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Ausgabe Juli/August 2003
Den Wandel bewusst gestalten

Strategien im Rahmen spiritueller Transformationsarbeit

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Wir leben in einer Zeit, in der das Interesse an Spiritualität und Bewusstseinsforschung bei vielen Menschen in unserem Kulturkreis erwacht. Von starren Doktrinen unbefriedigt und auch übersättigt, suchen sie nach lebendigen spirituellen Erfahrungen. Dabei eröffnen sich ihnen immer mehr Wege, die vom alltäglichen Bewusstsein abweichende und bisher verborgene Aspekte der Welt erfahrbar machen. Amadea Kessel lädt ein, sich mit dem Thema Transformation zu beschäftigen.

Kollektiver Wandel
Deutlich hat sich in den letzten Jahrzehnten die Art und Weise des spirtuellen und religiösen Lebens vieler Menschen in unserem Kulturkreis verändert. Esoterisches Wissen ist heutzutage durch die vielen Angebote und Möglichkeiten der spirituell orientieren Arbeit jedem Menschen offen und zugänglich. Die Trennung zwischen exoterisch und esoterisch ist also im Grunde genommen eine übriggebliebene kollektive Erinnerung. Wir befinden uns bereits in einem Wandel, in dem die Kluft zwischen geheimem und für alle zugänglichem spirituellem Wissen geschlossen wird. Dieser Wandel macht sich natürlich auch in der Entwicklung einzelner Menschen bemerkbar.

Konsens in den Weltreligionen
“Schaue nach innen, du bist der Buddha”, heißt es dazu im Buddhismus. “Wer sich selbst kennt, kennt seinen Gott”, so im Islam. Und im Christentum heißt es: “Das himmlische Königreich liegt in euch”. Der Konsens dabei ist, dass etwas sehr Kostbares in uns selbst gefunden werden kann. Etwas, das weit über die mit Glaubenssätzen gefüllte Persönlichkeit hinausreicht.
Um dieses Etwas zu finden, beginnen Menschen zu suchen. Die Suche beginnt häufig dann, wenn sich die Programme der konditionierten Persönlichkeit in einem Error-Zustand befinden. Die alte Ordnung “funktioniert” nicht mehr, eine neue kann nicht hergestellt werden. Das Programm der konditionierten Persönlichkeit hat sich sozusagen leer gelaufen. Eine Lücke entsteht, in der sich beispielsweise ein Gefühl von tiefer Unzufriedenheit äußern kann.

Transformationprozess
Diese Lücke beinhaltet ein kostbares Moment. Sie kann die Schwelle zur Transformation sein, wenn einer die Lücke als solche annimmt. Denn sie ist eine Art Zwischenzustand oder Bardo, der über die Ebene der konditionierten Persönlichkeit hinausführen kann. Dann ist genau das möglich, was man landläufig Selbsterkenntnis nennt. Alles, was dazu erforderlich ist, ist bewusst im Moment zu sein. Dabei ist Bewusstheit das Vermögen, alles so, wie es sich zeigt, einfach nur wahrzunehmen – ohne Konzepte und Werturteile. Wenn in dem Moment alte Konzepte und Urteile nicht sofort durch neue ersetzt werden, kann sich dieser Zwischenzustand auch einfach leer anfühlen.

Das Ego füllen, um das Gefäß zu leeren
Zu Beginn der Suche denkt die Persönlichkeit, dass sie dem, was da ist, ein Mehr hinzufügen muss, damit sie spirituell wird. Menschen in diesem Stadium beginnen, verschiedene Meditationstechniken zu praktizieren. Auf dem Wege in die Bewusstheit ist dies sehr hilfreich. Doch sollten wir nicht dem Irrtum aufsitzen, dass wir spirituell seien, weil wir irgendeine Technik praktizieren. Vielmehr befriedigen wir dadurch den Wunsch des Egos nach mehr Spiritualität im Leben. Dennoch ist dieser Wunsch, Spiritualität gewinnen zu wollen, äußerst hilfreich, denn in dem Versuch, ihn zu erfüllen, kann die Erlösung unseres wahren Wesens liegen.
Im Grunde genommen ist das Praktizieren von Meditationstechniken eine äußerst hilfreiche Strategie, mit der wir die Angst des Egos vor dessen Tod umschiffen. Das Ego denkt, es sei spirituell, fühlt sich gut und löst sich – sofern durch das Praktizieren verschiedener Methoden der Zustand von transzendenter Bewusstheit eintritt – immer mehr auf. Irgendwann können wir dann erkennen, was ist und dass wir dem, was ist, nichts hinzufügen müssen, um spirituell zu sein. So eröffnet dieser Wunsch nach einem Mehr an Spirtualität im Grunde genommen einen Weg, der uns zu einem Weniger an Konditionierung führt.Im Rahmen spiritueller Transformationsarbeit erfahren Menschen Unterstützung, das Gefäß ihrer konditionierten Persönlichkeit zu leeren. In einem Energieraum, in dem jeder einfach nur sein kann mit allem, was da ist, findet der einzelne Zugang zu seiner Bewusstheit. Verschiedene Meditationstechniken, Encounter und dialektische Arbeitsmethoden in Persönlichkeitsaufstellungen unterstützen diesen Selbsterfahrungsprozess.


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