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Ausgabe Mai/Juni 2004
Frieden dank der Kraft der Sprache

Das Energetische Sprachtraining von Mechthild von Scheurl-Defersdorf. Gudrun Klask über die Wirkung der Umgangssprache.

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Frieden ist vielen Menschen ein Anliegen, doch die Realität sieht anders aus: Gewalt an den Schulen, in Beziehungen und Kriege weltweit. Der Einfluß des einzelnen Menschen scheint begrenzt. Doch die heutige Umgangssprache spiegelt unsere innere Haltung und damit unseren Beitrag wider: “Wir kämpfen im Büro regelrecht, damit wir endlich eine neue Computeranlage kriegen!” oder: “Ich habe einen Vorschlag für Dich!”
Wörter schaffen Realität
Unsere Alltagssprache ist gespickt mit Kriegswörtern, die oft unreflektiert in den Familien und in der Schule an die Kinder weitergegeben werden. So erteilen viele Eltern ihren Kindern gerne Rat-Schläge und wundern sich, wenn die Kinder diese ablehnen. Mit jeder einzelnen Formulierung nehmen unsere Gedanken Form an. Ein Wort ist ein materialisierter Gedanke, der danach strebt, Realität zu werden. Wenn jemand sehr oft sagt, dass er immer kämpfen muss, dann lädt er damit den Kampf geradezu in sein Leben ein. Eine Aufgabe nach der anderen zu lösen, bringt das Leben eher zum fließen. In der Sprache ist eine Kraft enthalten, mit der wir die Welt in die von uns gewünschte Richtung in Bewegung bringen. Streit, Gewalt und Krankheit beginnen ebenso beim Denken und Sprechen wie Erfolg, Frieden und Wohlbefinden.

Die Wirkung der Umgangssprache
Die Bandbreite von Kampf und Krieg in unserer Umgangssprache ist groß: Menschen werden am Telefon “abgewürgt”, Erwachsene haben “Terror” im Büro und Kinder einen “Mordsspaß” beim Spielen. Das folgende Beispiel aus einem Seminar verdeutlicht die Wirkungen des tagtäglichen Umgangstones:
Während des Sammelns von Vokabular wurde eine Teilnehmerin ganz blass und erzählte zum Thema Krieg von einer Freundin, die jedes Telefongespräch, in dem sie etwas will, mit folgenden Worten anfängt: “Hallo, ich habe ein Attentat auf dich vor!”, worauf ihre Antwort meist lautet: “Na, dann schieß mal los.” Sie erzählte, dass sie jedesmal zusammenzuckt, wenn sie diesen Ausspruch hört. “Ich bekomme bei diesen Worten die innere Ahnung, dass ich zu dem, was sie von mir will, keine Lust habe. Doch ich fühle mich zu klein, um nein zu sagen und so enden diese Gespräche meist mit einer unliebsamen Verpflichtung.” Das “Attentat” hat also seinen Zweck erfüllt. Sie erkannte bei einem Rollenspiel, dass sie bei ihrer Antwort - wie getroffen - in sich zusammensank, auf ihrem Stuhl zurückwich und ihre Stimme ganz leise klang. Um bei dem nächsten Attentat gewappnet zu sein, fand sie für sich eine kraftvolle Antwort: “Du hast ein Anliegen.” (Punkt und kein Fragezeichen!) “ Erzähle es mir und ich schaue, ob es in meinem Terminkalender Platz findet.” Bei dieser Antwort saß sie gerade in ihrer vollen Größe auf dem Stuhl und ihre Stimme klang wohltönend stark und selbstsicher.

Die Praxis füllen
Ein weiterer wichtiger Aspekt bei der Sprache ist, dass mit Worten Erinnerungen gespeichert sind, die bei jeder Kommunikation subtil mitwirken. Die meisten Menschen sind erstaunt, wenn sie hören, dass die Art und Weise, wie sie sich ausdrücken, einen großen Einfluss auf die zwischenmenschliche Beziehung hat. Dies erfuhr auch eine Logopädin, die in der letzten Zeit weniger Patienten hatte. Sie konnte es gar nicht verstehen, denn sie gab sich alle Mühe, den Kunden zeitlich entgegenzukommen. “Ich bin doch jedesmal höflich und sage, dass ich sie terminlich gerne umlege...” - sie stockte. Zum ersten Mal hatte sie gespürt, wie sie mit ihren Patienten sprach. “Oh nein, ich will doch niemanden umlegen! Ab jetzt werde ich sagen, dass ich ihnen gerne einen neuen Termin gebe.” Ein paar Wochen später erzählte sie freudestrahlend, dass es in der Praxis mit den Patienten wieder viel runder lief. Die Achtung in der Sprache für den Patienten kam in Form von Achtung ihrer Arbeit und Zeit wieder zurück.

Energetisches Sprachtraining als ein Weg zum Frieden
Die Wandlung der Sprache ist eine wunderbare Art und Weise, sich und seinem Umfeld mehr Frieden zu schenken. Löst sich das Gewalt-Denken in den Köpfen, wird neuer Raum für Frieden frei. Eine friedvollere Wortwahl steigert die Ausstrahlung, die Körperhaltung und das Selbstbewusstsein.


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