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Ausgabe Januar/Februar 2004
Touching the spirit

Visionäre Craniosacralarbeit

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Neben Herzschlag und Atmung gibt es einen dritten Rhythmus im Körper: die craniale Welle. Da sie nur sehr leicht pulsiert, erfordert ihre Wahrnehmung besondere Einfühlsamkeit. Michèle Martin-Buchholz erläutert die Hintergründe und bietet ab Februar eine Ausbildung in Berlin an.
In über 50 Jahren Forschungen widmete sich William Garner Sutherland, der Großvater der cranialen Ostheopathie (1873-1954), der visionären Craniosacralarbeit. Er beobachtete, dass die Schädelknochen nicht fest miteinander verwachsen, sondern im Mikrometerbereich gegeneinander verschiebbar sind. Das regelmäßige Pulsieren, mit dem sie in Bewegung gehalten werden, nannte er die craniale Welle. Sie ist eine intelligente Kommunikationsform, die dem visionären Craniosacralbehandler Aufschluss über das gesamte Energiefeld des Menschen geben kann. Sutherland begriff sie als eine Form des “Breath of Life”, des Lebensatems.

Craniosacrale Praxis
Im Gegensatz zur traditionellen Ostheopathie werden bei der visionären Craniosacralarbeit Symptome nicht nur als ein mechanisches Verschobensein von Knochen betrachtet. Der Behandler arbeitet mit der cranialen Welle und berührt den Klienten mit einer Mischung aus genauer anatomischer Kenntnis und intuitivem Gespür für den richtigen Ort und Zeitraum. Er richtet dabei seine Intention darauf aus, die im Körper vorhandenen Selbstheilungskräfte in Bewegung zu setzen. Dadurch werden unmittelbar körperliche Strukturen angesprochen: Knochen, Nähte, Muskeln, Faszien, Flüssigkeitssysteme wie Blutkreislauf, Lymphkreislauf und cerebrospinale Flüssigkeit. Auf einer tieferen Ebene geht es dabei auch um das psychische Gewicht eines Symptoms und seine emotionale Bedeutung.
Wenn ein cranialer Knochen aus der Balance geraten d.h. verletzt ist, können verschiedene Symptome auftreten, z.B. Kopfschmerzen, Sinusitis, Rückenschmerzen, Muskelverspannungen, alte Traumata etc. Die craniosacrale Praxis konzentriert sich darauf, die Fehler durch Störungen in Rhythmus, Lage und Energie zu erkennen und die feinen Bewegungsmuster zu optimieren. Wenn Ebbe und Flut der Craniowelle wahrgenommen und achtsam korrigiert werden, macht der Klient oft eine umwandelnde Erfahrung. Er sieht selbst, auf der Ebene seines “tiefsten Daseins”, was ihn in Wirklichkeit bedrückt.

Innere Stille
Um die feinen unwillkürlichen Knochenbewegungen eines Kopfes wahrzunehmen, ist es wichtig, zuvor eine innere Stille zu erreichen. Es wird daher während der Ausbildung regelmäßig zur Meditation angeleitet und gelehrt, wie man einen stillen, konzentrierten Raum halten kann. Dies ist eine wesentliche Voraussetzung für die tiefgreifenden Heilungsprozesse in visionärer Craniosacralarbeit. Hugh Milne sagt dazu in seinem Buch “Aus der Mitte des Herzens lauschen”, dass “die begabtesten Heilerinnen und Heiler auf diesem Gebiet mit einer Mischung aus ausgezeichneter Fähigkeit und hochgradigem Vertrauen auf Instinkt und Intuition arbeiten. Wie Sutherland (....) nehmen sie mit dem inneren Auge wahr, lauschen mit dem inneren Ohr und fühlen mit dem spirituellen Herzen” (Bd.1, S.19).
Der Visionär ist jemand, der die Fähigkeit hat, sowohl die Teile wie auch das Ganze, sein eigenes Selbst und auch das des anderen verständnisvoll wahrzunehmen. Das Erkennen und Schulen der visionären Kanäle, der eigenen Intuition und das Ausrichten der eigenen Absicht auf Heilung sind grundlegende Fähigkeiten, die in dem Kursprogramm vermittelt werden.


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