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Ausgabe Januar/Februar 2004
Wind und Wasser - Feng Shui - Die chinesische Harmonielehre

Eine Einführung von Haidrun Schäfer

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Feng Shui ist die Lehre des Zusammenspiels der natürlichen Kräfte. Die Harmonie von Sonne und Mond ist die Basis der Yin-Yang-Theorie, welche die Grundlage des I-Ging bildet, aus dem die Feng-Shui-Lehre entwickelt wurde. Chi ist der Beginn von allem. Dieses Chi teilte sich und bildete zwei Pole - Yin und Yang. Yin und Yang schufen auf der Erde fünf Grund-Elemente: Wasser, Feuer, Holz, Metall und Erde. Aus der Tatsache, dass diese Elemente nicht statisch sind, sondern einmal stärker und dann wieder schwächer auftreten, entwickelte sich der Chi-Fluss, der wiederum die Jahreszeiten und deren Wechsel bedingt. Dass all dies in Harmonie stattfindet, dafür ist der Chi-Fluss verantwortlich, denn er vermittelt zwischen Yin und Yang. Ziel der Feng-Shui-Lehre ist das Erreichen dieser Harmonie.

Yin-Yang-Balance
Die ursprüngliche Bedeutung für “Yin” lautet “Wolken verdunkeln die Sonne”, die für “Yang” besagt, dass “die Wolken fortgezogen sind und die Sonne scheint”. Aus dieser Vorstellung entwickelte sich die Yin-Yang-Betrachtungsweise, die sich anfangs hauptsächlich mit der Wettervorhersage beschäftigte. Erst Lao Tse führte die Erkenntnis ein, dass alles, was im Moment geschieht, auf dem ständigen Wechsel von Yin und Yang beruht. Feng Shui beschäftigt sich mit der Frage, wie die Polaritäten miteinander in Harmonie zu bringen sind. Es ist also sowohl das Wissen um die naturgegebene Disharmonie als auch die Kunst, aus dieser eine positive Abstimmung zu schaffen.

Fünf Elemente
Die Aufgabe von Feng-Shui-Meistern ist es festzustellen, ob ein Ort, ein Gebäude, ein Baum, ein Datum oder eine Zahl Glück oder Unglück bringt. Für diese Vorhersage bedarf es eines Weges, der sich in der Kenntnis der fünf Elemente offenbart. Für die Feng-Shui-Lehre ist es nötig zu wissen, womit die fünf Elemente aus kosmischer und aus irdischer Sichtweise in Beziehung stehen, weil durch diese Beziehung alles, was existiert, beeinflusst wird. Dafür gibt es acht Bezugspunkte: Zahlen, Himmelsrichtungen, Monate, Farben, Organe, Sinnesempfindungen, Natureinflüsse und Charakter.

Der Lo P’an-Kompass
Das Arbeitsgerät für Feng Shui ist der Lo P’an-Kompass, um die Richtungen zu bestimmen, die dem Haus, dem Garten, der Wohnung oder dem Interieur die rechten, positiven, kosmischen und irdischen Strahlungen zukommen lassen. Ein Original-Lo P’an besteht aus zwei Platten: eine runde für den Himmel und eine quadratische für die Erde und weist eine Unmenge von Informationsmöglichkeiten auf.

Die Wohnungstür: Schlüssel zum Selbst
Jeder Mensch benötigt aufgrund seiner Individualität auch verschiedene “Dinge” im Leben. Um die optimale Ausrichtung der Eingangstür zu bestimmen, ist die Geburtszahl notwendig, die sich aus den Geburtsdaten ergibt, um einen Bezug zu den fünf Elementen herzustellen, da die mit den Himmelsrichtungen in Relation stehen. Aber es gibt auch allgemeine Richtlinien:- Die Treppe sollte nicht geradewegs auf die Wohnungstür hinführen.
- Öffnet man die Wohnungstür, sollte man sich möglichst nicht gleich in einem gegenüber hängenden Spiegel erblicken.
- Die Wohnungstür sollte nicht auf die Küchentür zeigen. Lässt sich das nicht vermeiden, sollte wenigstens der Herd nicht in gerader Blickrichtung stehen.
- Dasselbe gilt für das Badezimmer. Hier sollte zumindest das WC nicht in Blickrichtung stehen.
- Für das Schlafzimmer gilt, dass das Bett nach Möglichkeit nicht von der Wohnungstür her sichtbar sein sollte.
- Nach dem Öffnen der Wohnungstür sollte man auch nicht sogleich im Wohnzimmer stehen. Gegebenenfalls könnte man durch Anbringen eines Vorhangs oder durch die Gestaltung eines “künstlichen” Flurs z.B. mit einem Paravent für Abhilfe sorgen.

Das Bett
- Die Ausrichtung des Bettes: Generell ist zu sagen, dass Ost-West und Süd-Nord zu bevorzugen sind, denn hier ist das Chi am aktivsten. Wer im Winter geboren wurde, sollte in Süd-Nord-Richtung schlafen, im Sommer Geborene schlafen besser in Nord-Süd-Richtung. Für Frühling- oder Herbstgeborene gilt die Beziehung der Geburtszahl zum jeweiligen Element und somit zur jeweiligen Himmelsrichtung. Die Alten meinten, es sei ungünstig, in West-Ost-Richtung zu schlafen, denn sie nahmen an, hinter dem Westen liege das Reich der Toten. Aber für Menschen mit Schlafproblemen erweist sich diese Position als günstig. Kinder bis zum 14. Lebensjahr sollten in Ost-West-Richtung schlafen. Alle Richtungsangaben beziehen sich auf die Position des Kopfes.
- Das Kopfende sollte stets an eine Wand anschließen.
- Keine Tür vor oder hinter dem Bett, sondern entweder links oder rechts davon.
- Kein Spiegel gegenüber vom Bett.
Feng Shui spiegelt die Gesamtentwicklung menschlichen Wissens wider: Zuerst wird Wissen durch Erfahrung erworben, dann wird es eingesetzt, um neue Erfahrung zu gewinnen. Wenn schließlich das Wissen kulminiert, entsteht Wissenschaft, die selbst wiederum zu neuem Wissen führt und somit die Menschheit bereichert.


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