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Ausgabe März/April 2005
Klangmassage

Die Seele zum Schwingen bringen

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Die Klangmassage nach Peter Hess hat sich als eine höchst wirksame Entspannungsmethode erwiesen: die sanfte Lösung von Verspannungen und Blockaden in Körper und Seele ermöglicht die Neubelebung und Stärkung von Selbstheilungskräften. In Pädagogik, Heilkunde, Pflege, Therapie und Wellness wird die Klangmassage seit vielen Jahren mit großem Erfolg eingesetzt. Anlässlich von Einführungsseminaren in Berlin berichtet Lutz Döring-Linke.

Zellmassage für den Körper
Der Pädagoge und Diplom-Ingenieur Peter Hess aus Niedersachsen hat die Klangmassage nach langen Reisen durch Asien entwickelt. Mit einem einprägsamen Bild beschreibt er die Wirkung von Klängen auf den Körper: “Lässt man einen Stein in einen Teich fallen, so entstehen konzentrische Wellen, die sich über die gesamte Wasserfläche ausbreiten. Jedes Molekül des Wassers wird auf diese Weise in Bewegung versetzt. Ähnliches geschieht bei der Klangmassage in unserem Körper, der ja zu etwa 80 Prozent aus Wasser besteht. Die wohltuenden Schwingungen übertragen sich auf den Körper und breiten sich dort in konzentrischen Wellen aus: eine wohltuende Massage für jede der über 100 Billionen Zellen im Körper – eine Zellmassage.”

Professionelle Anwendung in Wellness und Kosmetik ...
Innere Gelassenheit, Selbstbewusstheit und Gesundheit bestimmen die Ausstrahlung eines Menschen. Die Klangmassage bewirkt Wohlbefinden und Schönheit, die von innen kommt. Nicht nur Hotels, sondern auch Friseur- und Kosmetiksalons bieten inzwischen die Klangmassage als Wellness-Behandlung an.
Maria-Rosa Vogt ist selbständige Friseurmeisterin in Süddeutschland und führt ihren Salon “Haar & Sein” seit 17 Jahren. Hier werden spezielle Haarbäder durch den Klang der Klangschale abgerundet, Hand- und Nagelpflege enden mit einer Klangmassage für die Hände. “Der Klang wurde sehr schnell akzeptiert”, berichtet Maria-Rosa Vogt, “und bald richtete ich zwei Stockwerke über dem Friseursalon einen Klangraum ein. Meinen Kunden biete ich jetzt Ganzkörper-Klangmassagen mit Edelsteinen und Düften an. Einmal pro Monat trifft sich eine kleine Gruppe zu Meditation und Klangreise.”

... in der Schule
Als eine Antwort auf die für deutsche Schulen wenig schmeichelhaften Ergebnisse der PISA-Studien versteht Dr. Renate Jürgens ihre Klangarbeit an einer norddeutschen Gesamtschule. Dr. Jürgens unterrichtet Musik, Philosophie und Geschichte. Mit Unterstützung der Schulleitung ist sie dabei, an ihrer Schule die Arbeit mit Klang mehr und mehr in den regulären Unterricht einzubinden. So werden kurze Klangmeditationen vor Klassenarbeiten von den Schülern sehr gerne angenommen, da sie entspannen und die Konzentrationsfähigkeit verbessern. Im Philosophie-Oberstufenkurs bietet Dr. Jürgens Klangreisen mit Gong und Klangschalen an. Hier hat sie feststellen können, dass die Schüler sich mit Hilfe der Klangschalen bewusster spüren lernen und ihre Gefühle besser ausdrücken können. Weiter berichtet Dr. Jürgens: “Auch in unserer diesjährigen Projektwoche bot ich die Arbeit mit Klang an. Die Schülerinnen konnten nicht nur intensive persönliche Erfahrungen machen, sondern wir besuchten auch ein Pflegeheim und eine psychiatrische Einrichtung. Dort boten unsere Schüler Klangmassagen und Klangreisen an. So entstand sehr schnell ein intensiver Kontakt zu vorher völlig unbekannten Menschen.”

... und in der Arbeit mit behinderten Menschen
Die Heilpädagogin Manuela Kainz berichtet über ihre Arbeit in einem österreichischen Förderzentrum: “Vor zwei Monaten hatte ich die Möglichkeit, Klangarbeit für eine Gruppe von fünf Jungen (davon zwei mit Down-Syndrom, ein autistischer und zwei geistig behinderte Jungen) in Anwesenheit ihrer Eltern anzubieten. Stück für Stück erforschten die Kinder zunächst die Klangschalen. Mir war dabei wichtig, dass möglichst alle Sinne angesprochen wurden. Klang wurde gehört und gespürt, Klangschwingungen wurden im Wasser sichtbar und “greifbar” gemacht. Dann konnten sich die Kinder hinlegen und je nach Wunsch eine oder mehrere Schalen am Körper spüren – und sich dabei entspannen. Es war einfach fantastisch, wie sich die Jungen auf dieses Angebot einließen. Während sich einer entspannte, saßen die anderen und beobachteten. Auch in der Beobachterrolle waren sie fasziniert von den klingenden Schalen und nahmen aufmerksam teil. Dieser Nachmittag wurde für mich zu einem unvergesslichen Erlebnis. Noch nie hatte ich eine so lebendige, kreative und fröhliche Gruppe von Kindern mit Behinderung erlebt, die über einen Zeitraum von zwei Stunden völlig aufmerksam und präsent waren.”


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