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Ausgabe Mai/Juni 2006
Zeitmanagement - als Tor zum Wesentlichen

Die meisten Menschen in unserem Kulturkreis haben das Gefühl, zu wenig Zeit zu haben. Das lässt sich ändern. Gudrun Henne versteht Zeitmanagement als Lebenskunst.

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“Zeitmanagement? Ich bin doch keiner dieser Manager-Typen!” Meine Freundin Ulrike hatte arge Zweifel, ob ein Kurs im Zeitmanagement ihr weiterhelfen könnte. “Ich will gar nicht mehr in weniger Zeit erledigen. Was ich will ist: weg von der langen Liste von Sachen, die ich tun muss und die mir im Nacken sitzen. Verabredungen, Telefonate, Papierkram, Einkäufe und so. Und ich will endlich all das erledigen, was ich schon lange vor mir herschiebe und was mich total nervt. Ich möchte entspannt sein und mehr Zeit für meine Spiritualität haben”, sagte sie. “Da hilft doch kein Zeitmanagement, oder?”

Fokus ausrichten
Doch. Genau darum geht es bei “Zeitmanagement als Lebenskunst”: Überflüssiges weglassen, Aufschieberitis heilen, sich auf das Wesentliche konzentrieren. Und dabei möglichst oft guter Laune sein. Wie das geht? Für jeden ein wenig anders, denn Zeitprobleme sitzen bei verschiedenen Menschen an verschiedenen “Orten”. Deshalb geht es zunächst darum zu beschreiben, was man genau will. Was ist das Wesentliche in meinem Leben? Was ist mein Fokus? Was ist mir wirklich wichtig? Ulrike wollte ihre Zeit mehr mit ihrer Yogaausbildung und ihrer Vorbereitung zur Heilpraktikerprüfung verbringen, verlor sich aber in vielen anderen Tätigkeiten und dazu kam noch das Geldverdienen. Sie hatte außerdem das Gefühl, nicht effektiv genug auf die Prüfung zu lernen.

Zeiträuber
Nachdem sie das, was sie für sich erreichen wollte, geklärt hatte, ging es zunächst darum festzustellen, wann sich Ulrike vom Wesentlichen wegbewegte und wie sie das genau machte. Auf verschiedenen sogenannten neuro-logischen Ebenen können sich unterschiedliche Hindernisse auf dem Weg zum Wesentlichen befinden. So unterscheidet man u.a. Fähigkeiten eines Menschen von seinen Überzeugungen und Werten und seiner Vorstellung von Identität. Ulrike hatte “Zeiträuber” in ihrer Werte-Welt, von denen sie erst nach und nach verstand, wie sie ihr ständig Steine in den Weg legten: Der Glaube, nicht “gut” genug zu sein oder alles sofort erledigen zu müssen oder die Heilpraktikerprüfung nicht “verdient” zu haben. Glaubenssätze beruhen meist auf singulären Erfahrungen, die das Gehirn zu allgemeinen Wahrheiten stilisiert: “So ist die Welt und so bin ich.” In Trance-Übungen lernte Ulrike, sich von hindernden Glaubenssätzen zu verabschieden. Fast unmerklich änderte sich danach ihr Umgang mit ihrer Arbeit, ihren Arbeitskollegen und ihrer Prüfungsvorbereitung. Ganz praktisches Wissen über Chronobiologie – wie der Rhythmus des Körpers funktioniert - und innere Zeitrepräsentation halfen Ulrike, ihre eigenen Bedürfnisse besser zu berücksichtigen und ihr Leben jeden Tag mehr nach dem für sie Wesentlichen zu gestalten.

Flow
Ulrike lernte auch eine Technik, wie man sich in den Zustand des sogenannten “Flow” versetzt, also in konzentrierte Aufmerksamkeit verbunden mit dem Gefühl der Zeitlosigkeit. Sie konnte sich viel fokussierter auf die Heilpraktikerprüfung vorbereiten und es machte ihr sogar mehr Spaß. “Durch die Trancearbeit hat sich viel Zeug aufgelöst, was mir im Weg stand, genau das zu tun, was ich möchte. Vieles habe ich hinter mir gelassen und kann mich auf das konzentrieren, was mir wirklich wichtig ist”, stellte Ulrike fest. “Es ist leichter geworden und ich verstehe mich besser. Und am liebsten wäre ich immerzu im Flow.”


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