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Ausgabe Juli/August 2003
Schwebende Leichtigkeit

Das Bewusstsein kriegt Auslauf - Informationen zum Samadhitank

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Der Samadhitank ist ein gegen Licht und Geräusche abgeschotteter Raum, in dem der Besucher auf einer hautwarmen Salzwasserlösung schwebt und somit von allen Reizen der Außenwelt abgeschirmt ist. Mit diesem Zustand der „sensorischen Deprivation“ wird bereits seit Mitte der fünfziger Jahre experimentiert. Die Ergebnisse sind verblüffend: Die Besucher berichten von tiefer Entspannung, Glücksgefühlen, positiver Selbsterfahrung. Zudem sind schmerzlindernde Effekte, erhöhte Konzentrationsfähigkeit sowie die Stimulanz der rechten Gehirnhälfte wissenschaftlich erwiesen. Friedhelm Böpple erläutert Hintergrundwissen.

Der Samadhitank - auch Isolations- oder Meditationstank genannt - ist je nach Tanktyp mit etwa 400-600 Litern körperwarmer Salzlösung gefüllt. Es handelt sich um Epsombittersalz MgSO4 = Magnesiumsulfat, einer Zusammensetzung, die der des Toten Meeres entspricht. Es ist ein in vielen Heilquellen vorkommendes Salz, dem die unterschiedlichsten positiven Auswirkungen nachgesagt werden. Es lindert Beschwerden u.a. bei Kreislaufstörungen, Drüsenstörungen, Verletzungen, Hexenschuss, Bandscheibenvorfall, Rheumatismus, diversen Hautleiden, Ischias, Erkältungsbeschwerden, Kopfschmerzen, Zerrungen und Verstauchungen, Nierenentzündung, Neuralgie, usw.
Geschichte des Tanks
Die Geschichte des Tanks ist in den Anfängen eng mit seinem Erfinder, dem Bewusstseinsforscher John C. Lilly verbunden. 1954 von Lilly entwickelt, wurde der Tank in den folgenden Jahren an amerikanischen Universitäten in Forschungsprogramme miteinbezogen und über ein weites Spektrum getestet. Vielfältige Einsatzgebiete ergaben sich wie z.B. Reduktion von Stress, Behandlung chronischer Schmerzen, Suchtentwöhnung und „Superlearning“. Vor allem ist der Tank ein hervorragendes Instrument zur Selbsterkenntnis.
Lange Zeit glaubten Teile der Wissenschaft, dass bewusste Aktivitäten im Hirn nur mit Hilfe von äußeren Stimulationen stattfinden würden. Andere meinten zu wissen, dass das Gehirn auch ohne äußere Reize arbeiten kann. Der Kalifornier John C. Lilly wollte dies experimentell testen. Er prüfte alle Thesen zum Thema Körperreize: Lichteinwirkungen auf das Auge, Klangeinwirkungen auf das Ohr, Berührungen und Druck auf die Haut und die tiefer liegenden Organe des Körpers, auch durch die Schwerkraft. Lilly kam so auf einen abgeschlossenen Behälter, in dem der Körper von Wasser getragen wird und der die richtige Wasser- und Lufttemperatur besitzt. Zunächst testete Lilly einige Atemmasken und hängte den Körper an eine Gummiaufhängung, um das Sinken zu verhindern. Später füllte er den Tank mit Bittersalz. Schnell wurde Lilly klar, dass das Hirn sich selbst motiviert. Und er machte eine zweite Entdeckung: Die Apparatur verhalf ihm zu unbekannter Entspannung, und außerdem konnte er sich Tagträumen oder Halluzinationen hingeben.

Wie wirkt der Tank?
Ein oft gehörtes (Vor-)Urteil konnte widerlegt werden: Die Befürchtung, im Tank unter Platzangst zu leiden. Bisher kamen die Floater - mitunter nach einer kleinen Überwindung - immer zu dem Schluss, dass nirgendwo so viel Platz ist wie im Tank. Mittlerweile hat die Wissenschaft vielfach versucht, die wohltuende Wirkung des Floatens zu erklären. Folgende Wirkungen auf den menschlichen Organismus wurden festgestellt: Das Gehirn sondert je nach Zustand unterschiedliche Frequenzen ab. Während des Floatens wurde ein Ansteigen der „Theta-Wellen“ gemessen auf 4-7 Hz, die normalerweise nur im Schlaf oder im Zustand tiefer Meditation auftreten. Außerdem wurde diese erhöhte Absonderung der Theta-Wellen bis zu drei Wochen nach dem Tankaufenthalt gemessen.
Die Erde zieht an uns. 90% der Aktivität des zentralen Nervensystems beansprucht die Gravitationskraft. Durch die Befreiung des Körpers von der Gravitation werden diese Energien frei und zum Fließen gebracht. Muskelverspannungen und Rückenprobleme lösen sich. Heute unterteilt die Wissenschaft das Hirn in die rechte und linke Hemisphäre. Der linken Seite wird die verbal-analytische Verarbeitung unserer Umwelt zugeschrieben, der rechten unsere kreativ-intuitiven Denkprozesse. Im Tank wird nun die rechte Hälfte stimuliert. Ebenso wird die vertikale Kommunikation zwischen dem Stammhirn und dem Neocortex gefördert. Das Floaten lässt den Körper vermehrt eigene Endorphine ausschütten, während es zugleich die Produktion von Stress induzierenden Neurotransmittern wie Adrenalin, Norepinephrin oder Cortisol verringert.
Im Liquidrom finden 1x im Monat Veranstaltungen statt, wo eine tankähnliche Atmosphäre hergestellt wird. Die Besucher “floaten” in einer Salzwasserlösung und haben das Angebot, sich über Unterwasserlautsprecher mit spezieller Musik in einen entspannenden Zustand versetzen zu lassen.


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