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Ausgabe Mai/Juni 2004
Young at heart - Die Stimme des Herzens

KGS sprach mit dem “Herzlehrer” Thomas Young über das Mysterium Herz und über seine Arbeit.

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KGS: Was verstehen Sie unter dem „Herzen“? Was ist ein „Herzlehrer“?
Thomas Young: Das Herz ist aus meiner Sicht ein Mysterium. Es birgt ein Geheimnis, das größer ist als alle Geheimnisse aller Kulturen der Menschheit. Die großen Weltreligionen und Mysterienschulen haben in ihrem innersten Kern einen Herzraum, der nur Eingeweihten zugänglich ist. Das Herz und das Selbst sind eins. Es ist das spirituelle Herz, die Mitte, der Wesenskern. Es ist das Zentrum, in dem die persönliche Transformation stattfindet und sich die oberen und unteren Chakren verbinden. Himmel und Erde finden im Herzen zusammen. Das Herz lernt durch Berührung. Es schließt nichts aus, insbesondere nicht den Humor. Ein Herzlehrer schafft Bedingungen, unter denen wir damit in Kontakt kommen können.

Viele spirituelle Wege betonen die Ernsthaftigkeit der Praxis. Warum betonen Sie den Humor?
Ich betone beides. Humor ist ein Königsweg zur Transformation. Er setzt einen transpersonalen Standpunkt voraus und betrachtet das Endliche vom Unendlichen. Wer das herzliche Lachen der heiligen Narren vernimmt, hört ihn sofort, den Klang der Freiheit. Er kommt aus heiterem Himmel. Humor ist eine souveräne Lebenshaltung, die mit dem Herzen verbindet und Zugang zu weiteren Bewusstseinsebenen ermöglicht.

Wie geht das genau vor sich? Gibt es eine bestimmte Technik?
Vielleicht haben Sie schon einmal etwas von dem „Inneren Lehrer“ gehört. Sobald Teilnehmer beginnen, sich in ihrem Herzen zu fokussieren, verbinden sie sich mit ihrem Inneren Lehrer und haben Zugang zu zeitloser Weisheit. Sie erlangen die Fähigkeit, Entscheidungen mit absoluter innerer Klarheit zu treffen. Je mehr sie diesem Inneren Lehrer vertrauen, desto stärker und unabhängiger wird ihr Energiefeld. Das Herz weiß unmittelbar und geht weit über die Fähigkeiten des Verstandes hinaus. Der Schlüssel liegt darin, die Stimme des Herzens zu erkennen und ihr vollständig zu vertrauen. Warum habe ich mich z.B. für das Vorhaben entschieden, meinen Lebensweg vollständig zu ändern und die Erfahrungen in Seminarform weiterzugeben? Ich tue dies lediglich aufgrund dieser klaren inneren Stimme, die wünscht, das Erleben innerer Glückseligkeit auch für andere Menschen erfahrbar zu machen.

Wenn es auch um „Innere Lehrer“ geht, so sind Sie doch aber ein „äußerer Lehrer“ für andere? Worin besteht der Unterschied?
Richtig, ein guter äußerer Lehrer führt Menschen in ihre eigene Kraft. Man erkennt diese raren Exemplare an den Fortschritten ihrer Schüler. Den letzten äußeren Lehrer traf ich in dem Mystiker Brugh Joy. Die Begegnung in Arizona hatte die Qualität eines Wiedersehens zweier alter Freunde. Nach der tiefen Transformation und Inspiration, die sich dadurch ereignete, gibt es in meinem Leben keinen äußeren Lehrer mehr. Das heißt nicht, das das Lernen vorbei ist. Das Leben ist der Lehrer. Gemeint ist vielmehr eine hingebungsvolle Beziehung des Schülers zu einem Lehrer, wo durch die gegenseitige Offenheit und Liebe plötzlich Verwandlungen geschehen.

Was für Verwandlungen sind das?
In meinem Fall war es sehr dramatisch, doch es gibt diese Erfahrungen in den verschiedensten Nuancen. Das alte Ich als Filmemacher, Soziologe, Geschäftsmann starb in einer alles umwälzenden Todeserfahrung. Die Verbindung zur eigenen Kraftquelle im Herzen, zum Inneren Lehrer war hergestellt. Das Erstaunliche daran ist: Ein Teil der Psyche sucht nicht mehr. Er ist angekommen. Im Herzen. Was bleibt, ist tiefe Dankbarkeit und die Bereitschaft, die Realität in jedem Moment neu zu erfahren.
Dankbarkeit an sich ist eine der wichtigsten Qualitäten auf dem sprirtuellen Weg und wird häufig vernachlässigt.

Warum ist eine Gruppe oder ein Wochenende für diese Arbeit sinnvoll? Soll nicht jeder auch allein für sich glücklich werden können?
Völlig richtig, das ist das Ziel. Doch die bewusstseinserweiternde Transformation in einer Gruppe ist wesentlich leichter als allein und bedarf zu Beginn eines Lehrers, der den Funken zündet und hilft, Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Ein Lehrer öffnet dabei lediglich das Fenster und dies geht nach innen auf. Etwas wird durch seine Anwesenheit vermittelt, das nur unmittelbar erlebt werden kann. Es ist die Nicht-Sprache eines Vortrages, die die Seele der Zuhörer erreicht und eine Saite in ihnen resonieren lässt. Gleichzeitig erzeugt die gemeinsame Meditation ein Energiefeld, das den Zugang zum eigenen Herzzentrum öffnet. Es wird auf den Wochenenden eine zentrale Technik vermittelt, die zu Hause weiter praktiziert werden kann und die Grundlage für das 12-tägige Einweihungstraining “Sacred Heart” bildet. Zur Vorbereitung haben wir für die Teilnehmer die „Sacred Heart“-Meditations-CD entwickelt, wo in Form von Heiligen Versen - ähnlich den mündlich übertragenen, alten Lehren - das Herz täglich geweitet wird.

Was konkret verändert sich durch das Meditieren mit dieser CD oder auch durch ein Wochenende?
Im Idealfall wird die Herzenergie am ganzen Körper gespürt und dadurch wird die Liebe erweckt. Ein Seelenkontakt findet statt. Das Faszinierende ist, die Erweckung der Liebe, die vom Herz-Chakra ausgeht, versetzt selbst große Skeptiker in Erstaunen. Es ist die Energie, die den Schmerz jahrelanger Wunden heilt und die Seele voller Dankbarkeit erblühen lässt. Diese Liebe ist nicht emotional, nicht sexuell und nicht intellektuell. Selbst unter größten Anstrengungen und im tiefsten Schmerz ist das Herz gleichzeitig fähig, Freude zu empfinden. Es ist immer mit der Ebene der Glückseligkeit verbunden und braucht dafür keinen Grund.
Thomas Young, wir danken für dieses Gespräch.t


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