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Ausgabe Januar/Februar 2005
Das Abwehrsystem stärken

Die Heilpraktikerin Doris Rauschert stellt die Heilpflanze Echinacea, den Roten Sonnenhut, vor.

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Im Jahre 1885 soll der amerikanische Arzt und Homöopath Meyer eine Indianersquaw dabei beobachtet haben, wie sie frischen Sonnenhut zwischen zwei Steinen zerrieb und den Brei als Wundauflage für ein Stammesmitglied verwendete. Es zeigte sich, dass die Wunde überaus schnell verheilte. Ende des 19. Jh. wurde die Pflanze wissenschaftlich untersucht und avancierte in den letzten hundert Jahren zu einer der meistgebrauchten Pflanzendrogen. Zu uns nach Deutschland kam sie 1938 auf Veranlassung des Arztes und Firmengründers Gerhard Madaus.

Zierpflanze
Die mehrjährige Pflanze, die ca. 60–180 cm hoch werden kann, wird wegen ihrer schönen Blüte längst als Zierpflanze in unseren Gärten angebaut. Die Blüte besteht aus purpurfarbenen Zungenblüten und dunklen Röhrenblüten. Ihr Name Echinacea leitet sich vom griechischen “echoinos” – Igel – ab und bezieht sich auf den igelartig aussehenden Blütenboden. Verwendet werden die Wurzel und das gesamte Kraut der Heilpflanze.

Heilwirkungen
Bekannt ist die innerliche Einnahme zur Vorbeugung und zur Therapie bei Infektionskrankheiten wie Erkältung , Grippe, etc. Dabei ist die Echinacea ein sehr gutes Heilmittel bei septischen und pyämischen (Ausschwemmung von Eiterherden aus der Blutbahn) Prozessen. Äußerliche Anwendungen bei Wunden, Hautinfektionen und insbesondere bei Verbrennungen zeigen, dass die Pflanze aufs “zauberhafte” den Schmerz nimmt, Schlaf gibt und die Heilung innerlich wie äußerlich beschleunigt. Eine Breiauflage mit dem Roten Sonnenhut kann die Wundheilung fördern und ist auch hilfreich bei Unterleibsentzündungen. In der Praxis zeigt sich, dass sie bei alten, schlecht heilenden Wunden gerade bei älteren Menschen wahre Wunder vollbringt.

Wirkungen auf das Immunsystem
Die Inhaltsstoffe Polysaccaride, Cichoriensäure, Alkylamide, Glykoproteine sprechen das Immunsystem auf verschiedenen Ebenen an. Durch den Einfluss von Echinacea kommt es zur Erhöhung der Leukozytenzahl und damit auch zu einem Anstieg der Granulozyten im Blut. Die Polysaccharide aktivieren Granulozyten und Makrophagen zu einer vermehrten Phagozytoseleistung. Durch diesen Effekt werden Viren, Bakterien und Tumorzellen besser aufgenommen und verdaut. Durch die erhöhte Stoffwechselleistung der Granulozyten und Makrophagen wird die Produktion von Sauerstoffradikalen angeschoben, die zu einer Freisetzung von Zytokinen führt. Zytokine wirken auf die Vermehrung und auf die Aktivität der Lymphozyten ein. Interleukine sind Zytokine, die zur Aktivierung von T-Helferzellen, neutrophilen Granulozyten und den natürlichen Killerzellen führen. Sie bewirken eine schnellere Differenzierung der B-Lymphozyten zu antikörperbildenden Plasmazellen und einer Steigerung der Produktion von Antikörpern. Des weiteren regen sie die Freisetzung von Stresshormonen an, fördern die Fieberentstehung, machen müde und fördern damit den zur Infektbekämpfung wichtigen Schlaf.

Kontraindikationen
Bei Systemerkrankungen wie Tuberkulose, Leukosen, Kollagonosen, AIDS-Erkrankungen und anderen Autoimmunerkrankungen ist der Rote Sonnenhut nicht zu verwenden. Bei Neigung zu Allergien, insbesondere gegen Korbblütler ist auf die Einnahme zu verzichten. Bei Diabetikern kann sich bei Injektionen mit Echinacea die Stoffwechsellage verschlechtern. Je nach Dosierung kann es bei parenteraler Anwendung zu Schüttelfrost, kurzfristigen Fieberreaktionen, Übelkeit oder Erbrechen führen. Bei zu hoher Dosierung oder längerer Einnahme von Echinacea kann es zu bräunlichen Verfärbungen an den Beinen kommen, die nach Absetzen der Pflanzendroge wieder verschwinden. Bestehen Unverträglichkeiten oder Kontraindikationen gegen Echinacea, gibt es alternative Heilpflanzen wie den Wasserdost, die Kapuzinerkresse, Lebensbaumspitzen oder die Meerrettichwurzel.


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