aktuelle Seite: ARCHIV   
Jahr:
2020 | 2019 | 2018 | 2017 | 2016 | 2015 | 2014 | 2013 | 2012 | 2011 | 2010 | 2009 | 2008 | 2007 | 2006 | 2005 | 2004 | 2003 | 2002 | 2001 |

Ausgabe März/April 2005
Kochen in den Wechseljahren

Je gesünder wir kochen und essen, desto besser fühlen wir uns. Besonders wichtig ist das in Zeiten von Umbrüchen, wie während der Wechseljahre. Die Köchin Anita Printz widmet sich dem Thema.

art37400
Veränderter Hormonspiegel
Ein Problem während der Wechseljahre ist der veränderte Hormonspiegel. Östrogene und Progesteron werden kaum noch produziert. Unterstützend sollte mit Nahrungsmitteln gekocht werden, die Phytoöstrogene enthalten. Die natürlichen pflanzlichen Hormone sind vor allem in Hülsenfrüchten wie Linsen, Granatäpfeln, Leinsamen und Rhabarber, aber auch in Sojaprodukten enthalten. Wichtig bei Sojaprodukten ist, dass sie frisch sein sollten und nicht als Nahrungsergänzungsmittel konsumiert werden. Nur so besteht ein sicherer Schutz vor Überdosierung. Unproblematisch sind auch Sojaprodukte in Form von Sojamilch oder Sojapudding, ebenso alle Variationen von Tofu.

Unterstützung der Leber
Durch den Umstellungsprozess wird insbesondere das zentrale Entgiftungsorgan, die Leber, gefordert. Hinweise auf eine Überlastung sind häufige Kopfschmerzen und Verstopfungen. Um die Leber zu unterstützen, sind Gerichte zu empfehlen, die natürlicherweise Bitterstoffe enthalten, da diese die Lebertätigkeit anregen. Aus Radicchio und Chiccoree, Endivien und Löwenzahn lassen sich einfach und schnell geschmackvolle Salate aber auch Gemüse kreieren. Darüber hinaus fördern entwässernde Nahrungsmittel wie Artischocken, Avocado, Rote Bete und Fenchel eine Entgiftung der Leber. Besonders gesund sind kaltgepresste Öle wie Weizenkeimöl, Sonnenblumenöl und Sojaöl, da sie viele ungesättigte Fettsäuren und Vitamin E enthalten. Zwei Esslöffel Weizenkeimöl pro Tag decken den Bedarf des Körpers und lindern Wechseljahrsbeschwerden. Weniger gesättigte Fette finden sich in Käse, Wurst und Fertigmahlzeiten, die deshalb nur bedingt konsumiert werden sollten. Dagegen sind Kräuter reich an Mineralien wie Magnesium und Eisen.

Vitamin D und Calcium
Um dem Knochenabbau, der Osteoporose, vorzubeugen, sollten viel Vitamin D und Calcium verzehrt werden. Calcium kommt in hohen Mengen in Sesam und Mandeln, aber auch in Gemüsesorten wie Broccoli, Grünkohl, Mangold und Sellerie vor und ist auch in Milchprodukten enthalten. Reich an Vitamin D sind Seefische und Eigelb. Der Bedarf an Calcium ist in den Wechseljahren um ein dreifaches erhöht. Ein Beispiel: es sollten 3 Scheiben Vollkornbrot, 2 Scheiben Hartkäse (Emmentaler), 1 Glas Buttermilch, 2 Teelöffel Sesam, 50 g Sardinen und 200 g Mangold verzehrt werden, um den täglichen Bedarf an Calcium zu decken.

Vorsicht
Was insbesondere in den Wechseljahren beachtet werden sollte: Zucker und Weißmehl sind Vitamin- und Mineralstoffräuber, ein erhöhter Salzkonsum führt zur Bindung von Calcium, das damit dem Knochenstoffwechsel nicht mehr zur Verfügung steht, Kaffee und Schwarztee (mehr als 2 Tassen am Tag) übersäuern den Organismus, Alkohol beeinträchtigt die Entgiftungsleistung der Leber.

Anita Printz: Ayurvedische Kochausbildung. Einmal im Monat bietet sie einen Kochkurs zum Thema “Kochen in den Wechseljahren” an, in dem sie ihre Tipps und Tricks weitergibt. Anschließend folgt ein Vortrag einer Expertin vom Frauengesundheitszentrum Berlin.


Weitere Informationen werden im Archiv nicht angezeigt.