auf einem Schaukelpferd oder einer Wippe. Meine Füße sind völlig offen und bereit, die Impulse, die sie bekommen, aufzunehmen. Einmal hält sie einen Punkt auf dem Fußrücken und parallel einen an der Fußunterseite an beiden Füßen gleichzeitig, was bei mir ein wunderbares Gefühl von Geborgenheit auslöst. Ich fühle mich getragen und geschützt, nicht nur an den Füßen, sondern am ganzen Körper. Wieder wechselt der Punkt und ich sehe deutlich einen fruchtigen Cocktail vor mir, der mit einem kleinen Spieß aus frischen Obststückchen verziert ist – lecker. Dann wieder ein Gefühl von Weite und Raum, der Horizont ist weit. In dieser Vielfalt reise ich eine gute halbe Stunde in meiner Phantasie durch eine erlebnisreiche Welt. Eine abschließende Massage beendet die Sitzung und hinterlässt eine innere Lebendigkeit, die noch eine Weile andauern wird. Danach fühle ich mich entspannt und gleichzeitig voller Energie.

Haidrun Schäfer: Was spüren Sie eigentlich während einer Sitzung?
Beate Page: In den Körperzellen sind Spannungen gespeichert, die den Menschen in den meisten Fällen nicht bewusst sind. Während der Arbeit spüre ich, wie sich diese Spannungen lösen. Das Schöne am Tao Qi ist, dass man nicht in die alten Konflikte rein muss. Wenn ich die gezielten Punkte halte, reagiert der Körper. Manchmal wackelt die ganze Liege und die Menschen fühlen sich danach wie befreit – ohne manchmal zu wissen, wovon eigentlich. Zusätzlich bekommt der Körper eine neue Information wie Entspannung, Leichtigkeit und Wärme. Es ist so, als wenn ich Störfelder freischieße oder einen Staudamm auflöse, damit die Energie wieder fließen kann.

Inwieweit fließt Ihr persönliches Energiefeld in die Arbeit ein?
Ich bereite mich natürlich auf die Sitzung vor, d.h. der Raum und die Liege sind energetisch frei. In dem Moment, wo wir arbeiten, begegnen sich unsere Energiefelder. Ich muss energetisch neutral sein und bin immer in der Anbindung, d.h. wir sind in der Lichtsäule, ich verbinde mich mit der Urquelle und dem Mittelpunkt der Erde und bitte um Unterstützung der geistigen Ärzte, der Engel und der geistigen Helfer. Im Grunde bin ich der Kanal für die Arbeit, die ich tue. Während einer Sitzung schmiede ich keine Essenspläne, sondern konzentriere mich darauf, ein neutraler Kanal zu sein.

Haben Sie manchmal Bilder, die von den Menschen ausgehen?
Ja, das passiert mir häufig. Danach frage ich denjenigen, inwieweit er etwas damit anfangen kann. Einmal habe ich eine Frau trommeln sehen und als ich sie darauf ansprach, sagte sie, dass sie schon immer trommeln wollte und am nächsten Tag nach Portugal fahren, wo ein Trommelkurs angeboten würde.

Ich hatte sehr unterschiedliche Empfindungen bei den verschiedenen Punkten. Haben die bestimmte Namen oder Themen?
Sowohl als auch: Jeder Punkt hat einen eigenen Namen und ein eigenes Thema und steht auch mit einem oder mehreren Organen oder Körperzonen in Verbindung. Namen sind z.B. ‚sprudelnde Quelle’, ‚Tal der Bewährung’ oder ‚Meisterpunkt’. Das ‚Tal der Bewährung’ ist ein Punkt, der bei den meisten Menschen anschlägt, d.h., dass noch ein Druck aus der Kindheit oder auch Erwachsenenzeit existiert, den Ansprüchen zu genügen, gut zu sein, erfolgreich zu sein, perfekt zu sein – das ist bei vielen ein Punkt, wo es heiß hergeht. Es ist außerdem der Rheumapunkt und er beinhaltet die Frage, wie ich etwas verdaue: Verdaue ich mein Leben mit Leichtigkeit oder bin ich eher schwerfällig?

Was gibt es noch für brisante Punkte, die bei vielen problematisch sind?
‚Der Treffpunkt’ und ‚der Berg in Tibet’ – die liegen in der Nähe der Achillessehne. Da geht es um das Gehen: Weiß ich, wo ich hinwill? Habe ich ein Ziel vor Augen? Gehe ich auch gerade darauf zu oder ist mein Weg schwankend? Es gibt auch Dreierkombinationen, z.B. ‚das seitliche Tal’. Da geht es auch um die Verdauung: Wie verdaue ich im physischen als auch im seelischen Bereich? Es gibt auch seelische Blähungen. Wie verstopft bin ich? Kann ich mich von Altem trennen? Auch von alten Ängsten? Wie gehe ich mit den Dingen um, die mir begegnen? Lass ich mich stressen oder stresse ich mich selber? Wenn ich diese Punkte halte, fokussiert der Körper seine Aufmerksamkeit auf diesen Bereich, verstärkt die Durchblutung und damit die Energie und so kann es auch zu Auflösungen von Stauungen kommen.

Was bedeuten verhornte Stellen?
Hornhaut heißt immer, dass der Bereich nicht ausreichend energetisch versorgt und die Durchblutung nicht optimal gewährleistet ist. Durch Massage kann man die Durchblutung wieder anregen und dann wird die Hornhaut rauswachsen. Abschrubben mit Bimsstein oder ähnlichem bringt wenig, weil die Ursache nicht geklärt wurde. Warzen funktionieren genauso – sie wachsen einfach raus, wenn die Störung behoben wurde.

Wem raten Sie zu einer Tao-Qi-Sitzung?
Am besten ist es natürlich, wenn man kommt, bevor es irgendwo weh tut. Einfach als Vorsorge, um zu sehen, wie der energetische Zustand ist. Körperliche Symptome sind im Grunde der letzte Hilfeschrei.
Vielen Dank und weiterhin viel Erfolg bei Ihrer Arbeit.


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