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Ausgabe Januar/Februar 2005
Was ist Feinstofflichkeit?

Marco Bischof schreibt über den wissenschaftlich nur schwer fassbaren Bereich der Feinstofflichkeit.

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Wer hat nicht schon mal beim Betreten eines Raumes deutlich die darin herrschende “Atmosphäre” gespürt? Spannungen zwischen Menschen, Verliebtheit, Glück, Depression, Angst oder ganz einfach die “Stimmungen” anderer Menschen sind Zustände, die wir manchmal wahrnehmen. Da solche Raumqualitäten nicht physikalisch messbar sind, werden sie von der Wissenschaft traditionell als rein subjektive Erscheinungen betrachtet, d.h. als lediglich psychologische, innere Zustände des Betreffenden, die “in die Umgebung hineinprojiziert” werden und nicht als Wahrnehmungen von etwas, das real in der Außenwelt existiert.

Umdenken
Seit einiger Zeit bahnt sich jedoch ein Umdenken in der wissenschaftlichen Beurteilung solcher Feldphänomene an. Das hat auf der einen Seite damit zu tun, dass generell die subjektive Erfahrung des Menschen ernster genommen und immer öfter zum Anlass für neue wissenschaftliche Fragestellungen und Theorien wird. Ein weiterer Grund ist die wissenschaftliche Untersuchung von therapeutischen, sportlichen und übenden Verfahren außereuropäischen Ursprungs, die im Zuge der Globalisierung der Kulturen auch bei uns Verbreitung gefunden haben. Vielen nichtwestlichen Medizinsystemen, übenden Methoden und Körpertherapien, asiatischen Kampfsportmethoden sowie neueren westlichen Verfahren, die auf außereuropäische Anregung zurückgehen oder auf ähnlicher Basis in unserer eigenen Kultur entwickelt wurden, liegen Konzepte eines feinstofflichen Körpers und eines regulierenden und heilenden Lebensfeldes zu Grunde. Dazu gehören u.a. die Traditionelle Chinesische Medizin, die die Akupunktur einschließt, das indische Ayurveda und der Schamanismus, Tai Chi, Qi Gong und Shiatsu, Karate, Aikido, Jiu-Jitsu und Taekwon-do sowie die Reichsche Orgonmedizin, die Atemtherapie, Geistheilung und Chakraheilung.

Verbindende Lebensfelder
In den Kulturen, aus denen diese Verfahren stammen, werden feinstoffliche “Energiekörper” und “Lebensenergien” als Felder betrachtet, die die Lebewesen und die anorganische Welt durchfluten und miteinander verbinden. Diese Felder existieren aus ihrer Sicht unabhängig von Lebewesen im gesamten Raum um uns herum sowie in der Landschaft und in den Objekten der “unbelebten” Welt und spielen aus diesem Grund z.B. in China auch in der Landschaftsmalerei und im Feng Shui, der chinesischen Geomantie, eine wesentliche Rolle. In den erwähnten therapeutischen, sportlichen und übenden Verfahren bilden diese Lebensfelder und Lebensströme die Grundlage für alle diagnostischen Erkenntnisse und therapeutisch-heilenden Maßnahmen.

Moderne Naturwissenschaft
Obwohl die gegenwärtige Naturwissenschaft solche Vorstellungen nicht kennt, sind sie unserer eigenen westlichen Kultur durchaus nicht fremd. Wie ich in “Tachyonen, Orgonenergie, Skalarwellen” ausführlich dargestellt habe, haben in der Geschichte der europäischen Naturphilosophie, Biologie und Medizin von der griechischen Antike bis zur Romantik des frühen 19. Jahrhunderts Konzepte feinstofflicher Felder wie “Pneuma”, “Äther”, “Nervenfluidum” und “animalischer Magnetismus” eine zentrale Rolle gespielt. Ebenso bildete das Konzept eines raumerfüllenden “Äthers” bis um 1900 die Grundlage der gesamten klassischen Physik. Diese Konzepte entfernten sich jedoch immer mehr von ihrem feinstofflichen Ursprung und wurden immer materieller und mechanistischer, bis sie schließlich dadurch zu so schwerwiegenden Widersprüchen führten, dass sie nicht mehr brauchbar waren und über Bord geworfen wurden. Andererseits ist das Selbstverständnis der modernen Naturwissenschaft weitgehend gerade im Kampf gegen die ursprünglichen, noch genuin feinstofflichen Konzepte von Lebensenergien entstanden. Daraus wird die Ablehnung solcher Vorstellungen verständlich, die die Haltung der Naturwissenschaft bis heute weitgehend prägt.

Energiemedizin
Als in den letzten Jahrzehnten empirisch deutlich wurde, dass außereuropäische Verfahren wie die Akupunktur unzweifelhafte Wirkungen im Organismus hervorrufen können, begann die Wissenschaft mit der Nachprüfung ihrer Wirksamkeit und war vor die Aufgabe gestellt, diese Wirkungen auch zu erklären. Natürlich hat man zunächst versucht, dies im Rahmen bestehender Vorstellungen von Biologie, Biochemie, Medizin und Physik zu tun, doch bald wuchs die Zahl derer, die diese Versuche unzureichend fanden und dafür eintraten, die Erklärungsmodelle der Ursprungskulturen dieser Verfahren ernst zu nehmen und die Frage zu untersuchen, ob es nicht doch so etwas wie “Qi” oder “Prana”, mit anderen Worten, feinstoffliche Felder, geben könnte und ob diese wissenschaftlich begründbar seien. Heute genießt das Gebiet der so genannten “Energiemedizin”, das alle medizinischen Anwendungen sowohl elektromagnetischer Felder wie auch von hypothetischen, nicht-elektromagnetischen, “feinstofflichen Feldern” umfasst und auch die Vorstellung einer auf solchen Feldern beruhenden Regulationsebene im menschlichen Organismus in seinen ganzheitlichen theoretischen Ansatz aufgenommen hat, in den USA sogar staatliche Anerkennung und ist weltweit Forschungsobjekt vieler wissenschaftlicher Institute.

Symposium “Feinstofflichkeit in Theorie und Praxis” mit Beiträgen von K. Volkamer, H. Buhl, B. Hamprecht und M. Bischof zu verschiedenen Themenaspekten und Podiumsdiskussionen unter Einbeziehung der Teilnehmer.


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