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Ausgabe Mai/Juni 2005
2000 Flaggen für den Dalai Lama

Am 16. Juni kommt der 14. Dalai Lama nach Berlin, um den Preis “Light of Truth” zu verleihen.

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Die International Campaign for Tibet will das geistige und politische Oberhaupt aller Tibeter mit 2000 tibetischen Fahnen begrüßen: 2000 tibetische Fahnen für 2000 Jahre tibetische Kultur. Gudrun Henne vom International Campaign for Tibet berichtet.

Wir wünschen uns, dass der Dalai Lama durch die Flaggen an seine Heimat erinnert wird. Der verschneite Berg in der Mitte der Fahne symbolisiert sein Land, das er seit 46 Jahren nicht mehr gesehen hat. Die Fahne birgt noch mehr Symbole, für die der Dalai Lama steht: Die randlose Seite versinnbildlicht die Offenheit der Tibeter für andere Weltanschauungen. Die zwei Schneelöwen halten die Lotusblüte mit den Juwelen des Buddhismus: Buddha, Dharma (die Lehre) und Sangha (die Gemeinschaft).

Besetztes Tibet
Der Besitz der Fahne ist in Tibet strengstens verboten. Wer sie oder Bilder des Dalai Lama zeigt, wird gefoltert und ins Gefängnis gesperrt. Denn Tibet, das Land der Inspiration für viele, ist immer noch durch die chinesische Regierung besetzt. Tibeter und Tibeterinnen werden in ihrer Identität und ihrem Selbstverständnis unterdrückt, bedroht, verfolgt. Hochrangige Lamas wie der 17. Karmapa fliehen ins Ausland oder werden aus politischen Motiven ins Gefängnis geworfen und mit dem Tode bedroht, wie Tenzin Delek Rinpoche. Weltweit wurde gegen das Todesurteil protestiert, jetzt ist Tenzin Delek lebenslänglich in Haft. Der 11. Panchen Lama wurde genau vor zehn Jahren von chinesischen Sicherheitsbeamten entführt und ist seither verschwunden.

Dalai Lama
Der Dalai Lama, dessen Lehren und Weisheiten viele von uns verehren, lebt seit 1959 im Exil. Als geistiges und politisches Oberhaupt des tibetischen Volkes tritt er für eine friedliche Lösung des Konflikts zwischen Tibet und China ein. Dafür hat er 1989 den Friedensnobelpreis bekommen. Bislang weigert sich die chinesische Regierung, auf die Friedensangebote des Dalai Lama ernsthaft einzugehen. Die chinesische Regierung zerstört weiter massiv die kulturelle Identität des tibetischen Volkes und missachtet grundlegende Menschenrechte der Tibeter und Tibeterinnen in Tibet.

Light of Truth
Die Flaggen sollen den Dalai Lama grüßen, wenn er nach Berlin kommt, um einige der Menschen zu ehren, die sich für Tibet einsetzen – für die Freiheit des tibetischen Volkes. Am 16. Juni übergibt er im Namen der International Campaign for Tibet den Preis “Light of Truth” an drei Preisträger: An Vaclav Havel, den Ex-Präsidenten der tschechischen Republik, der als erster Staatspräsident den Dalai Lama als Staatsoberhaupt empfing, an Dr. Otto Graf Lambsdorff als Vorstandsvorsitzenden der Friedrich-Naumann-Stiftung, die Tibet seit langen Jahren in vorbildlicher Weise unterstütz und an Irmtraut Wäger, die seit 26 Jahren humanitäre Hilfe für zahlreiche tibetische Institutionen im Exil leistet und Patenschaften vermittelt. Die jetzt 86jährige organisiert in ihrer Zwei-Zimmer-Wohnung derzeit über 5000 Patenschaften für tibetische Flüchtlinge in Indien.
Der “Light of Truth” ist international der bedeutendste Preis, mit dem Menschen und Institutionen geehrt werden, die sich in außergewöhnlicher Weise für Tibet engagieren. Er wird durch eine Butterlampe symbolisiert, die für das Licht der Wahrheit steht, das diese Menschen in die Notlage und dramatischen Menschenrechtsverletzungen auf dem ‚Dach der Welt’ tragen. 1995 von der International Campaign for Tibet ins Leben gerufen, ist er international der wichtigste Preis der Tibetbewegung und wird jedes Jahr vom Dalai Lama im Namen der International Campaign for Tibet verliehen. Bisherige Preisträger sind u.a. Petra Kelly (Mitbegründerin der Grünen), Heinrich Harrer (“Sieben Jahre Tibet”, 2002) und das indische Volk (2001), das dem Dalai Lama seit seiner Flucht 1959 und seither über 130 000 Tibetern Aufenthalt und Gastfreundschaft gewährt.
Wer mit uns die Wege des Dalai Lama durch Berlin mit tibetischen Fahnen flankieren will, ist herzlich willkommen und wende sich bitte an Daniela Mieritz (Koordination der Ehrenamtlichen) im Büro der ICT in Berlin.


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