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Ausgabe Januar/Februar 2006
Die Palmblattbibliotheken

Anna Birnbaum ist schon mehrmals zu den sagenumwobenen Palmblattbibliotheken in Indien gereist. Haidrun Schäfer hat sie nach ihren Eindrücken befragt.

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Haidrun Schäfer: Was sind Palmblattbibliotheken?

Anna Birnbaum: Palmblattbibliotheken sind Orte, an denen Schriften über die einzelnen Schicksale verschiedener Menschen aufbewahrt werden. Sie enthalten Informationen über den persönlichen Lebensüberblick und wesentliche Schnitt- und Angelpunkte der Entwicklung. Es heißt, dass vor mehreren 1000 Jahren einige Weise in Indien lebten, die in der Lage waren, Einblicke in das unsichtbare Welt-Gedächtnis oder die Akasha-Chronik zu erlangen. Sie zapften diesen Wissensspeicher an und versammelten Schüler um sich, die die Informationen auswendig lernten und an nachfolgende Schüler-Generationen weitergaben. Niedergeschrieben wurden die Inhalte erst in unserer Zeitrechnung. Da sie auf Sanskrit oder Alt-Tamil verfasst sind, braucht es einen Übersetzer. 12 solcher Palmblattbibliotheken soll es in Indien geben, wobei die Schätzungen über die Anzahl der Blätter zwischen 80.000 und 20.000.000 schwankt. Es gibt also nicht für jeden Menschen auf der Erde ein Palmblatt, sondern nur für einige.

Wie sind Sie persönlich zu den Palmblattbibliotheken gekommen?

Ich habe schon vor 20 Jahren davon gehört und eine große Anziehung verspürt. 1996 befand ich mich in einer Phase, wo ich einfach die Frage klären wollte, ob ich auf dem richtigen Weg bin. Durch “Zufall” habe ich eine Anzeige gelesen, in der Reisen zu Palmblattbibliotheken angeboten wurden.

Was für Antworten haben Sie erhalten?

Die Antwort war eindeutig, dass es für mich stimmig ist, aus meinen spirituellen Fähigkeiten einen Beruf zu machen. Außerdem würde ich noch sehr oft nach Indien kommen und es wäre eine von meinen Aufgaben, Menschen zu den Palmblattbibliotheken zu führen. Das wurde schon auf der ersten Reise klar. Durch eine Verkettung von Umständen ist der Reiseleiter krank geworden, so dass ich aus dem Stegreif für 17 Leute gedolmetscht habe. Dadurch, dass ich Halb-Amerikanerin bin, ist mein Englisch sehr gut, so dass es klar war, dass ich dolmetschen musste.

Was für Informationen haben Sie noch erhalten?

Es gibt auch Informationen über vier bis sechs vergangene Leben, die alle einen konkreten Bezug zu dem jetzigen Leben haben. Ich soll im letzten Jahrhundert im englischsprachigen Raum als Sprachlehrer und Schriftsteller tätig gewesen sein und war in diesem Leben auch Journalistin. Außerdem habe ich im antiken Ägypten in einer der Tempelschulen als Medium für andere Menschen gearbeitet, und im jetzigen Leben habe ich eine mediale Ausbildung gemacht, und auch professionell als Medium gearbeitet, allerdings ohne diese Angabe vorher zu kennen. Auch in diesem Leben spüre ich einen Bezug zum antiken Ägypten, war aber noch nicht dort.

Gibt es auch Informationen für die Zukunft?

Ja, es gibt einige, die sich noch nicht ergeben haben. Deswegen kann ich noch nichts darüber sagen.

Wie lange dauert so eine Sitzung und was kostet sie?

Ungefähr eine Stunde. In Bangalore wird die Lesung auf Spendenbasis angeboten und man zahlt so ungefähr 30 bis 40 Euro. Die Familie, die das dort in der zweiten Generation macht, lebt ausschließlich davon. Es gibt 8 bis 10 Lesungen am Tag, so dass man sich Monate vorher anmelden muss.

Wie viele Palmblattbibliotheken haben Sie kennengelernt?

Ich habe insgesamt drei Bibliotheken besucht, wobei es große Qualitätsunterschiede gab. Sehr angetan war ich von Bangalore, während ich bei den anderen den Eindruck hatte, es geht eher in Richtung Geschäftemacherei und Verhökern des indischen Wissens an Westler. Diesen Eindruck hatte ich in Bangalore gar nicht.

Steht denn in allen Bibliotheken etwas über Sie?

In zwei Palmblattbibliotheken habe ich Angaben zu meinem Lebens-Blatt gefunden, in Bangalore und in der Tempel-Stadt Kanchipuram in der Nähe von Madras.

Und haben Sie jetzt vor, Reisen dorthin zu organisieren?

Es gibt noch keinen konkreten Termin, aber wenn sich eine Gruppe von Leuten zusammenfindet, organisiere ich gerne den Ablauf, die Unterkunft und das Dolmetschen. Es ist schwierig, über die Erfahrungen zu reden. Man muss es einfach selber erleben.


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