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Ausgabe November/Dezember 2005
Zeitenwende 2012

Der Maya-Kalender, Astrologie und Astronomie

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Sowohl der Maya-Kalender als auch Astrologen sprechen von dem magischen Jahr 2012, an dem uns eine Zeitenwende bevorstehen soll. Der Autor Tibor Zelikovics informiert in diesem Artikel über den Kalender der Mayas und astronomische Hintergründe für die anstehende Zeitenwende von 2012.

Die Maya schufen vor 5000 Jahren eine Hochkultur mit allerlei erstaunlichen Bauten und einer sogar noch viel erstaunlicheren Wissenschaft. Außerdem hinterließen sie ihren berühmten „Heiligen-Kalender“, den Tzolkin. Der Tzolkin ist die Grundlage des sogenannten „Großen Zyklus“ von 5.125 Jahren Dauer, der 3113 v.Chr. begann und zur Zeit der Wintersonnenwende am 21./22. Dezember 2012 n.Chr. endet. Dabei ist nicht das Kalenderdatum 21./22. Dezember 2012 von Bedeutung, sondern das astronomische Ereignis, das zu diesem Zeitpunkt stattfindet – nämlich die besondere Position unseres Sonnensystems in Relation zu der Milchstraße. Dieses astronomische Ereignis, das von unserem Zeitrechnungssystem unabhängig ist, berührt Zusammenhänge, die astrologische, geophysikalische und humanneurologische Aspekte miteinander verbinden und das 2012-Datum als besonders signifikant hervorheben.

Der Maya-Kalender
Die Mayas hatten neben einer eigenen Zeitmessung auch ein spezielles Kalendersystem. Der längste Zyklus im Maya-Kalender beträgt 26.000 Jahre, etwa so lange dauert ein so genanntes Stern- oder Platonisches Jahr. Die Tibeter, Alten Ägypter, Cherokee- und Hopi-Indianer beziehen sich in ihren mystischen Glaubenssystemen und Zeitrechnungen genau wie die Maya auf einen solchen Zyklus von 26.000 Jahren.Die Maya hatten außerdem ein Rechensystem, die auf Einheiten von 1 (wie ein Finger), 5 (fünf Finger oder Zehen) und 10 und 20 (die Summe alle Finger und Zehen) basierte. Diese Einheiten wurden in ihr Kalendersystem übernommen und mit weiteren natürlichen Einheiten kombiniert, wie z.B. 28 (entspricht der Tage in einem Mondzyklus) und 13 (Mondzyklen in einem Sonnenjahr). Der Mayakalender benutzt außerdem zwei Zeitrechnungen: eine kurze, um tägliche und jährliche Zeitabläufe zu messen, und eine lange, die für sie von zusätzlicher kosmologischer und religiöser Bedeutung war.Die kurze Zeitrechnung hatte 13 Monate zu jeweils 28 Tage = 364 Tage. Der fehlende Tag wurde durch einen extra ‘Tag außer der Zeit’, der nach unserem Kalender dem 26. Juli entspricht, kompensiert. Eine weitere Einheit von 260 (13 x 20) Tagen, die sowohl für die kurze und lange Zeitrechnung von Bedeutung ist, ist der Tzolkin. Der Tzolkin [wird ‘Tscholkin’ ausgesprochen] ist der heilige Kalender der Mayas. Er besteht aus 13 Töne und 20 Siegel, die in einem doppelt synchron laufenden Muster zu allen der möglichen, also 260, Kombinationen vereinigt werden. Zu jedem der 13 Tönen und 20 Siegel werden bestimmte Eigenschaften zugeordnet, wodurch jeder Tag des Tzolkin eine eigene Qualität erhält – Qualitäten nicht unähnlich denen, die wir aus der Astrologie kennen.
Die Mayas waren von der Übereinstimmung von Zyklen fasziniert und maßen jeder Übereinstimmung eine Bedeutung bei. Somit enthält der Maya-Kalender eine weitere Einheit von 52 Jahren durch die Konjunktion des 260-tägigen Tzolkin-Zyklus in Relation zum Solar-Zyklus von 365 Tagen. 52 x 365 = 18980 Tage. 18980 ist die kleinste Zahl, die sowohl durch 260 als auch durch 365 teilbar ist.

Wassermannzeitalter
Unter ’Äquinoktium’ oder ’Tagundnachtgleiche’ versteht man den Zeitpunkt, zu dem die Sonne während ihrer scheinbaren jährlichen Bewegung im Schnittpunkt von Ekliptik und Himmelsäquator steht. Zu diesem Zeitpunkt sind für alle Orte der Erde Tag und Nacht gleich lang. Dies gilt von jedem Punkt der Erde aus gesehen, daher der Name Tagundnachtgleiche. Durch die Präzession – das Vorangehen – der Erdachse, verschieben sich die Äquinoktialpunkte kontinuierlich.
Die rotierende Erde ist mit einem Kreisel vergleichbar. Wenn man einen Spielzeugkreisel dreht, sieht man, dass sich der Kreisel nicht nur um die eigene Achse dreht, sondern dass zusätzlich die Achse selbst in einer relativ langsamen Bewegung einen Kreis beschreibt. Ebenso rotiert die Erdachse um sich selbst und bewegt sich zusätzlich in einem Kreis. Die Erdachse vollendet in ca. 26.000 Jahren oder einem Platonischen Weltenjahr diese kreiselförmige Bewegung. Da sich die Erde dreht und mit ihr die Tierkreiszeichen, die Sternbilder aber Fixsterne sind, verschiebt sich der gesamte Tierkreis alle 2160 Jahre um ein Sternbild. Mit andern Worten: der Frühlingspunkt wandert vor dem Hintergrund des Sternenhimmels in durchschnittlich 2160 Jahren um 30° oder um ein Sternbild rückwärts auf der Ekliptik.
Vor etwas mehr als 2000 Jahren stand der Frühlingspunkt am Beginn des Sternbildes Widder. In den zwei Jahrtausenden wanderte er rückwärts durch das Sternbild Fische. Heute steht er zwischen den Sternbildern Fische und Wassermann. Die Astrologen sprechen deshalb von einem Übergang ins Wassermannzeitalter. Zum Wechsel der astrologischen Zeitalter kommt es eben durch die oben beschriebene Präzession.
Das Zeitalter des Wassermanns folgt also auf das Zeitalter der Fische, das ungefähr zur Zeit Christi begann und in enger Beziehung zum Aufstieg des Christentums steht. Der genaue Zeitpunkt des Wechsels ins Wassermannzeitalter ist umstritten. Astrologen sprechen von einem Übergangszeitraum, der in den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts begonnen hat und noch einige Jahrzehnte des neuen Jahrtausends andauert.

Kosmisches Himmelstor
Der führende Maya-Forscher John Major Jenkins schreibt Folgendes zu diesem Datum: “Zur Wintersonnenwende im Jahr 2012 wird die Sonne in Konjunktion mit dem Äquator der Milchstraße stehen. Zu diesem Zeitpunkt findet eine äußerst seltene astronomische Konstellation statt, die sich seit Tausenden von Jahren langsam abzeichnet. Die gesamte Schöpfungsgeschichte der Maya kann man nur durch die Bedeutung dieser Konjunktion verstehen.
Der Ort, an dem die Sonne der Milchstraße begegnet, befindet sich in der ‘dunklen Spalte’ der Milchstraße, die durch interstellare Staubwolken gebildet wird. Dieses Phänomen kann jeder in einer klaren Sommernacht sehen, außerhalb der beleuchteten Großstädte. Zur Dämmerung der Wintersonnenwende in 2012 wird die Sonne sich direkt in dieser dunklen Spalte befinden und zwar so platziert, dass die Milchstraße den Horizont an allen Punkten ringsum umfasst. Dadurch ‘sitzt’ die Milchstrasse auf der Erde, berührt sie an allen Punkten ringsum und öffnet ein kosmisches ‘Himmelstor’. Die galaktische und die solare Ebene befinden sich in Konjunktion.
Nach der Maya-Mythologie bezieht sich die Wintersonnenwende auf eine Gottheit: One Hunahpu, auch als Erster Vater bekannt. Das heilige Buch der Maya, das Popol Vuh, bereitet darauf vor, dass der Erste Vater wiedergeboren werde und so ein neues Weltzeitalter beginnen kann. Die dunkle Spalte hat viele mythologische Bedeutungen: Straße der Unterwelt, Mund eines kosmischen Monsters, Geburtskanal der kosmischen Mutter. Am besten zu verstehen ist die Bedeutung der dunklen Spalte als Geburtskanal der kosmischen Mutter, die bei der Konjunktion auf den Ersten Vater trifft. Genau zu diesem Zeitpunkt endet der Zyklus des Maya-Kalenders.
All diese Übereinstimmungen lassen es offenkundig erscheinen, dass die alten Maya über die Konjunktion wussten und sie für einen wichtigen Übergangspunkt hielten, den Übergang in ein neues Weltzeitalter. In mythologischer Sprache bedeutet das Ereignis die Verbindung des Ersten Vaters mit der Kosmischen Mutter – oder genauer gesagt: die Geburt des Ersten Vaters (die Sonne der Wintersonnenwende) durch die Kosmische Mutter (die dunkle Spalte in der Milchstraße).
Die alten Maya erkannten, dass die Sonne bei der Wintersonnenwende sich langsam Richtung Milchstraße bewegt. Zwei große Punkte am Himmel bewegten sich zueinander, um eine seltene himmlische Vereinigung zu begehen. Der Kalender der Maya hat akkurat aufgezeigt, wann dieses Ereignis stattfinden wird – und es bedeutet mehr als die Geburt eines neuen solaren Jahres. Es bedeutet den Anfang eines neuen großen Zyklus der Zeitrechnung – das Neu-Stellen der großen himmlischen Sternenuhr – und, vielleicht, eine neue Ebene in der Natur des menschlichen Bewusstseins und der Zivilisation.Nach dem Maya Kalender leben wir heute in einer Endzeit. Der große Zyklus des Maya Kalenders endet mit der Wintersonnenwende 2012. Nach dem Konzept der Maya von Zyklen und Zeitübergängen bedeutet dieses Ende gleichzeitig einen Neuanfang. Tatsächlich wurde dieser Übergang von den alten Maya als das Entstehen eines neuen Weltzeitalters angesehen. Am Ende jedes Zeitalters steht eine Neugeburt.”

Tibor Zelikovics wurde 1948 in Ungarn geboren und emigrierte 1956 mit seiner Familie in die USA. Er besuchte fünf Jahre lang die Hebräische Akademie in New Haven, Connecticut und studierte Philosophie und Politik-Wissenschaften an der University of California Los Angeles und an der U.C. Berkeley. 1971 kehrte er nach Europa zurück und gründete 1982 den Wiener Arbeitskreis für Metaphysik. Er ist auch Mitbegründer und Präsident der Schweizer Metaphysischen Gesellschaft und ist als Herausgeber einer der erfolgreichsten einschlägigen Fachzeitschriften Mitteleuropas tätig.


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