aktuelle Seite: ARCHIV   
Jahr:
2020 | 2019 | 2018 | 2017 | 2016 | 2015 | 2014 | 2013 | 2012 | 2011 | 2010 | 2009 | 2008 | 2007 | 2006 | 2005 | 2004 | 2003 | 2002 | 2001 |

Ausgabe Januar/Februar 2005
Glück ist kein Zufall

Elke Wiget schreibt darüber, wie wir unser Glücksempfinden bewusster steigern können.

art36702
Glückliche Gefühle
Glück bedeutet im eigentlichen Sinne, glückliche Gefühle zu empfinden. Denn was helfen uns die schönsten Lebensumstände, wenn wir uns nicht dauerhaft darüber freuen können? Grundsätzlich bietet uns das Leben unendlich viele Möglichkeiten für glückliche Gefühle: Ausgelassenheit, Spaß, Liebe, Verbundenheit, Geborgenheit oder auch inneren Frieden, Genuss, Gelassenheit, Zuversicht und Optimismus. Natürlich ist es schön, solche Gefühle so oft wie möglich im Alltag zu empfinden. Und genau diese Fähigkeit lässt sich entwickeln und steigern.

Belohnungs- und Vermeidungssystem
Wir haben alle von Natur aus die Fähigkeit, richtig glücklich zu sein. Neurobiologen haben herausgefunden, dass Menschen über ein emotionales Belohnungs- und Vermeidungssystem verfügen. Diesen beiden Systemen verdanken wir unsere glücklichen und unglücklichen Gefühle. Beide Systeme lassen sich trainieren, denn sie passen sich unseren Gewohnheiten an. Aktivieren wir häufig das Vermeidungssystem, indem wir unsere Aufmerksamkeit oft auf Probleme richten, wird dieses System sofort ausgebaut. Nach wenigen Monaten ist es zur doppelten Größe herangewachsen und macht auch doppelt so viele schlechte Gefühle. Das hat zur Folge, dass das Belohnungssystem, das für die guten Gefühle verantwortlich ist, blockiert wird. Kommt das Belohnungssystem nicht wirklich zum Zug, wird seine Aktivität stufenweise reduziert. Glücklicherweise kann auch unser Belohnungssystem durch häufige Aktivierung gestärkt werden, was natürlich im Gegenzug das Vermeidungssystem hemmt. Auf diese Weise fühlen wir immer häufiger glückliche Gefühle und seltener die unglücklichen, d.h. wir werden zunehmend glücklicher.

Gezieltes Training
Es gibt viele Methoden, das Belohnungssystem gezielt zu trainieren. Eine davon ist, die Wahrnehmung auf etwas Schönes zu richten, denn das regt die Ausschüttung von Glückshormonen an: Betrachten wir eine schöne Rose, bekommen die meisten von uns ein angenehmes Gefühl. Wiederhole ich diesen Vorgang einige Male im Abstand von wenigen Sekunden, erfolgt jedes Mal erneut eine Ausschüttung von Glückshormonen. Glücklicherweise werden diese nicht so schnell abgebaut wie erneut ausgeschüttet, so dass sich die Dosis dieser Hormone im Blutkreislauf steigert. Da die Gefühle immer stärker werden, kann man sich so regelrecht in eine Glücksekstase hineinsteigern und generell das Leben immer mehr auf das Glücklichsein ausrichten. Ein schöner Nebeneffekt ist die wissenschaftliche Erkenntnis, dass wir unsere Leistungsfähigkeit auf 200% steigern können, wenn wir Spaß oder Freude empfinden. Mit zunehmend glücklichen Gefühlen optimieren wir unsere Ausstrahlung, unser Auftreten und steigern unsere Kreativität.



Weitere Informationen werden im Archiv nicht angezeigt.