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Ausgabe September/Oktober 2005
Die schamanische Heilung der Seelen

Der Heilpraktiker Sven Sauter erklärt, warum aus der schamanischen Sicht Menschen mehrere Seelen haben.

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Die Seelen der Menschen
Das schamanische Welterleben geht davon aus, dass alle Substanz in dieser Welt beseelt und heilig ist. Eine der Aufgaben von uns Menschen ist es, geeignete Wege zu finden, um mit den Seelen der Wesen in Kommunikation zu treten. In der Vorstellung der indigenen Stämme besitzen alle Menschen neben dem einen sichtbaren Körper noch mehrere unsichtbare Körper: Diese unsichtbaren Körper sind dem ähnlich, was wir “Seelen“ nennen. Dieses Konzept der vielen Seelen ist die Voraussetzung für ein Verständnis des religiösen und alltäglichen Lebens der indigenen Stämme, denn darauf beruhen sowohl die Mystik des Schamanentums als auch die Ausdrucksformen der Stammeszeremonien. Die für unsere Gesellschaft typische Vorstellung, dass ein Mensch nur eine Seele besitzt, besteht erst seit einer relativ kurzen Zeit. Interessanterweise geht selbst die im Christentum als selbstverständlich empfundene Ein-Seeligkeit des Menschen auf Konzilbeschlüsse der Kirche zurück, welche in ihren Ursprüngen die heilige Dreifaltigkeit auch in den Menschen selbst erkannte.

Die schamanische Heilung der Seelen
Jede schamanische Heilung beruht in der Tiefe auf einer Kommunikation mit den „Seelen“ des Menschen. Die Schamanen der alten Stämme besaßen ein sehr präzises Wissen über die Herkunft und Funktion der einzelnen Seelen. Dieses Wissen entstand durch Beobachtung der Vorgänge um Geburt, Krankheit und Tod der einzelnen Stammesmitglieder, mit deren Geschichte und Verwandtschaft sie vertraut waren. Die Heiler der alten Stämme haben erkannt, dass die einzelnen Seelen der Menschen eine unterschiedliche Herkunft besitzen. Einige Seelen entstammen dem Familienbaum – durch sie übernehmen wir bestimmte Charaktereigenschaften unserer Ahnenlinie. Andere kommen aus der Natur – durch sie sind wir verbunden mit bestimmten Tieren und Pflanzen. Manche Seelen kommen von weit her und entfachen in uns oft ein Heimweh nach fremden Landschaften und Völkern. Wenn wir den Ursprung unserer Seelen kennen, so können wir den Strom der Kräfte, die hinter uns stehen und uns schützen, besser für unser Leben nutzen. Die Vorstellungen über die Anzahl und Aufgaben der jeweiligen Seelen sind von Stamm zu Stamm verschieden, je nach Gegend und Kultur erkannten die SchamanInnen drei, vier, fünf oder gar sieben Seelen in einem Menschen. Die sogenannte „Seelenrückholung“ ist nur ein Mosaikstück innerhalb der gesamten schamanischen Seelenarbeit.

Der Körper und die Seelen
Unser Körper und unsere Seelen besitzen jeweils unterschiedliche Ausrichtungen. Der Körper wünscht sich Ruhe und Gleichmäßigkeit. Er mag es, sich immer um dieselbe Zeit schlafen zu legen, immer um dieselbe Zeit aufzuwachen, immer um dieselbe Zeit verköstigt zu werden. Die Seelen verhalten sich ganz anders. Sie wandern ständig umher, um neue Dinge kennenzulernen. Sie mögen die Aufregung, wenn wir uns verlieben, wenn wir neue Länder entdecken und andere Menschen kennenlernen. Sie sind stets auf der Suche nach neuen Abenteuern. Sie verlassen den Körper im Traum und in der Trance, um die für sie wichtigen Erfahrungen zu machen. Manchmal verirren sie sich jedoch auf diesen Wanderungen oder sie erschrecken. Manchmal gelingt es ihnen nicht, sich vom Körper zu lösen und ihr Sehnen wird immer größer. Manchmal kehren sie immer wieder an Orte des Schreckens zurück, ohne sich davon lösen zu können. Wenn unsere Seelen nicht glücklich sind, werden wir schwach und krank.

Jedes beseelte Lebewesen ist voller Wünsche
Aus schamanischer Sicht ist ein Mensch dann gesund, wenn er die Wünsche seiner Seelen kennt und erfüllt. Dasselbe gilt auch für die Tiere und Pflanzen. Um die Wünsche richtig zu verstehen, braucht es einen guten Kontakt zu den einzelnen Seelen.


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