aktuelle Seite: ARCHIV   
Jahr:
2020 | 2019 | 2018 | 2017 | 2016 | 2015 | 2014 | 2013 | 2012 | 2011 | 2010 | 2009 | 2008 | 2007 | 2006 | 2005 | 2004 | 2003 | 2002 | 2001 |

Ausgabe Mai/Juni 2004
Dem Craniosakralen Rhythmus folgen

Craniosakrale Therapie ist die manuelle Behandlung des Craniosakralen Systems und den damit zusammenhängenden Strukturen. Der HP Christian von Klahr berichtet.

art31050
Vor 20 Jahren entdeckte der osteopathische Arzt und Chirurg John E. Upledger, dass es einen dritten Rhythmus neben dem Herz- und Atemrhythmus gibt: den Craniosakralrhythmus.
Das Craniosakrale System ist die Umgebung, in der das zentrale Nervensystem sich befindet und funktioniert. Es besteht aus den Hirn- und Rückenmarkshäuten mit ihren knöchernen und Weichteilverbindungen sowie aus allen zur Herstellung, Zirkulation und Wiederaufnahme der Hirn- und Rückenmarksflüssigkeit dienenden Strukturen. Im Rückenmark entsteht durch die Bewegung des Liquors ein Rhythmus vom Gehirn bis zum Sakrum, der etwa viermal langsamer als der Atemrhythmus ist und wie eine Welle den ganzen Körper durchdringt. Selbst im kleinen Fußzeh wird diese Energie für den Geübten spürbar. Die Aufgabe des Therapeuten ist es, Blockaden im Rhythmus zu erspüren und dem Körper die Möglichkeit zu geben, durch sanfte und genau gesetzte Impulse selbst zum Rhythmus zurückzufinden.

Anwendungsgebiete
Da der Rhythmus in jeder Zelle des Körpers spürbar ist, kann die Therapie auch für viele Beschwerden angewendet werden. Die klassischen Gebiete sind Kopf und Rücken.
Eine Patientin hatte nach einem Sturz vom Pferd Schmerzen um das Steißbein herum. Der Arzt konnte keinen Bruch feststellen und nicht weiterhelfen. In der Behandlung gelang es mir, durch genau platzierte Griffe den energetischen Stau zu lösen, da der Rhythmus zwischen Becken und Beinen blockiert war.
Jeder Knochen im Körper hat seine eigene Bewegungsachse. Ist die Bewegung eines Knochens eingeschränkt, wie z.B. durch zu starkes Zähneknirschen im Unterkiefer, kann das zu täglichen Schmerzen führen – so geschehen bei einer meiner Patientinnen. Durch eine Verkeilung des Unterkiefers hatte sich die Craniosakrale Eigenbewegung des Unterkiefers deutlich verringert. Nach einigen Behandlungen war eine autonome Bewegung des Unterkiefers wieder möglich und auch die Schmerzen waren durch die gleichzeitige Befreiung des Nervs verschwunden.

Trancezustand während des Heilungsvorgangs
Wie stark offenbar der Craniosakrale Rhythmus mit dem Unterbewusstsein verbunden ist, zeigt sich daran, dass der Patient im eigentlichen Heilungsvorgang in einen Trancezustand versetzt wird. Wenn sich ein Stau auflöst oder sich ein Knochen aus einer Fehlposition löst, fällt der Patient in eine tiefe Entspannungsphase. Der Therapeut gibt dem Rhythmus die Möglichkeit, seinen Weg selber zu bahnen und damit das Gewebe zu heilen.


Weitere Informationen werden im Archiv nicht angezeigt.