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Ausgabe September/Oktober 2003
Die wirksamste Medizin ist die Ernährung

Eva Wermelskirch über Ernährungsberatung.

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Dass eine gesunde Ernährung wichtig ist, haben wir nun wirklich alle schon gehört. Einer wahren Informationsflut von unterschiedlichsten Diäten und einschlägigen Tipps sowie regelmäßigen Warnungen vor verschiedenen Lebensmittelgruppen wie Fisch, Fleisch oder Babynahrung sind wir inzwischen fast täglich ausgesetzt. Wer verantwortungsbewusst ist, versucht heute also möglichst naturbelassene, umweltverträglich produzierte Lebensmittel einzukaufen und achtet auf genügend Nährstoffe in der Nahrung. Soweit, so gut. Aber wie tiefgreifend sich eine „ganzheitliche Ernährung“ auf unseren Körper und unseren Geist und unter Umständen auf unsere gesamte Lebenssituation auswirken kann und welche ungenutzten Möglichkeiten darin stecken, ist eine Erfahrung, die es auszuprobieren lohnt.



Der Ernährungsberater
Der erste Schritt auf diesem Weg sollte ein Gespräch mit einem ganzheitlichen Ernährungsberater sein. Er bespricht ausführlich individuell geeignete Nahrungsmittel und den Ernährungsplan mit seinem Klienten und legt mit diesem gemeinsam dessen persönliches Ziel fest. Langfristig sollte ein guter ganzheitlicher Ernährungsberater so beraten, dass der Klient schnell selbstständig die gefundene Ernährungsweise beherzigen und umsetzen kann. Am Anfang jeder dauerhaften Umstellung auf eine sinnvolle, unkomplizierte Ernährung sollte eine gemeinsame Bestandsaufnahme stehen, die sogenannte Ernährungsanalyse, die sich auf Nahrung und Essgewohnheiten bezieht. Kochen wir nachts immer noch gerne Pasta und essen dafür am folgenden Tag ‘nichts’? Haben wir nur noch Körner und Salat auf dem Teller und trotzdem keine Power? Schlafen wir gut und sind morgens frisch oder quälen wir uns aus dem Bett? Fühlen wir uns zu dick oder zu dünn? Erwischt uns jede Grippe im Umkreis? Dies sind einige Fragen, die zusammen mit unseren eigenen Wünschen und Anliegen im Erstgespräch geklärt werden. Im Anschluss daran wird nun für 14 Tage eine Art Tagebuch geführt, in das der Klient ehrlich einträgt, was er wann isst und wie er sich dabei fühlt - Schummeln gilt nicht! Je ehrlicher der Klient hierbei ist, desto genauer lässt sich der daraus resultierende individuelle Ernährungsplan auf seine Bedürfnisse abstimmen. Doch bevor wir uns dann auf die neue Nahrung einlassen, ist es meist sinnvoll, die unerwünschten Spuren der alten Ernährungsweise und deren Reste aus unserem Körper-Geist-System „auszuspülen“. Eine gründliche Reinigung des Körpers ist eine Erfahrung, die so tiefgreifend und gewinnbringend sein kann, dass jeder sie zumindest einmal ausprobiert haben sollte. Je nach Jahreszeit und Konstitutionstyp stehen dafür verschiedene Möglichkeiten und begleitend hilfreiche Nahrungsergänzungen zur Verfügung. Auf körperlicher Ebene geht es darum, die einzelnen Organe zu unterstützen, die häufig abgelagerten Gifte und Schwermetalle sowie sogenannte Schlacken auszuspülen und die Darmtätigkeit wieder zu optimieren. Auf geistiger Ebene ist es ähnlich: Wir haben während dieser Reinigungsphase die Möglichkeit, auch geistig „auszumisten“. Das Schlüsselwort heißt auch hier: Loslassen. Längst vergessene Erfahrungen, die uns bisher noch im Weg standen, aber auch Gewohnheiten und Umstände, von denen wir uns schon lange verabschieden wollten, können wir jetzt ansehen und endgültig verabschieden. Manche Menschen erleben eine Begleitung dieser „Entrümpelungsphase“ mit Bachblüten oder Homöopathie als sehr bereichernd. Ist diese Phase, die eine Starthilfe in einen neuen Lebensabschnitt sein kann, dann abgeschlossen, sind Körper und auch Geist optimal vorbereitet, gesunde und auch passende Nahrung aufzunehmen.

Ernährungsplan
Hier dient nun der individuell erstellte Ernährungsplan zum täglichen Gebrauch. Er sollte auch unsere Gewohnheiten und persönlichen Rhythmen berücksichtigen, denn nur so realisieren wir die Ernährungsumstellung langfristig auch mit Lust und Freude. Alle Nahrungsmittel und Ergänzungsmittel sollten energetisch und physiologisch unterstützend ausgewählt sein. Mit dieser für uns optimalen Ernährung „erinnert“ sich der Körper wieder an seine Bedürfnisse und wir spüren unsere eigene „Nahrungsintuition“. Jeder Körper hat eigene „Sensoren“, die uns genau melden, was wir wann brauchen. Jeder kennt Phasen, in denen er auf bestimmte Nahrungsmittel Heißhunger hat oder eine Abneigung gegen sie verspürt. Haben wir unseren Körper gereinigt und geben wir ihm passende Nahrungsmittel, können wir uns darauf verlassen, dass diese wiederkehrende Intuition nun auf ursprünglichen Bedürfnissen beruht - der Dauer-Hunger auf Schokotorte verschwindet dann auch meist. Zusätzlich verschwindet häufig auch unangemessenes Essverhalten wie von selbst: Statt Kaffee freuen wir uns morgens plötzlich auf grünen Tee oder frischen Obstsaft und statt Pommes will unser Körper unbedingt einen leckeren Salat. Wir spüren mehr und mehr Veränderungen, wir schlafen tiefer und fühlen uns morgens frischer und unser Körper sehnt sich plötzlich nach Bewegung: Vielleicht beginnen wir zu joggen oder melden uns zu einem Sportkurs an. Die neue Energie kann sich auf vielen Ebenen zeigen, denn Ernährung bedeutet nicht nur Essen: Geist und Seele brauchen auch Nahrung. Wir haben Lust auf Neues und spüren auch hier endlich wieder, was uns gut tut. Es ist Platz und Energie da, Ideen zu entwickeln, kreativ zu sein und endlich lang gehegte Wünsche und Pläne in die Tat umzusetzen. So kann etwas Einfaches und zugleich Grundlegendes wie die richtige Ernährung uns auf sehr vielschichtige Art Gewinn bringen und uns helfen, die Kraft und die Klarheit zu entdecken, die uns unser Leben freudvoller und eigenverantwortlicher gestalten lässt.


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