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Ausgabe Januar/Februar 2006
Schutzengel

Für Karin H. Wehner gehören Engel mit zum Alltag. Haidrun Schäfer hat sie in einem Interview über Schutzengel befragt.

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H. Schäfer: Hat jeder Mensch einen Schutzengel?
Karin Wehner: Ja, ich gehe davon aus, dass jeder Mensch sogar mehrere Schutzengel hat, die ständig in seiner Nähe sind.
Wechseln die Engel, so dass man als Kind andere hat als im Erwachsenenalter?
Das kann passieren. Es gibt in der Regel einen Hauptschutzengel. Außerdem kann es sein, dass Ahnen als Schutzengel fungieren, wie z.B. eine gestorbene Oma. In meiner Kindheit tauchte eine Oma immer wieder in meinen Träumen auf und war bis zu meinem 15. Lebensjahr mein Hauptschutzengel. Danach ist sie in den Hintergrund getreten.
Wie zeigen sich Engel?
Da gibt es viele Möglichkeiten. Eine häufige Form sind Träume, in denen immer wieder dieselbe Person auftaucht und uns z.B. irgendwie ernährt. Ein Schutzengel kann sich auch durch Ereignisse in unserem Leben zeigen. Wenn ich z.B. mit meinem Fahrrad durch einen Scherbenhaufen gefahren bin, weil ich nicht ausweichen konnte und der Reifen ist danach nicht platt, dann weiß ich, dass mir gerade meine Schutzengel geholfen haben. Aber ein Schutzengel bewahrt nicht nur vor Gefahren, sondern hat Freude daran, wenn wir uns in Liebe entfalten.

 In der Regel wenden wir uns mit Bitten an unsere Schutzengel. Gibt es Wünsche, die nicht erfüllt werden?
Ja und dafür gibt es unterschiedliche Gründe.Wenn ich z.B. bitte, dass mein Fuß wieder gesund wird, dann ist das viel zu ungenau. Eine Bitte an meinen Schutzengel ist ähnlich einer Bestellung beim Universum: Wenn ich meine Bitte konkreter formuliere – die Warze unter dem linken Fuß und die diesbezüglichen Denkblockaden sollen heilen – dann ist das viel effektiver. Zum anderen ist jede Bitte immer von der Summe meiner Willensäußerungen und geistigen Einstellungen insgesamt abhängig. Wenn ich um etwas bitte und gleichzeitig an der Erfüllung zweifele, wie sollen die Engel da helfen können? Es kommt also letztendlich darauf an, was mehr wiegt: meine Zweifel oder meine Bitte. Auch Bitten, wo man sich oder anderen Schaden zufügt, werden nicht von Engeln unterstützt. Damit Engel helfen können, müssen unsere Wünsche im Einklang mit den kosmischen Gesetzen von Liebe und Licht stehen. Innige Wünsche, die aus der Herzensebene kommen, haben gute Chancen, erfüllt zu werden, im Gegensatz zu denen, die auf egoistischen Ebenen geäußert werden.
 Was kann man als Anfänger machen, um Kontakt aufzunehmen?
Am besten auf spielerische Art und Weise. Das Einfachste ist, sich einen Moment hinzusetzen, zur Ruhe zu kommen und nach innen zu lauschen. Vielleicht fällt einem eine kleine Bitte ein, wie z.B. ein klärendes Gespräch mit der Kollegin. Wichtig ist, dass man sich nicht gleich den Traumprinzen wünscht. Man bittet die Schutzengel in unserem Fall, bei einem klärenden Gespräch zu helfen und schaut dann, was passiert. Hinterher, nachdem sich die Situation mit der Kollegin entspannt hat, ist auch ein Moment der Besinnung wichtig und ein Dankeschön. Eine andere Möglichkeit ist es, die Traumkraft zu bitten. Übrigens sehen Engel nicht unbedingt so aus, wie wir sie aus der Kirche kennen. Engel können in den unterschiedlichsten Gestalten auftauchen: als Tier, als kleines Kind oder als Baum.
Ich muss also als erste den Kontakt herstellen?
Ja, denn obwohl sie ständig in unserer Nähe sind, dürfen sie nicht in unser Leben eingreifen – außer bei Lebensgefahr. Mit meinem freien Willen kann ich um etwas bitten oder es auch sein lassen.
Wenn ich dann um Kontakt gebeten habe, scheint Achtsamkeit eine große Rolle zu spielen?
Ja, Achtsamkeit spielt eine Hauptrolle, genauso wie der individuelle Bewusstseinsstand: Wie weit öffne ich mich? Engel sind für die meisten Menschen aufgrund ihrer höheren Schwingungsebenen unsichtbar. Trotzdem sind sie ständig in unserer Nähe. Wenn ich das ganze Thema “Lichtwesen” als Quatsch bewerte, kann mein Schutzengel auch nichts bewirken. Wenn ich mich öffne und versuche, die Zeichen wahrzunehmen, dann kann auch eine Zusammenarbeit entstehen. Früher dachte ich, man darf Engel nur für große Probleme ansprechen. Inzwischen habe ich erfahren, dass sie uns gerne bei banalen Alltäglichkeiten unterstützen.
Haben Sie schon einmal einen Engel gesehen?
Ja, jedoch nicht in der klassischen Engelform, sondern in Form von leuchtenden Lichtwolken, die sich bewegten und langsam durch den Raum schwebten. Dabei spürte ich sehr viel Freude, Liebe und Geborgenheit im Raum. Es gibt sogar ein Foto aus dem Jahre 1994, wo neben mir eine Lichtsäule abgebildet ist. Das Foto zeigt, wie ich gerade eine Lichtarbeit mit Kristallen in einem Garten mache. Und diese Lichtsäule ist keine Sonnenlichteinstrahlung. Ich erkläre mir das Phänomen so, dass mir ein Lichtwesen bei der Heilung der Natur geholfen hat und es wollte, dass ich es sehe.
Haben Schutzengel Namen?
Engel können uns schützen, führen, inspirieren und auch lehren, wenn wir uns dafür entscheiden. Ich bekam z.B. jahrelang Unterricht im Schlaf, ohne dass mir die Namen der Lichtwesen mitgeteilt wurden. Wenn man reif dafür ist, erhält man oft auch Namen genannt. Doch Namen können in die Irre führen und zum Aufplustern einer Person dienen, nach dem Motto: ‚Schaut, mit mir spricht ein höher gestellter Engel.’
Gibt es denn Hierarchien im Himmelreich?
Nein, “Hierarchien” sind typisches Menschendenken. Wir denken oft nur in Dualitäten wie z.B. oben-unten. Es gibt Engel, die haben andere, größere Aufgabengebiete als die persönlichen Schutzengel. Wir kennen sie als Erzengel. Dazu kommt, dass Engel anders gestrickt sind als wir, denn sie existieren in Einheit mit dem Göttlichen, während wir Menschen uns als getrennt davon glauben.
Was ist das Göttliche für Sie?
Für mich ist es weder männlich noch weiblich. Das Göttliche existiert im Großen wie im Kleinen und ist die höchste Lichtschwingung, die alles Leben im Universum vereint: neutrale, bedingungslose Liebe. Das Göttliche ist nicht getrennt von uns Menschen, sondern es ist in jeder Zelle von uns vorhanden, meist nur zugeschüttet mit bestimmten Denkmustern. Engel und andere Lichtwesen sind eins mit dem Göttlichen und das bedeutet auch, jede ihrer Aufgaben ist gleichwertig mit jeder anderen. Da gibt es kein besser oder schlechter, da gibt es kein Ego, was nach Macht verlangt.
In der Regel kümmern sich die Engel um uns. Können wir auch etwas für sie tun?
Oh ja, wir können ihnen unsere Dankbarkeit und Wertschätzung schenken. Auch unsere Entfaltung in Liebe und unsere spirituelle Reifung sind wie Geschenke für die Engel.
Im Februar beginnt ein Abendzyklus “Die Stimme des Herzens”. Kann man dort lernen, mit Schutzengeln zu kommunizieren?
In diesem Zyklus von sechs Abenden, den ich als Einstieg in die fortlaufende Gruppe anbiete, gibt es die Gelegenheit, auf die Stimme der Intuition zu hören und deren Zugang zu befreien. Wenn wir uns dieser Ebene öffnen, fällt es uns automatisch leichter, uns den Schutzengeln zuzuwenden. Jeder Abend hat ein bestimmtes Thema: Schutzengel ist eines, das Göttliche und das Gottesbild der Kirche ein anderes, Bitten und Danken ein drittes.
Vielen Dank für das Gespräch und einen aufrichtigen Dank an unsere Schutzengel, dass sie für uns da sind.


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