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Ausgabe März/April 2003
Allergien - was sie auslöst - Vortrag -

Heuschnupfen, Katzenallergie, Neurodermitis - jeder zweite Deutsche ist inzwischen Allergiker.

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Die Heilpraktikerin Halina Hildebrand schreibt hier über auslösende Faktoren von Allergien und wird in einem zweiten Teil im nächsten Heft auf Therapieformen eingehen.

Nicht jeder in Deutschland ist allergisch krank, doch kaum eine Krankheit zeigt so hohe Zuwachsraten wie die Allergie. Statistiken belegen, dass mittlerweile jeder Zweite unter allergischen Symptomen leidet - häufig ohne es zu wissen. Denn nicht nur Heuschnupfen oder Asthma gehören zu dem allergischen Symptomenkomplex. Auch Migräne, Depressionen, Angstzustände, Überaktivität bei Kindern, Schwindelattacken, Bauchschmerzen, chronischer Durchfall, Blähungen, Darmentzündungen, Quaddelbildung und Neurodermitis sind u.a. ebenfalls Erscheinungen der Allergie.

Was ist eine Allergie?
Bereits 1906 wurde der Begriff der Allergie definiert. Es handelt sich um eine unangemessene und überschießende Reaktion des Immunsystems auf einen an sich unschädlichen Reiz. In zunehmendem Maße werden alltägliche Substanzen, wie z.B. Pollen, Milch, Weizen, Eier, Nickel, Insektenstiche oder Tierhaare als bedrohlich eingestuft und vom Körper bekämpft. Diese Abwehrreaktionen dienten ursprünglich dazu, tatsächlich gefährliche Substanzen zu eliminieren. Diese Überreaktion des Immunsystems verursacht die allergischen Symptome.

Wie kommt es zu Überempfindlichkeitsreaktionen?
Aus schulmedizinischer Sicht werden die Gene und die Umweltbelastungen als Hauptursachen angesehen. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass unser Immunsystem auf Grund der Umwelt überbelastet ist. Schon im Säuglingsalter muss es mit Mehrfachimpfungen umgehen, täglich bis zu 60.000 körperfremde Substanzen, wie u.a. Pestizide, Konservierungsmittel, Farbstoffe, chemische Medikamente und Dentalwerkstoffe auf ihre Unschädlichkeit überprüfen und sich mit einer denaturierten, chemisch veränderten Nahrung auseinandersetzen.
Der klassische Ansatz der Wissenschaft, der mit einer Dosis-Wirkungs-Beziehung einen Zusammenhang zwischen Ursache und Krankheit herstellt, liefert bis heute keine zufriedenstellenden therapeutischen Ergebnisse bei der Allergie. Um diese zu erreichen, müssen wir vielmehr die unterschiedlichen Zusammenhänge und die voneinander abhängigen physiologischen Prozesse im Körper des Menschen berücksichtigen. Diese ganzheitliche Betrachtungsweise kennzeichnet die Naturheilkunde und macht die Allergie zu ihrer therapeutischen Domäne.

Auslösender Faktor Darm
In China wurde bereits vor 2500 Jahren die Verbindung zwischen Darm, Haut und Lunge beschrieben. Wie richtig diese ganzheitliche Denkweise ist, kann heute auf beeindruckende Weise anhand der Allergien belegt werden. Eine Vielzahl an Umweltgiften, die wir mit der Nahrung aufnehmen, und viele Medikamente zerstören die Darmschleimhaut und die Darmflora. Unmittelbar unter der Darmschleimhaut befindet sich das darmassoziierte Immunsystem. Es hat die Aufgabe, alle Stoffe, welche die Schleimhaut passieren und in den Körper eintreten, auf mögliche “Gefahren” zu überprüfen, um gegebenenfalls sofort Abwehrvorgänge in Gang zu setzen. Bei allergischen Erkrankungen ist dieses System immer geschädigt. Die gesunde Bakterienflora ist abgebaut und zugunsten krankmachender Mikroorganismen, wie z.B. dem Darmpilz, hochgradig verändert. Durch diese Veränderungen funktioniert die schützende Schleimhautbarriere des Darmes nicht, und es kommt zu einem übermäßigen Kontakt des Darmimmunsystems mit den Reizstoffen. Mit der Zeit entwickeln sich zunehmend heftige Abwehrmaßnahmen - im Sinne einer Allergie. Diese kann sich nebst Darmbeschwerden als Neurodermitis, Heuschnupfen, Asthma u.v.a. manifestieren.
Die Unverträglichkeiten, die dabei auftreten, unterscheiden sich nach der individuellen Konstitution des Menschen. Jeder zweite Neurodermitiskranke hat z.B. eine Milchallergie. Allergien auf Dentalstoffe wie Amalgam oder Palladium können u.a. zu therapieresistenten Hauterkrankungen, Haarausfall, Metallgeschmack im Mund und chronischer Müdigkeit führen. Pollen und Schimmelpilze können allergisches Asthma auslösen. Eine Allergie auf Käse kann Migräne verursachen und eine Unverträglichkeit von Weizen kann zum Durchfall führen. Diese Liste ließe sich beliebig fortführen.
Für den Erfolg einer Therapie sind eine intakte Darmschleimhaut und Darmflora Voraussetzung. Deshalb werden Allergiebehandlungen von einer Sanierung des Darmes begleitet.

Auslösender Faktor chronische Entzündungen
Ein anderer auslösender Faktor für Allergien, der oft verkannt wird, ist die chronische Entzündung. Aus naturheilkundlicher Sicht bildet sich an dieser Stelle ein Herd oder ein sogenanntes Störfeld. Dieses Geschehen kann zu Therapieblockaden oder einem pathologische Dauerreiz führen. Letzterer erhöht den Reaktionszustand des gesamten Organismus und infolgedessen auch des Immunsystems. Auch hier verursachen dann harmlose Reize wie Hausstaub, Blütenpollen oder Nahrungsbestandteile überschießende allergische Reaktionen.
Besondere Beachtung im Herdgeschehen finden die Zähne und Gaumenmandeln. Beherdungen an devitalen Zähnen, die im Wurzelspitzenbereich entzündet sind oder auch Implantate und Zahnmetalle können aufgrund einer Unverträglichkeitsreaktion zu Störfeldern werden. Ähnliche Auswirkungen finden wir bei chronisch entzündeten Mandeln, dem Wurmfortsatz, den Eierstöcken, der Prostata oder den Nasennebenhöhlen. Wird ein Herdgeschehen aufgedeckt, muss es unbedingt behandelt werden. In manchen Fällen ist ein operativer Eingriff nicht zu umgehen, wie bei stark zerklüfteten, chronisch vereiterten Gaumenmandeln. Eine sehr gute naturheilkundliche Alternative, Störfelder zu beseitigen, ist die Neuraltherapie. Hier handelt sich um eine Injektionstherapie, welche die Regulationsvorgänge im Körper so stärkt, dass es zu einer wiederhergestellten Therapierbarkeit oder gar zu einer Ausheilung der Entzündung kommt.
„Allergie“ ist ein sehr umfangreiches Thema. Daher werde ich in der nächsten Ausgabe noch auf die Bereiche Impfungen und Stillen sowie Pseudoallergien eingehen und einige Therapieformen etwas ausführlicher darstellen.


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