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Ausgabe März/April 2004
Mitgefühl - Die Lehre Buddhas?

Annette Hempel über das “Mitgefühl” in Buddhas Sinne

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Wer “mitfühlt”, der verbindet sich mit dem, was er fühlt. Hat der andere also Leid und wir “fühlen mit”, verbinden wir uns mit dessen Leid und verlängern oder verdoppeln es so! Sehen wir uns die original Pali-Texte von Buddhas Reden an, finden wir Worte wie “mitfühlen” in der Übersetzung von K.E. Neumann dort nicht. Dies ist sinninhaltlich auch nachvollziehbar und verständlich, denn Buddhas Lehre will kein Leid entstehen lassen und noch weniger Leid verlängern, sondern ausschließlich die Auflösung und Beendigung von Leid erreichen!
Buddha betrachtete alle Leidensgrundlagen aus der neutralen Sicht der inneren Versenkung, in deren Endstadium die rechte Meditation entsteht und erkannte die Kette der Ursachen und Auswirkungen, die zum Leid führen, das Festhalten an allen unrichtigen Dingen. Daher lehrt Buddha: Seid wachsam und achtet auf alles, was “richtig”, d.h. aufbauend, befreiend, eben harmonisch ist und der höheren Entwicklung dient. Verbindet euch daher nicht mit unreinen Dingen, denn “Verbindung” bedeutet immer Bindung - also Verlängerung von Dingen - statt deren notwendige Auflösung. Steht achtsam aber neutral, d.h. gleichmütig - und nicht mitfühlend - allem gegenüber, dann werdet ihr sogleich den Mut haben, das zu tun, was die Kette des Leides unterbricht bzw. beendet und sofort Freiheit erreichen.Wir sollen nach den Lehren Buddhas also keine verbindenden, negativen Dinge - insbesondere durch mitfühlen und denken - verlängern, sondern aus der Sicht von Ursache und Wirkung (Karma) heraus aus der Stabilität erleuchteten (rechten) Wissens neutral, d.h. aus dem Herzen einander helfen, damit die Kraft der allseitigen Erlösung sich ausweitet und alles Leid aufgelöst wird und aufhört zu sein.



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