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Ausgabe März/April 2004
Emotionale Entschlackung mit dem Brainscanner

Haidrun Schäfer über ihre Erfahrungen mit dem Brainscanner im Institut Sandel

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Kindliche Traumen zu erkennen ist der eine Schritt - aber wie befreit man sich aus den erkannten emotionalen Strickmustern? Der Brainscanner ist ein Apparat, der belastende Emotionen erkennt, herausfiltert und in modifizierter Form zurücksendet.
Grüne Woche: Da kreisen sie wieder in ihren stinkenden Blechkisten vor unserer Haustür auf der Suche nach Parkplätzen - wie ungerne überlasse ich ihnen meinen und wie fluche ich über die aufgereihten LDS, PM und HVLler vor meiner Wohnungstür, wenn ich wiederkomme. Ich könnte sie...

Der Brainscanner
Ein geeigneter Zeitpunkt, um endlich mit der Brainscanner-Therapie zu beginnen: In meinem Fall 7 Tage Turbosanierung auf frühkindlichen Baustellen. Vor 20 Jahren entwickelten der Ingenieur P. Aichholzer und der Arzt Dr. Johann Semm ein Gerät zur Leistungs- und Motivationssteigerung für Sportler, um die Angst vor kritischen Situationen abzubauen. Sie nutzten dabei Ergebnisse der Hirnforschung, wonach Konflikte und damit auch Ängste sich in Form konflikttypischer Schwingungsmuster erfassen lassen. Die Auflösung blockierender Konflikte gab dem Gerät seinen ersten Namen: Conflict Controlling System. Der Apparat misst - ähnlich wie ein EKG- oder EEG-Gerät - Körperpotentiale. Konflikttypische Schwingungsmuster werden erkannt, herausgefiltert und im Sinne einer negativen Rückkopplung modifiziert. Die modifizierten Signale werden dem Klienten wieder zugeführt. So wie bei der Entstehung eines Konfliktes ein unbewusster “Lernprozess” stattfand, findet jetzt anhand dieser veränderten Signale ein erneuter unbewusster Lernprozess in umgekehrter Richtung statt und die Konflikte werden von mal zu mal mehr abgebaut. Inzwischen kommen nicht nur Sportler in den Genuss, sondern alle Berliner haben die Möglichkeit, im Institut Sandel in sehr kurzer Zeit behindernde Konflikte aufzulösen. Dabei reicht das Anwendungsspektrum von Stressbewältigung, Raucherentwöhnung, Depressionen und Angstzuständen aller Art über Süchte und Essstörungen bis hin zu Missbrauch.

Der Ablauf
In einem Vorgespräch berichte ich von meinen Beweggründen. Danach werden zu Beginn jeder Sitzung in einem Gespräch die Themen, die an diesem Tag vorzugsweise angesprochen werden sollten, festgelegt. Die Reise beginnt in einem bequemen Sessel. An meinen Fingern sind kleine Spezialelektroden angebracht, die meine Biosignale messen und mir später die passenden Therapiesignale zuführen. Über Kopfhörer lausche ich die ersten 10 Minuten einer meditativen Musik, durch die ich einen Tief-Ruhezustand erreiche. Dann höre ich von Frau Sandel Stichworte zu den vorher besprochenen Problemen. Mit Hilfe meiner Phantasie versetze ich mich gefühlsmäßig in belastende Situationen. Anhand einer Darstellung der Messwerte sieht Frau Sandel in dem mitlaufenden Diagramm sofort, wie stark ich auf bestimmte Themen reagiere und kann dies dementsprechend im weiteren Verlauf berücksichtigen. Wir sind immer in Kontakt und können uns während der Sitzung verständigen.

Ausbleibende Wut
Schon nach der ersten Sitzung bleibt die Wut auf die noch immer kreisenden Zugereisten aus - ich kann ihr Verhalten sogar nachempfinden: kostet doch ein Platz auf den vorgesehenen Parkräumen 7,50 Euro - plus Eintritt und plus Verzehrgebühren... Der Zusammenhang zwischen meiner Wut auf Parkplatzräuber und der Trennung meiner Eltern ist auf den ersten Blick nicht ersichtlich, wird allerdings im Laufe der ersten Sitzungen durch unterschiedlichste Themen deutlich. Hinter jeder Wut steht Schmerz. Bei dem Trennungsthema angekommen, empfinde ich den Schmerz über die Trennung und den Wunsch nach familiärer Geborgenheit, ohne völlig in diesen Gefühlen abzutauchen und auch ohne Schuldzuweisungen zu entwickeln, währenddessen der Brainscanner die Schwingungen meiner Emotionen aufnimmt, modifiziert und mir sofort wieder zuführt. Die Erinnerung bleibt, aber der lähmende Schmerz geht.

Ausbleibender Trennungsschmerz
Haben mich die Szenen in dem Film “Die Brücken am Fluss” vor dieser Therapie noch zu heftigsten Tränenausbrüchen bewegt, so begegne ich dem Thema “lieben und trennen” heute wesentlich gelassener. Es bleibt eine Sehnsucht nach Zugehörigkeit, nach einer Familie, der Wunsch nach Mann und Kind, aber diese Wünsche sind nicht mehr mit einer schmerzlichen Sehnsucht gekoppelt. Als Kind war für mich die Trennung nicht nachvollziehbar, denn Mama und Papa gehörten einfach zusammen. Wenn im Film Clint Eastwood geht, um sich nicht mehr umzudrehen, assoziierte ich meine schmerzhaften Erfahrungen zu diesem Thema. Heute empfinde ich Abschiede immer noch als traurig, bringe sie aber emotional nicht mehr mit inneren Zerreißproben in Zusammenhang.

Druck
Nachdem ich mehrere schmerzvolle Situationen aufgespürt und sie emotional nachempfunden habe, während der Brainscanner die lähmenden negativen Emotionen modifiziert hat, begegne ich alltäglichen druckempfindlichen Situationen wesentlich gelassener. Ich bin einfach weniger stressempfänglich bzw. entsteht im Vorfeld weniger Druck. Das ganze Thema Druck, von Termin- über Erfolgs-, Zeit- und Leistungs- bis hin zu finanziellem Druck, eignet sich hervorragend, um ihm vom Brainscanner die Schärfe nehmen zu lassen.
In der letzten Sitzung habe ich die Zeit vor der elterlichen Trennung bewusst wiedergefunden: die Liebe der beiden, die mich in den ersten Jahren getragen hat. Diese Kraft habe ich für mein Leben zur Verfügung. Ein wunderbares Fundament, auf dem sich eine Menge aufbauen lässt!


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