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Ausgabe Januar/Februar 2004
Natürlich Besser Sehen

Augentraining nach Dr. Bates

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Sehen ist zu 90 % die Arbeit des Gehirns und besteht aus der Koordination von Gehirn, Augen und allen Sinnen, die wiederum von unserem emotionalen und mentalen Befinden abhängig sind. Wenn wir uns über die Bedingungen bewusst werden, die es braucht, um eine klare Sicht zu haben, können wir nicht nur Sehstörungen vermeiden, sondern auch unseren geistigen Blickwinkel erweitern. Die von Dr. Janet Goodrich ausgebildete Sehlehrerin Silvia Pintér schreibt über das ganzheitliche Sehen.

Das ganzheitliche Sehen wurde Anfang dieses Jahrhunderts von dem Augenarzt und Pionier der holistischen Medizin Dr. William H. Bates praktiziert. Dr. Wilhelm Reich, Alfons Huxley und Margaret D. Corbett folgten und bildeten in den USA viele Lehrer für “Natürliches Sehen” aus. Die Methode verbreitet sich allerdings nur langsam, da die westliche Schulmedizin immer noch sehr an dem Symptomdenken festhält. Brillen beheben keine Sehfehler, sondern sind eine Art Krücke. Ebenso verändern Laser-OPs eine Kurzsichtigkeit nicht, wenn wir davon ausgehen, dass sie durch Anspannung der Augenmuskeln hervorgerufen wurde.

Rechte und linke Gehirnhälfte und das Sehen
Die Zusammenarbeit der Gehirnhälften ist für das Sehen sehr wichtig. Die Sehbahnen verlaufen durch die rechte kreative Gehirnhemisphäre und die linke analytische Gehirnhemisphäre in unser Sehzentrum. Die rechte Gehirnhemisphäre ist wegen der gekreuzten Nervenbahnen zum größten Teil mit dem linken Auge koordiniert und zuständig für das kreative Sehen, das Sehen in die Ferne und das Bild als Ganzheit. Dieses Sehen entspricht der weiblichen, mütterlichen Seite in uns. Die linke Gehirnhemisphäre ist zuständig für das Analysieren, das Sehen in der Nähe und die Wahrnehmung von Details. Dieses Sehen entspricht dem männlichen, väterlichen Anteil in uns. Gibt es ein Auge, das weniger sieht oder schielt, fehlt das harmonische Zusammenspiel beider Gehirnhemisphären mit den Augen oder der weiblichen und männlichen Seite. Beim Schielen können die beiden Bilder, die durch jedes Auge entstehen, im Sehzentrum nicht zu einem Bild integriert werden.
Die Koordination der Gehirnhemisphären entwickelt sich schon mit den ersten Bewegungen des Säuglings, wenn er sich mit Händen und Füßen von der einen zur anderen Körperhälfte hin bewegt oder greift. Wichtig ist in diesem Stadium für die Entwicklung der Augen das Erlernen der Zusammenarbeit der Gehirnhälften. Das geschieht, indem frühkindliche Bewegungen und Reflexe durchlebt und integriert werden. Dazu gehört das Krabbeln und u.a. die Koordination von Auge und Hand für das spätere Fokussieren. Das Kind erforscht körperlich, gefühlsmäßig und geistig seine Welt, indem es sich bewegt. Erst später stabilisiert sich sein Sehvermögen, um ein Instrument der Wahrnehmung, des Ausdrucks und der Kommunikation zu werden.

Augenmuskeln und Emotionen
Unsere Augen nehmen ein Bild wahr und gleichzeitig wird ein Gefühl ausgelöst. Das kann alles mögliche sein: Freude, Traurigkeit, Wut, Angst, Liebe usw. Dürfen wir dieses Gefühl ausdrücken, bleiben wir in Bewegung. Gibt es Gründe, diese Gefühle nicht zu zeigen, entstehen Blockaden, die sich in bestimmten Muskeln manifestieren. Sind die Augenmuskeln blockiert, blockieren wir die Beweglichkeit der Augen und ihren Energiefluss. Wir sorgen unbewusst dafür, dass wir die Bilder, welche Gefühle wecken, die wir nicht ausleben dürfen, nicht mehr so deutlich sehen. Die Emotionen werden mit einer Verschwommenheit gedämpft. Dies kann passieren, wenn ein Kind nicht sehen kann, wenn die Eltern sich streiten oder wenn es sich nicht genug geliebt fühlt. Es ist wichtig, uns und unsere Kinder zu ermutigen, unseren Gefühlen angemessen Ausdruck zu verleihen.

Altersweitsichtigkeit
Altersweitsichtigkeit ist die Folge einer Ermüdung der Zilliarmuskeln, die für die Eng- und Weitstellung der Pupille zuständig sind. Durch ein Sehtraining können die Muskeln trainiert und fit gehalten werden, so dass eine Altersweitsichtigkeit aufgehalten und bei Beginn sogar vermieden werden kann. Altersweitsichtigkeit ist relativ selten bei Menschen, die auf dem Land leben, sich körperlich betätigen und ihren Blick von nah nach fern öfter wechseln. In diesem Zusammenhang hat man auch festgestellt, dass in der Stadt die Prozentzahl der Kurzsichtigen weitaus höher ist als auf dem Land, da der Blick ständig durch Schreibtischarbeit, Bildschirme oder Häuserfronten begrenzt wird.Mit gezielten Augenübungen ist es möglich, die Sehkraft zu erhalten bzw. zu optimieren, denn auch Augen können trainiert werden, damit die Muskeln beweglich bleiben.


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