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Ausgabe Mai/Juni 2004
Kriya-Yoga – der Weg zur Selbstverwirklichung

Tarika Hoffmann über die Technik

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Die Methode
Kriya-Yoga umfasst sechs Einweihungsstufen und verbindet unterschiedliche Atem-, Körper- und Konzentrationsübungen zu einem Übungsablauf. Kri steht dabei für die Tätigkeit oder Arbeit, die von der innewohnenden Seele, Ya, verrichtet wird. Während der Übungsfolgen wird die im Atem enthaltene Lebensenergie (Prana) mental um die sechs Rückenmarkszentren (Chakren) bewegt. Auf diese Art und Weise wird die Energie, die wir sonst im täglichen Leben nach außen richten, auf geistigem Wege zum inneren Kosmos, also in den Körper gelenkt. Hier verbindet sie sich mit den feineren Energien in der Wirbelsäule. Das tiefe und bewusste Atmen während der einzelnen Übungen bewirkt, dass der Verstand und damit die fünf Sinne zur Ruhe kommen. Verweilt man in diesem Zustand, hört man den göttlichen Ton OM und das Wissenszentrum im Herzen wird aktiviert. Der Übende gelangt so, jenseits von Körperempfindungen, Sinneseindrücken und Gedanken in eine tiefe Entspannung, “tankt” kosmische Lebensenergie auf und erreicht in der Meditation erweiterte Bewusstseinszustände. Regelmäßiges Praktizieren bewirkt zudem eine tiefgreifende Reinigung auf körperlicher, mentaler und emotionaler Ebene. Durch das verstärkte Einströmen der Energie können Krankheiten geheilt und Blockaden gelöst werden. Wenn alle Ebenen harmonisch miteinander schwingen, Körper, Geist und Seele in einem inneren Gleichgewicht sind, lösen sich die Erscheinungsformen des individuellen Willens (EGO) im kosmischen Willen auf. Dadurch wird Befreiung erlangt, die es dem Praktizierende ermöglicht, in dieser Welt zu leben und zu arbeiten, ohne gleichzeitig mit ihr verhaftet zu sein.

Die Einweihung
Während der Einweihung reinigt der Lehrer die sieben Chakren und überträgt die unmittelbare Erfahrungen von Licht, Ton und Schwingung (göttlicher Ausdruck) auf den Schüler. Durch diese Öffnung für höherschwingende Energien wird der Schüler an die Übertragungslinie der verwirklichten Meister geschlossen und ein kontinuierlicher Transformationsprozess auf allen Ebenen eingeleitet. In einer abschließenden Zeremonie übergibt der Schüler mit drei Gaben symbolisch seine bisherigen Taten, die fünf Sinne und seiner Anhaftung an die materielle Welt. Danach wird die Technik der jeweiligen Einweihungsstufe gelehrt.

Die Linie der Meister
Die Wiederbelebung dieser alten Meditationsmethode, die auch von Patanjali in den Yoga-Sutren erwähnt wird, begann vor 140 Jahren, im Winter 1863, als der geheimnisvolle Yogi Babaji dem Lahiri Mahasaya bei einer Wanderung bei Ranikhet im Himalaya erschien. Babaji lehrte ihn das verlorengegangene Wissen des Kriya-Yoga mit dem Auftrag, es an ernsthaft spirituell Suchende weiterzugeben. Lahiri Mahasaya, ein höchst verwirklichter Yogi und Familienvater, übermittelte diese Technik Sri Yukteshwars , der sie wiederum an Paramahamsa Yogananda, den Verfasser der “Autobiographie eines Yogi”, weitergab. Im Jahre 1920 reiste Yogananda auf Wunsch seines Lehrers nach Amerika und begann, Kriya-Yoga in der westlichen Welt als Weg der Selbstverwirklichung zu lehren. Paramahamsa Hariharananda, der als verwirklichter Meister und direkter Schüler von Sri Yukteswar und Paramahamsa Yogananda im Dezember 2002 seinen Körper verlassen hat, gab diese Technik u.a. an Paramahamsa Pajnanananda weiter, der die Meisterlinie fortführt. Aus dieser Tradition heraus wird Kriya-Yoga auch heute nur persönlich vom Lehrer an den Schüler weitergegeben.


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