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Ausgabe September/Oktober 2003
Die Callas, Jimi Hendrix oder doch lieber ich selbst?!

Musik-Seminare

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Musik ist ein Reich der Kreativität und in diesem Reich geht es nicht um Leistung. Sätze wie “Ich kann nicht singen!” oder “Ich bin unmusikalisch!” sitzen als Spielverderber an den Eingängen von Klangräumen und in vielen Fällen lassen wir uns davon einschüchtern. Margarete Frank lädt ein, über die Schwelle zu treten und das Reich der Musik individuell zu entdecken.

Kennen Sie das? Sie möchten singen wie die Callas, Gitarre spielen wie Jimi Hendix, Klarinette wie Giora Feidman oder Saxophon wie Jan Garbarek. Aber wenn Sie anfangen zu lernen, startet Ihr “Entmutigungsprogramm”. Ihr “innerer Kritiker” läuft zu seiner Bestform auf und erinnert Sie daran, dass Sie unbegabt seien.

Im Prinzip wissen Sie, dass es nicht gleich wie bei Ihrem Vorbild klingen kann, aber jetzt üben Sie schon mehrere Wochen und hören nichts von dem zauberhaften Klang, nach dem Sie sich so sehnen. Apropos sehnen. Wonach sehnen sich Musiker wie Callas, Hendrix, Feidman und Garbarek? Und wie lange blieb deren Sehnen unerfüllt? Wonach sehnen Sie sich, wenn Sie sich am Musizieren versuchen? Sich selbst in Ihrem tiefsten Wesen zu erfahren und auszudrücken…? Oder möchten Sie perfekt sein, wie Ihr Vorbild klingen und unangreifbar sein?
Haben Sie den Mut, alle Erwartungen loszulassen und schenken Sie dem entstandenen Klang Ihre Wertschätzung und Aufmerksamkeit. Seien Sie neugierig wie ein Kind und lassen Sie sich faszinieren von dem Prozess, der durch das Unerwünschte, das unerwartet Entstandene ausgelöst wird, wenn Sie die Bewertung loslassen. Erlauben Sie sich, ”einfach” zu sein, Einfachheit ist die größte Kunst. Solche Art zu üben führt zu besserem Musizieren und wirkt auf die ganze Persönlichkeit ein. In meiner Unterrichtspraxis kommt es immer wieder vor, dass ein Schüler nach einiger Zeit feststellt, dass sie oder er mehr Fähigkeiten musikalischer und anderer Art in sich hat, als ursprünglich gedacht und dass die Integration und Anwendung dieser neu entdeckten Seiten das Leben bereichern.
Glauben Sie nicht, wenn Sie dies alles lesen, dass mir meine Art zu musizieren in den Schoß gefallen ist. Als Kind wurde ich in der Schule vom Blockflötenunterricht befreit, weil ich angeblich unmusikalisch war. Die Begegnung mit der Musik der Beatles hat dann in mir den Wunsch erweckt, klassischen Gitarrenunterricht zu nehmen. Meine Großmutter schenkte mir eine Gitarre und ein Jahr Unterricht. So begann eine engere Beziehung zur Musik. Aber mein Weg ging nicht gradlinig hin zur professionellen Musik. Erst nachdem ich eine Lehre in einem ganz anderen Bereich gemacht habe, fand ich Lehrer, die mir ein Musikstudium ermöglichten. Aber noch nach erfolgreicher Beendigung des Studiums hielt ich mich für unmusikalisch. Erst als ich meine wahren Lehrer fand, fing ich an, meine Musikalität zu erkennen, zu schätzen und anzunehmen. Diese Lehrer brachten mir bei, mich von der Aufgabe formen zu lassen, statt die Aufgabe selber formen zu wollen, sie lehrten mich das urteilsfreie Fühlen, Identifizieren und Wertschätzen. Ich lernte, das Unbeabsichtigte zu lieben, was mir sehr geholfen hat, Lebendigkeit, Kreativität, Abenteuerlust und unglaublichen Spaß in mein Musizieren und Unterrichten zu bringen. Und nicht zuletzt ermutigten sie mich, meine Seele ins Instrument zu hauchen.
Meine Aufgabe besteht darin, Ihnen zu zeigen, was Sie hindert, sich zu entfalten, Sie zu ermutigen, Überflüssiges wegzulassen und neue Verhaltensweisen auszuprobieren. Ich akzeptiere Sie, wie Sie sind, hole Sie dort ab, wo Sie gerade stehen und führe Sie sanft in Ihre Kreativität.


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