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Ausgabe März/April 2003
Die bessere Art der Beratung

Nicht durch sagen, sondern durch fragen - so funktioniert Coaching.

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Denn: Die Antwort, die für den Einzelnen richtig ist, findet der Ratsuchende selbst. Horst und Sonja Winkler helfen Ratsuchenden auf die Sprünge.
Was geschieht, wenn einem alles sinnlos erscheint? Man nicht weiter weiß? Rat sucht? Sofort wird man mit wohlgemeinten Ratschlägen bombardiert. “Ich würde an Deiner Stelle so... handeln.” Der Berater will natürlich nur sein Bestes (richtig gelesen), der Ratsuchende kann damit nichts anfangen, weil weder Beweggründe noch Konsequenzen für ihn nachvollziehbar sind. Es entsteht ein Teufelskreis von Ratschlägen, Übergriffen und Enttäuschungen, die keinem weiterhelfen. Der Grund dafür ist denkbar einfach: Gut gemeinte Ratschläge gehen grundsätzlich vom eigenen Standpunkt aus. Und der ist in den wenigsten Fällen der des Ratsuchenden. Was also tun, wenn man Rat braucht?

Lassen Sie sich doch mal coachen!
“Aha”, werden Sie sagen, “wieder so ein neumodischer Kram. Da verzichte ich doch auf alles und mache besser selber weiter!” Gut gedacht! Genau nach diesem Prinzip arbeitet das Coaching: Hilfe zur Selbsthilfe lautet die Devise. Sie können damit auf die Ratschläge anderer verzichten. Keiner wird Sie bevormunden oder es besser wissen. Sie finden die Lösung selbst. Sie können damit etwas anfangen, es sofort umsetzen und haben auch später keine Schwierigkeiten, da die Lösungen und Entscheidungen auf “Ihrem eigenen Mist” gewachsen sind, also zu hundert Prozent zu Ihnen, Ihrem Denken, Ihren Erfahrungen und Grundsätzen passen.

Wie funktioniert Coaching?
Nicht durch sagen, sondern durch fragen! Ein Coach hat ein Gespür für Botschaften hinter der Botschaft. “Ich schaffe das nie!” ist zum Beispiel eine Aussage, deren wahre Botschaft hammer-hart ist: Man selbst hat sich durch eine solche Aussage innerlich so eingestellt, dass man es tatsächlich nicht schaffen kann. Das Ziel heißt hier, es nicht zu schaffen. Schafft man es dann doch, ist man “bass-erstaunt”. Durch Hinterfragen wird dem Betroffenen schnell klar, was da in ihm abläuft und wie seine Potenziale zur Zielerreichung arbeiten: nämlich gegen ihn. Da wird jeder Rat teuer. “Doch, du schaffst es!” ist hier wirklich nicht die Lösung. Die Frage: ”Was willst du dir damit sagen?” bringt uns weiter. Die Angst vor dem Versagen liegt oft nicht an der Aufgabe, sondern am mangelnden Zutrauen.

“Chaka-Chaka” - oder was?
Mit “du kannst es, du bist ein Adler, ein Held...” hat Coaching nichts zu tun. Auch nicht mit „Wem eine Vogelspinne über das Gesicht läuft, der kann alle Probleme lösen“. Es gibt Aufgaben, die kann der Einzelne nicht lösen. Ich persönlich hätte keine Chance, mit Reinhold Messmer auf den Himalaja zu klettern oder “Schumi” mit meinem VW zu schlagen. Selbstüberschätzungen sind so wertlos wie gut gemeinte Ratschläge. Coaching fragt nach den Potenzialen, die jeder hat und auf die man vertraut. Es wird die innere Einstellung hinterfragt!
Die Antwort, die für den Einzelnen richtig ist, findet der Ratsuchende selbst. Dazu nutzt er die eigenen Erfahrungen, sein eigenes Wissen und Gespür. Zu keinem Zeitpunkt begibt sich der Ratsuchende in die Hände von “Beratern”, die ihm sagen, was zu tun ist oder versuchen, ihm etwas einzureden. Dass dies erfolgreich funktioniert, beweisen wir zum Beispiel am Thema: “Zwischen Sex und Sinnlichkeit”, wo wir zusammen mit den Teilnehmern Lösungen erarbeiten, die jedem einzelnen nutzen und neue Perspektiven bieten.

Wecken, was in dir steckt!
Die wenigsten sind sich bewusst, was alles in ihnen steckt. Das Übel steckt im System. Wir arbeiten wie besessen, sind ständig unter Strom und werden uns immer weniger bewusst, was wir da eigentlich tun. Niederlagen, die wir vor langer Zeit erfahren haben, werden zur Grundeinstellung für das, was wir uns zutrauen können und was nicht. Das geschieht ganz unbewusst. Obwohl wir in der Zwischenzeit viel mehr wissen und gelernt haben. Coaching weckt, was in dir steckt. Und das ist weit mehr, als die meisten in ihren kühnsten Träumen für möglich halten - ohne wildes Hopsen oder Zauberformeln. Warum nicht mal Coaching versuchen, wenn Sie Rat brauchen? Vielleicht ist es auch für Sie die bessere Art der Beratung.
Kurz eine Bemerkung zu “neumodischem Kram”: Coaching kommt von Coacha, einem alten tschechischen Wort und bedeutet: Kutschenlenker. Genau das tut der “Berater”. Er spannt sich nicht vor die Kutsche und zieht mal ein Stück. Den Pferden wäre damit im Moment vielleicht geholfen, doch wüssten sie immer noch nicht, wie es weitergeht. Der Kutscher mischt sich nicht in die Kompetenz der Pferde ein. Er lenkt sie nur ein wenig, wenn sich die Pferde mal “verrannt” haben.


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