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Ausgabe Juli/August 2003
Was mich stark macht

John Selbys große Schule des Mind-Managements/Seminar

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Wir sind eine Gesellschaft von zwanghaften “thinkaholics” (Denksüchtigen). Statt unsere Gedanken zu meistern, machen wir uns nur allzu oft zu deren Opfern. John Selby zeigt, dass unsere Ängste und Sorgen, unsere Mutlosigkeit und unsere Selbstzweifel wie all die anderen emotionalen Fallen von unserer Unfähigkeit rühren, uns auf das Leben selbst einzulassen. Aus seiner jahrelangen Arbeit als Therapeut und Trainer hat er ein psychologisch und hirnphysiologisch fundiertes Selbsthilfeprogramm entwickelt, das dieser Selbstsabotage ein Ende setzt. Hier ein Auszug aus seinem neuesten Buch: “Was mich stark macht”.

Sie haben die Wahl!

Bereits seit Hunderten von Jahren lässt sich die westliche Zivilisation von der Idee vereinnahmen, der denkende Geist samt seines permanenten Geplappers und seines unaufhörlichen Stroms von Meinungen und Sorgen sei das Wichtigste, was den Planeten Erde bewegt. Seit Descartes seine intellektuelle Behauptung “Cogito, ergo sum - ich denke, also bin ich” aufgestellt hat, konnte die Gehirnfunktion, die unseren geschwätzigen Bewusstseinsstrom erzeugt - mit seiner Neigung, alles, was um uns herum geschieht, zu kommentieren - unversehens eine uneingeschränkte Herrschaft erlangen, die beinahe jeden Moment unseres Lebens dominiert.
Ich möchte die gängige Meinung, wir würden am besten funktionieren und das Leben am meisten auskosten, wenn wir uns ständig mit Reflexionen, Sorgen, Plänen und Urteilen beschäftigen, leise aber nachhaltig hinterfragen. In genauem Gegensatz dazu möchte ich zeigen, dass wir nur dann einen persönlichen und erfüllenden Zugang zu den sensorischen, intuitiven und mit dem Herzen erlebbaren Erfahrungen wiedererlangen können, wenn wir regelmäßig unseren denkenden Geist beruhigen und den gesamten Strom von Gedanken, Bildern, Erinnerungen und Reflexionen, die ihn füllen, zum Stillstand bringen. Dazu müssen wir in direkten Kontakt mit der uns umgebenden Welt treten.
Die aktuelle Hirnforschung hat gezeigt, dass unsere Gehirnfunktionen sich sofort dramatisch verändern, wenn wir uns von dem deduktiven Denken der linken Gehirnhälfte auf intuitive Bewusstseinsebenen verlagern, die vom Erleben geprägt sind und stärker von der rechten Gehirnhälfte gesteuert werden. Studien beweisen, dass wir uns meistens zwischen zwei Möglichkeiten entscheiden: Entweder wir lassen uns vom deduktiven verbalen Denken vereinnahmen (einer Ausrichtung des Geistes auf die Vergangenheit oder Zukunft) oder wir erleben die Welt unmittelbar (der Geist ist auf den gegenwärtigen Moment ausgerichtet). Beides gleichzeitig zu tun ist nämlich äußerst schwierig. Bewusst oder unbewusst wählen wir ständig aus, ob wir uns mit Gedanken über das Leben beschäftigen oder aber ob wir das Leben unmittelbar erleben.
Die ideale Ausgangsbasis für ein erfülltes Leben besteht in einer gesunden Balance zwischen dem direkten Erleben im gegenwärtigen Augenblick und der kognitiven Reflexion über dieses Erleben. Sobald wir das klar erkannt haben, werden wir die wirksamsten psychologischen Techniken kennen lernen, die es uns ermöglichen, regelmäßig vom Denken zum Erleben überzugehen.
Die meisten von uns würden viel darum geben, in der Lage zu sein, sich von dem seelischen Aufruhr und den emotionalen Spannungen zu lösen, die so viel von unserem Innenleben vereinnahmen. Anstatt sich chronisch auf beunruhigende Gedanken über das, was wir mögen und nicht mögen, zu fixieren und damit unsere Sorgen und Verwirrungen, Konflikte und Frustrationen zu nähren, würden wir sicherlich viel lieber geistige Klarheit, tief empfundene Intimität, inneren Frieden und emotionale Ruhe genießen - gar nicht zu sprechen von den noch wertvolleren Geisteszuständen wie spirituelle Verwirklichung und Freude...
Häufig wird angenommen, dass ein ständig plappernder, sorgenerfüllter Geist gottgegeben ist - dass wir keine andere Wahl haben, als unser Schicksal zu akzeptieren und von Gedankenströmen dominiert zu werden, die unsere Gefühle in Aufruhr bringen und unseren Geist beunruhigen. Viele Menschen - vor allem Intellektuelle, denen ihr Geist alles bedeutet - glauben tatsächlich, es sei unmöglich, den Gedankenfluss in ihren Köpfen zu beruhigen.
Eine solche fatalistische Annahme bezüglich der Arbeitsweise unseres Geistes ist psychologisch gesehen falsch. Wir verfügen tatsächlich über eine uns innewohnende Kraft, den Inhalt unserer Gedanken zu kontrollieren und ihren Fluss zu beruhigen, wann immer wir das möchten. Wir können mitten im Alltag etwas dafür tun, um uns von dem Gefühl zu befreien, hilflose Opfer unser eigenen Stimmungen und Gedankenströme zu sein.


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